Untersuchung: Stadt braucht mehr Personal

Lübeck: Archiv - 03.07.2025, 18.30 Uhr: Aktuell wird der städtische Haushalt für das kommende Jahr aufgestellt. Die Politik fordert Einsparungen beim Personal, die Verwaltung hält dagegen. Der Bereich Jugendarbeit hat jetzt ein Gutachten veröffentlicht, dass alleine in diesem Bereich 33,25 neue Vollzeitstellen geschaffen werden müssen.

In der städtischen Verwaltung ist die Zahl der Vollzeitstellen von 2015 bis 2025 von 3205 auf 4367 gewachsen. Die Begründung sind eine sinkende Wochenarbeitszeit und immer neue bürokratische Aufgaben durch den Gesetzgeber. Bei einem städtischen Defizit von über 100 Millionen Euro möchte die Politik möglichst Stellen streichen, statt neue zu schaffen.

Die Verwaltung hält dagegen und teilte am Donnerstag mit: "Um den stetig wachsenden fachlichen und gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, hat der Bereich Familienhilfen/Jugendamt der Hansestadt Lübeck im Rahmen eines einjährigen Projekts eine umfassende Organisationsuntersuchung inklusive Personalbemessung durchgeführt – unter aktiver Beteiligung der Mitarbeitenden. Die fachliche Begleitung erfolgte durch das Institut für Sozialplanung und Organisationsentwicklung (IN/SO), das über umfangreiche Erfahrung aus Untersuchungen in mehr als 180 Jugendämtern bundesweit verfügt." Das Ergebnis: Es müssen über 33 neue Vollzeitstellen geschaffen werden.

Grund für die neuen Stellen seien die Ausweitung gesetzlicher Aufgaben infolge des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG), kontinuierlich steigende Fallzahlen sowie die Verlagerung der Zuständigkeit für junge Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung vom Sozialamt in das Jugendamt.

"Beim Schutzauftrag für junge Menschen ist der Bereich Familienhilfen in Lübeck gut aufgestellt, wie auch das beauftragte Institut bestätigt", so Senatorin Monika Frank. "Fachlich ist jedoch belegt, dass eine einseitige Fokussierung auf akute Krisen – bei gleichzeitig knappen Personalressourcen – dazu führen kann, dass notwendige Planungs- und Steuerungsprozesse bei der Gewährung von Hilfen nicht angemessen bearbeitet werden können. Dies kann zur Einleitung oder Fortsetzung kostenintensiver Hilfen führen, obwohl bei verbesserter Personalausstattung wirkungsvollere und zielorientiertere Alternativen möglich wären. Gerade vor dem Hintergrund angespannter Haushaltslagen müssen diese Zusammenhänge im Rahmen eines realistischen Stufenplans kontinuierlich beobachtet und gesteuert werden."

Der ausführliche Abschlussbericht wird dem Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am 11. September 2025 zur Beratung vorgelegt.

Der Bereich Jugendamt fordert zu den beginnenden Haushaltsverhandlungen über 33 neue Stellen.

Der Bereich Jugendamt fordert zu den beginnenden Haushaltsverhandlungen über 33 neue Stellen.


Text-Nummer: 173745   Autor: VG   vom 03.07.2025 um 18.30 Uhr

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