Wärmewende: Umweltsenator fordert Klärung der Finanzierung

Lübeck: Bis Ende des Jahres möchte Lübeck eine kommunale Wärmeplanung vorlegen. Aktuell prüft die Verwaltung die Nutzung von Geothermie. Lübecks Umweltsenator Ludger Hinsen vermisst in der Diskussion aber eine wichtige Frage: Wie soll die Wärmewende finanziert werden?

Umweltsenator Ludger Hinsen möchte derzeitige Heizsysteme nicht verteufeln, aber auf längere Frist müsse man sich von fossilen Brennstoffen trennen. Im Moment prüfe die Stadt zum Beispiel den Einsatz von Tiefengeothermie. Um die Erdhitze zum Heizen zu nutzen, müssten in Lübeck aber tiefe Löcher gebohrt werden. Die kosten pro Bohrung rund 20 Millionen Euro. Ob die Bohrungen erfolgreich sind, wisse man erst hinterher. Ebenfalls geprüft wird Geothermie aus geringeren Tiefen in Verbindung mit Wärmepumpen. Ein solches Projekt ist aktuell im neuen Wohngebiet "Travehusen" in Travemünde geplant.

Einen Punkt vermisst Umweltsenator Ludger Hinsen in der ganzen Diskussion: Wie soll die Wärmewende finanziert werden? Es gebe bundesweit viele Arbeitsgruppen zur Wärmewende, aber keine beschäftige sich mit der Finanzierung. Und dazu gehören nicht nur Probebohrungen sondern vor allem auch der Aufbau von Fernwärmenetzen. Die Kosten dürften in Lübeck bei mehreren Milliarden Euro liegen, wie am Rande der Bürgerschaftssitzung berichtet wurde.

Bei einem Punkt ist der Senator optimistisch: Das Interesse von Firmen und Privatleuten für Investitionen in Zukunftstechnologien sei groß.

Im Original-Ton hören Sie ein Gespräch von Harald Denckmann mit Umweltsenator Ludger Hinsen zum Thema.

Travehusen soll Lübecks erstes Wohngebiet mit Geothermie als Wärmeversorgung werden. Foto: Helge Normann/Archiv

Travehusen soll Lübecks erstes Wohngebiet mit Geothermie als Wärmeversorgung werden. Foto: Helge Normann/Archiv


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 166804   Autor: VG   vom 29.06.2024 um 18.15 Uhr

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