Rettungs-Schwimmer auf Kojen-Suche
Lübeck - Travemünde: Archiv - 09.08.2025, 17.02 Uhr: Dass die DLRG genug ehrenamtliche Rettungsschwimmer für ihre Strandwache in Travemünde bekommt, liegt auch an der attraktiven Unterkunft: Die jungen Leute übernachten auf einem echten Windjammer. Doch die Viermastbark „Passat“ muss bald in die Werft (wir berichteten). Die Lübecker DLRG ist deshalb auf der Suche nach vergleichbaren Unterkünften.
Die DLRG sei gerade mit der Kurverwaltung im Gespräch „wie wir da eine entsprechende vergleichbare Unterkunft bekommen“, so der Vorsitzende Thomas Becker am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.
Dass für die Rettungsschwimmer derzeit neue Unterkünfte gesucht werden, darüber berichtete Thomas Becker, Vorsitzender der DLRG Lübeck, am Donnerstag (07.08.2025) am Rande einer Pressekonferenz. Der Lübecker Verein gehört mit knapp 1.500 Mitgliedern zu den größeren im Land. Und aus allen Teilen Deutschlands reisen jedes Jahr die etwa 180 ehrenamtlichen Rettungsschwimmer an. Sie absolvieren Jahr für Jahr rund 1.500 Wachstunden.
Mehr Aufgaben für die DLRG
Bislang ist die DLRG in Travemünde für den Kurstrand zuständig. Ab 2026 übernimmt sie auch den Priwall (wir berichteten), der in diesem Jahr noch von der DRK-Wasserwacht betreut wird. „Sodass die ganze Lübecker Bucht von der DLRG bewacht wird“, so DLRG-Chef Thomas Becker. Die Travemünder Mannschaft wird also noch einmal kräftig wachsen. „Das ist für uns eine ehrenamtliche Herausforderung“, so Becker.
300-mal Erste Hilfe geleistet
„Wir haben zum Glück noch keinen tödlichen Badeunfall zu verzeichnen“, berichtete Thomas Becker. In einer Zwischenbilanz hatte die DLRG am Donnerstag Deutschlandweit von 236 ertrunkenen Menschen deutschlandweit gesprochen (wir berichteten). Wobei nicht mitgezählt wird, wenn jemand lebend geborgen wird und aufgrund des Unfalls dann später im Krankenhaus verstirbt. Es gibt trotzdem auch in Travemünde reichlich zu tun: So werde jedes Jahr etwa 300-mal Erste Hilfe geleistet, berichtete Thomas Becker von der Lübecker DLRG. „Das ist vergleichbar mit den Jahren davor.“ Dazu kämen jedes Jahr Suchmeldungen am Strand. „Oft suchen die Eltern die Kinder und nicht umgekehrt“, merkte Becker an.

Attraktive Unterbringung auf der „Passat“
Dass die Zahl der ehrenamtlichen Rettungsschwimmer, die ihre Freizeit für die Strandwache einsetzten, leicht steigt, ist teilweise auch der attraktiven Unterbringung zu verdanken. Sie bekommen Kojen auf der Viermastbark „Passat“, einem echten Windjammer aus dem Jahre 1911. Das sei „ein toller Magnet, dass die nach Lübeck kommen“, so der DLRG-Vorsitzende Thomas Becker.

„Passat“ zwei Jahre in der Werft
„Die Passat wird wahrscheinlich nächstes oder spätestens übernächstes Jahr in die Werft geschleppt. Dann werde sie für zwei Jahre nicht mehr hier sein“, sagte Thomas Becker. „Da sind wir gerade mit der Kurverwaltung am Sprechen, wie wir da eine entsprechende vergleichbare Unterkunft bekommen.“ Zurzeit werden noch Spenden für die Sanierung des Windjammers gesammelt. Die Kosten für die Gesamtinvestition werden auf rund 25 Millionen Euro geschätzt. Die Stadt hatte in einer Mitteilung vom März (wir berichteten) von einer Bauausführung in den Jahren 2026/2027 gesprochen, „vorbehaltlich einer gesicherten Finanzierung“.

Die Rettungsschwimmer der DLRG müssen sich neue Unterkünfte suchen, denn die Kojen der „Passat“ stehen während der Überholung des Windjammers nicht zur Verfügung. Fotos: Helge Normann
Text-Nummer: 174387 Autor: Helge Normann vom 09.08.2025 um 17.02 Uhr
