Radschnellweg: Stadt weist Kritik zurück

Lübeck - St. Jürgen: Archiv - 08.08.2025, 16.57 Uhr: An dem ersten Bauabschnitt des Radschnellweges gab es Kritik. So wird der Geh- und Radweg an der Ratzeburger Allee in Richtung der Marktfläche "Am Brink" erweitert (wir berichteten am 5. August). Die Stadt weist die Kritik zurück. Der große Mehrwert des Umbaus werde erst am Ende der Maßnahme erkennbar.

Die weitere Mitteilung der Stadt zum Thema im Wortlaut:

(„)Die aktuell in den Medien etwas einseitige Darstellung der Zusammenhänge der Baumaßnahmen am Marktplatz Am Brink im Rahmen der Umsetzung des Radschnellwegs Ratzeburger Allee, nimmt die Stadtverwaltung zum Anlass, über Planungen und Beschlüsse zum Sachverhalt aufzuklären.

Die Hansestadt Lübeck baut eine der wichtigsten Radwegeverbindungen in Lübeck zum ersten Radschnellweg Schleswig-Holsteins aus. Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen, eine nachhaltige und alternative Lösung zum motorisierten Individualverkehr zu schaffen, und gleichzeitig die Infrastruktur zu erhalten und zu verbessern. Möglichst viele Lübecker und Gäste sollen am Ende von diesem Umbau profitieren, der die Lebensqualität verbessern und den bestehenden Stadtraum deutlich aufwerten wird. Die planerische Herausforderung besteht insbesondere darin, eine solche Querschnittsveränderung eines Straßenraums in bestehenden Strukturen umzusetzen.

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Der Rasenstreifen zum Am Brink wird zum Ausgleich für den geplanten Gehweg (rot eingezeichnet) um etwa 0,8 Meter (rote Linien an Rasenfläche) verringert. Mit dieser Planungsvariante konnte unter anderem die Fällung von sieben Alleebäumen verhindert werden. Foto: HL

Nicht zuletzt aufgrund des Vorzeigecharakters des Projektes Radschnellweg haben die Fraktionen der Lübecker Bürgerschaft die entsprechende Planung unverändert und einstimmig beschlossen.

Selbstverständlich enthielt die entsprechende Beschlussvorlage (VO/2023/12786) für die interessierten Leser auch eine transparente Darstellung der Umsetzungsmöglichkeiten an der Marktfläche Am Brink. Der Verwaltung ist es gelungen, nach sorgfältiger Abwägung eine Vorzugsvariante zu entwickeln, die nicht nur den neuen Radschnellweg ermöglicht, sondern auch ausreichend breite Gehwege erhält, den Bestand der Alleebäume sichert und eine Busspur zur Busbeschleunigung ermöglicht. Mit der Vorzugsvariante kann also allen Verkehrsteilnehmenden eine gute Lösung angeboten werden. Auch politischen Forderungen konnte so entsprochen werden.

Um diese Lösung umsetzen zu können, reicht der geplante Gehweg jedoch zum Teil in Flächen des Wochenmarktes hinein. Um den Wochenmarkt nicht zu schwächen, wird ein Teil der auf der anderen Marktseite vorhandenen Rasenfläche als Ausgleich genutzt. Der etwa 8 Meter breite Rasenstreifen wird um etwa 0,8 Meter verringert – somit bleibt ein Großteil der Grünfläche zur Nutzung erhalten. Die bisherige Nutzung wird damit keineswegs gänzlich infrage gestellt.

Durch die Verkleinerung müssen die Stände in Richtung Osten (hin zur Straße „Am Brink“) verschoben werden. Um die geforderten Mindestabstände der Verkaufswagen vor allem im Hinblick auf die gegebenenfalls notwendigen Rettungseinsätze zu gewährleisten, muss es Anpassungen geben. Die Breite, die westlich durch den Gehweg entfällt (circa 2 Meter), wird nur teilweise durch die Verkleinerung der östlichen Grünfläche (0,8 Meter) ersetzt. Es kann alternativ keine Verkaufswagen-Reihe entfallen, da von Ostern bis Oktober alle Plätze benötigt werden.

Die Vorlage wurde erstmals am 5. Februar 2024 in der Sitzung des Bauausschusses vorgestellt und dort noch einmal zur Vorberatung zurückgestellt, bevor sie im gleichen Ausschuss am 19. Februar unverändert und einstimmig beschlossen wurde. Am 13. Februar war die gleiche Vorlage dann erstmals zur Entscheidung im Hauptausschuss, der sie dann in der darauffolgenden Sitzung am 27. Februar unverändert und einstimmig beschlossen hat. Die jeweiligen Entscheidungsträger der Ausschüsse hatten entsprechend ausreichend Zeit, sich mit dem Inhalt der Vorlage zu befassen und eventuelle Änderungsanträge einzureichen. Änderungsanträge hätten letztlich eine Beeinträchtigung des Wochenmarktes, ein Aufgeben der Busspur oder das Fällen von 7 Alleebäumen zur Folge gehabt.

Interessierte können die Beschlussvorlage VO/2023/12786 online unter www.luebeck.de (Recherche) einsehen.

Wenn die beschlossene Vorzugsvariante vollständig vor Ort umgesetzt ist, wird der große Mehrwert des Umbaus auch deutlich erkennbar sein.(„)

Die Hansestadt Lübeck baut eine der wichtigsten Radwegeverbindungen in Lübeck zum ersten Radschnellweg Schleswig-Holsteins aus. Foto: STE

Die Hansestadt Lübeck baut eine der wichtigsten Radwegeverbindungen in Lübeck zum ersten Radschnellweg Schleswig-Holsteins aus. Foto: STE


Text-Nummer: 174403   Autor: Presseamt/red.   vom 08.08.2025 um 16.57 Uhr

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