Buddenbrookhaus: Land bleibt bei Förderung

Lübeck - Innenstadt: Das Land wird auch bei einer Änderung der Pläne für das Buddenbrookhaus den Zuschuss von 19,1 Millionen Euro geben. Das berichten die Landtagsabgeordneten Dr. Hermann Junghans (CDU) und Jasper Balke (Grüne). Damit sei der von der Bürgerschaft geforderte Erhalt des historischen Kellergewölbes möglich. Die Lübecker SPD spricht von einem Erfolg des Bürgermeisters. Interessant dürfte die Finanzierung aber bleiben: Lübeck muss alle Mehrkosten tragen. Das dürften gut 30 Millionen Euro werden.

Das rund 50 Millionen Euro teure Projekt "Neues Buddenbrookhaus" ruht seit Monaten. Der Grund ist die Forderung einer Mehrheit in der Bürgerschaft, das Kellergewölbe nicht durch den Einbau eines neuen Treppenhauses zu zerstören. Bisher hatte die Verwaltung die Änderung immer abgelehnt. Ein Grund war dabei auch immer, dass dann der Förderbescheid des Landes gefährdet sei.

CDU: Bürgermeister hat Fördermittel gefährdet

Dr. Hermann Junghans, Landtagsabgeordneter für Lübeck Ost und Kreisvorsitzender der CDU Lübeck, berichtet: "Nach einer über dreijährigen Diskussion über das Buddenbrookhaus steht nun fest: Die denkmalgerechte Variante, die von der Bürgerschaft beschlossen wurde, hat die Fördermittel des Landes nicht gefährdet. Das hatte der Bürgermeister immer behauptet. Dieser Behauptung lag aber offensichtlich nur der Wille zu Grunde, seine Lieblingsvariante durchzusetzen." Junghans geht davon aus, dass die Fördermittel gefährdet gewesen wären, wenn die Verwaltung ihren Plan umgesetzt hätte. Bei einem Verstoß gegen das Denkmalschutzgesetz hätten keine Fördermittel fließen können.

Christopher Lötsch, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft, freut sich über die Nachricht aus Kiel. Er mahnt allerdings, dass jetzt weiterer Zeitverzug die Förderung noch gefährden könne: "Jetzt geht es vor allem darum, den vorgegebenen Zeitrahmen einzuhalten und da ist der Bürgermeister in der Pflicht, zügig eine Planung vorzulegen, sodass das Neue Buddenbrookhaus endlich wieder ein repräsentatives Aushängeschild für unsere Stadt wird.“

SPD: Verwaltung rettete Förderung

"Bürgermeister Jan Lindenau sowie die Senatorinnen Monika Frank (Kultur) und Joanna Hagen (Bau) waren am 24. Juni zu Gesprächen in Kiel, um die Fördermittel für das Buddenbrookhaus zu retten", berichtet die Lübecker SPD. "Die Umplanungen müssen so gering wie möglich sein, der Zeitplan muss aktualisiert werden und die Bürgerschaft muss die Finanzierung des Gesamtprojekts mit einem Beschluss absichern. Durch einen Nachtrag zum Bauantrag soll jetzt 'die Kuh vom Eis geholt' werden. Alle Umplanungen müssten dann nach einer, noch in der Überarbeitung befindlichen, neuen Landesbauordnung gestaltet werden."

"Diese Mehrkosten müssten durch die Stadt Lübeck getragen werden", sagt Peter Petereit, Fraktionschef von SPD und Freie Wähler in der Bürgerschaft. "Eine genaue Summe ist aktuell noch nicht zu beziffern. Dennoch erwartet das Land ein deutliches Signal, und dies müsste in der Septembersitzung aufgrund von dann angepassten Schätzzahlen bei den Baukosten erfolgen. Wir müssen wohl von einem zweistelligen Millionenbetrag ausgehen."

Grüne: Verfahren nicht weiter verzögern

"Ich erwarte jetzt von Bürgermeister Jan Lindenau, dass er das Votum der Bürgerschaft Lübeck konsequent umsetzt", so Jasper Balke (Grüne), Landtagsabgeordneter. Das Verfahren darf nicht weiter verzögert werden, weil die Baukostensteigerungen ansonsten zu hohen Belastungen des Haushalts der Hansestadt Lübeck führen würden. Ich habe Verständnis dafür, dass das viele Hin- und Her der letzten Jahre bei vielen Menschen für Unmut gesorgt hat. Es ist deshalb umso wichtiger, vom jetzigen Zeitpunkt an die parteipolitischen Streitigkeiten sein zu lassen, um weiteren Schaden von dem eigentlich tollen Projekt des Neuen Buddenbrookhauses abzuwenden."

Die Landesregierung wird den Umbau des Buddenbrookhauses auch dann fördern, wenn auf das innenliegende Treppenhaus verzichtet wird. Foto: JW/Archiv

Die Landesregierung wird den Umbau des Buddenbrookhauses auch dann fördern, wenn auf das innenliegende Treppenhaus verzichtet wird. Foto: JW/Archiv


Text-Nummer: 167074   Autor: CDU/SPD/GrüneVG   vom 11.07.2024 um 17.40 Uhr

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