Beach-Bay: Vom Leuchtturm-Projekt zum Sorgen-Kind

Lübeck - Travemünde: Archiv - 14.07.2025, 12.51 Uhr: Gerade mal zehn Jahre ist es her, dass Schleswig-Holsteins damaliger Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zur feierlichen Grundsteinlegung von einem „touristischen Leuchtturmprojekt“ sprach. Christian Wölbeling von der Gemeinschaft der Priwallbewohner hatte jetzt ein anderes Wort für die Ferienanlage „Beach Bay“ auf der Travemünder Halbinsel: Im Ortsrat sprach er von einem „Sorgenkind“.

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„Es ist einfach kein Angebot mehr für unsere Touristen da“, sagte Christian Wölbeling, Vorsitzender der Gemeinschaft der Priwallbewohner, im Ortsrat.

In seinem „Bericht vom Priwall“ sprach Christian Wölbeling in der Juli-Sitzung des Travemünder Ortsrates auch von den „Sorgenkindern“ der über 400 Mitglieder starken Gemeinschaft.

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"Vor der Markthalle wuchert das Unkraut"
Christian Wölbeling kam damit gleich auf die Ferienanlage „Beach Bay“ im Passathafen zu sprechen. Seine Meinung zum Hotel: „Die wirtschaftliche Entwicklung des Slow Down ist zurzeit anscheinend nicht so positiv, wie sich das nach außen hin vielleicht noch darstellt“, sagte Wölbeling. Und: „Die Markthalle steht leer, davor wuchert das Unkraut zwischen den Fugen. Das sieht nicht besonders schick aus.“

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„Nichts los auf dem Priwall“
Außerdem sei es sehr unangenehm für Bewohner und Touristen, „wenn man auf den Priwall kommt und was machen will, und es ist zu“, so der Priwallvereins-Vorsitzende im Ortsrat. „Es ist einfach kein Angebot mehr für unsere Touristen da“. Tatsächlich ist von der einstigen Bäckerei nichts mehr zu sehen, viele Gäste pilgern morgens zum Supermarkt in der Mecklenburger Landstraße. Die Markthalle wirkt dunkel und verlassen. In der Tür zum „Bay Spa“ hing am Samstag ein Zettel, dass man in einer Behandlung sei und sich an die Hotelrezeption wenden solle. Ein weiterer Zettel hing an der verschlossenen Tür des „Bay Center Spaß und Kultur“: „Vorübergehend geschlossen“.

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In der Facebook-Gruppe „Travemünder Magazin“ sorgte die Nachricht für Diskussionen, dass bald ein Laden auf die andere Seite der Trave wechsele. Und auch in Online-Rezensionen wird über geschlossene Geschäfte geklagt.

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Kleiner Lichtblick: An der Promenade hat ein Crêpe-Laden geöffnet, wo man auch einen Kaffee bekommt.

„Keine Lust, zwischen Ruinen zu leben“
„Was passiert eigentlich mit der Instandhaltung und der Zukunft der Gebäude, wenn sich das vielleicht dummerweise nicht rechnen sollte?“, fragte Christian Wölbeling. Das sei schon recht ärgerlich. „Weil wir auch keine Lust haben, nachher zwischen Ruinen zu leben.“ Es sei vielleicht etwas übertrieben dargestellt, doch es gäbe schon einige Rückstände in der großen Ferienanlage. „Zumindest diese großen weißen Häuser werden nicht mehr lange weiß sein, wenn sie so behandelt werden, wie sie grad behandelt werden“, befürchtet Wölbeling.

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Zum Unkraut meinte der Vorsitzende, er hätte das auch schon mal gemeldet, da werde sich jetzt hoffentlich demnächst drum gekümmert. Tatsächlich sah man am Samstag zwei Mitarbeiter des Kurbetriebs mit Fugenkratzern bei den Grillplätzen das Pflaster bearbeiten.

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Zwei große Info-Displays auf der Priwallpromenade zeigten am Samstag lediglich die Uhrzeit. Es handele sich um das Standard-Layout, verriet die Anzeigetafel immerhin noch: "Es wird gezeigt, wenn nichts anderes geplant ist“.

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Anmerkung: Stellungnahme Slow Down Travemünde angefragt.

Die Ferienanlage „Beach Bay“, einst als touristisches Leuchtturm-Projekt gefeiert, gilt Anwohnern heute als Sorgenkind. Fotos: Helge Normann

Die Ferienanlage „Beach Bay“, einst als touristisches Leuchtturm-Projekt gefeiert, gilt Anwohnern heute als Sorgenkind. Fotos: Helge Normann


Text-Nummer: 173926   Autor: Helge Normann   vom 14.07.2025 um 12.51 Uhr

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