Wetter: Erst weiter kühl und nass - dann sommerlich

Lübeck: Am Sonntag blieb es grau und kühl. Gibt es noch Hoffnung auf einen warmen und sonnigen Sommer in Lübeck? Harald Denckmann hat die Wettermodelle ausgewertet und kann zumindest für die zweite Monatshälfte einen kleinen Hoffnungsschimmer geben.

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, der Sommer 2024 kommt einfach nicht richtig aus dem Knick. Die große Hoffnung brach aus, als der berühmte Siebenschläfertag am vergangenen Donnerstag mit Temperaturen über 30°C einen der bisher wärmsten Tage des Jahres brachte. Geregnet hat es keinen Tropfen. Soll jetzt so der Rest des Sommers aussehen, wie die Bauernregel es verspricht? Selbstverständlich nicht, denn betrachtet werden muss die Großwetterlage um den Siebenschläfertag herum, und die sagt leider etwas ganz anderes.

Dass es am letzten Donnerstag nicht geknallt hat, wie alle seriösen Wetterdienste es vorhergesagt haben, war für Lübeck reines Glück. Keinen einzigen wetterbedingten Einsatz hat es bei den zuständigen Stellen gegeben. In Hamburg, zum Teil in Lauenburg und rund um Schwerin hat es dagegen Starkregen mit Gewitter gegeben und etliche Bäume wurden von den Gewitterböen umgeweht. Um es mal klar auszusprechen, die Wetterdienste hatten mit ihren Warnungen, auch für Lübeck, natürlich völlig Recht. Wir sollten uns auf Starkregen und Gewitter einstellen, und zum Glück ist nichts passiert. Auf den letzten Millimeter kann man bei derart schwachen Drucklagen die genauen Zugbahnen einfach nicht berechnen. An Lübeck ging das ganze Drama vorbei und daraus sollte man den Wetterdiensten doch jetzt keinen Vorwurf machen, es hätte uns genauso gut voll treffen können. Von daher war der vergangene Donnerstag kein echter Hochsommertag, um es einmal etwas griffiger zu bezeichnen.

Bild ergänzt Text

Wir haben, wie aus der Karte klar zu erkennen ist, derzeit vorherrschenden Tiefdruckeinfluss, der uns kühle Winde aus Nordwest beschert. Das Meer ist warm und die Feuchtigkeit, die auf dem Weg zu uns aufgenommen wird, bekommen wir dann auch angeliefert.

Etwas einfacher formuliert, die frischen Winde und die damit verbundenen Regengebiete bleiben uns auch die kommenden etwa zehn Tage lang treu. Richtiges Sommergefühl will nicht so recht aufkommen und die Klagen darüber werden laut sein, schließlich haben wir ein Anrecht auf Sonne. Ein weiterer Grund für den labilen Sommer liegt in der schwachen Ausprägung des Azorenhochs in diesem Jahr. Es ist eben bis Ende Juni nicht bis zu uns vorgedrungen, wie ich versucht habe in der Karte zu verdeutlichen.

Wir haben nun die Chance, dass ein Vorstoß dieser Hochdrucknase so etwa ab dem 10. Juli erfolgen könnte. In den meisten Modellrechnungen taucht diese Möglichkeit auf. Das würde uns dann bis Monatsmitte wenigstens für eine Woche ein paar schöne echte Strandtage bescheren. Diese mögliche Dynamik habe ich in der Karte versucht, durch die Richtungspfeile anzudeuten. Fairerweise muss man sagen, das ist aus heutiger Sicht ein Blick in die Glaskugel der uns Hoffnung macht. Eine Garantie kann heute darauf keiner geben, denn der Hochdruckkern ist eher schwach ausgeprägt.

Zusammenfassend lässt sich daher sagen, der Hochsommer ist derzeit leider in keinem Modell so richtig eindeutig zu erkennen. Weiterhin also eher klassischer Schleswig-Holstein Sommer mit wechselnden Einflüssen aus unterschiedlichen Richtungen. Für das körperliche Wohlbefinden im Übrigen gar nicht so schlecht. Keine Hitzschlagopfer, keine verbrannten Körper mit Hautkrebsrisiko, keine erdrückende Schwüle und viel frische, staubfreie Luft zum Atmen. Das ist eben der echte Norden, so wie wir ihn kennen und lieben.

Der letzte Junitag präsentierte sich grau, kühl und regnerisch. Foto: JW, Grafik: Harald Denckmann

Der letzte Junitag präsentierte sich grau, kühl und regnerisch. Foto: JW, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 166817   Autor: Harald Denckmann   vom 30.06.2024 um 17.12 Uhr

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