Viel Zuspruch für die Seenotretter
Lübeck - Travemünde: Archiv - 23.08.2025, 19.03 Uhr: Travemündes Seenotretter hatten zum Fest geladen und alle machten sich auf den Weg in den Travemünder Fischereihafen. Das Publikum, das sich die Schiffe und die Einsatzübungen ansehen wollte, ebenso wie die Kollegen von anderen Stationen in der Lübecker Bucht. „Es war ein superguter Tag, viel los!“, freute sich Vormann Patrick Morgenroth am frühen Samstagabend (23.08.2025) in einem ersten Fazit. Es seien viele interessierte Leute dagewesen und es hätte viel Zuspruch für die Seenotretter gegeben
Sammeln vor der Mole und gemeinsames Einlaufen
„Ist da ein Einsatz?“, fragte sich manch zufälliger Passant am Samstagmorgen auf der Nordermole. Vor Travemünde hatten sich gleich mehrere Seenotrettungsboote und Seenotrettungskreuzer versammelt. Aus einer Löschkanone gab es eine Riesenfontäne. Doch die Einsatzkräfte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) warteten nur, bis die Fähre „Huckleberry Finn“ ausgelaufen war, um dann Kurs auf den Travemünder Fischereihafen nehmen zu können. Dass es sich um einen Festtag und nicht um einen Einsatz handelt, ließ sich auch daran erkennen, dass aus einem Bordlautsprecher Rudi Carrells „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ herüberschallte. Mit einem schönen Konzert aus den Schiffshörnern fuhren die Seenotretter und weitere Boote dann die Trave hinauf in den Fischereihafen. Zum jährlichen „Tag der Seenotretter“.
Buntes Programm
Der Fischereihafen war hervorragend besucht. Auf der gut organisierten Veranstaltung konnte man sich an verschiedenen Ständen informieren, aber auch etwas machen. Etwa die „stabile Seitenlage“ an einem „Opfer“ üben. Oder bei den Modellbauern einen Mini-Seenotretter durch ein Bassin steuern. Das Becken dafür war von der Feuerwehr aufgefüllt worden. So arbeiteten verschiedene Einsatzkräfte zusammen, um sich zu präsentieren und den Gästen einen schönen Tag zu machen. Begehrt war auch das „Open Ship“, wobei es schon mal zu kleinen Staus an der Gangway kommen konnte.


Modellschiff zieht tonnenschweres Rettungsboot
Dass die Boote der Seenotretter ordentlich Power haben, ist bekannt. Wieviel Kraft auch in den kleinen Modellschiffen stecken kann, verblüffte allerdings. So zog ein Modell der „Berlin“ die echte Travemünder „Erich Koschubs“ an der Leine durch den Fischereihafen. Mit ihren 6,9 PS nahm sie das rund 8,5 Tonnen schwere Seenotrettungsboot in Schlepp. Das kleine Modell kann aber noch mehr, hat sogar einen sich drehenden Radar, eine funktionierende Feuerlöschanlage, kann ein Tochterboot aussetzen und über verschiedene Soundmodule den realistischen Eindruck noch verstärken.


Rettungsübung im Hafen
Gut zu beobachten war die Rettungsübung, bei der auch eine Rettungsinsel zum Einsatz kam. Als hilfreich bei der Bergung erweist sich die Konstruktion der Boote mit der Rettungspforte, durch die sich ohne großen Höhenunterschied Personen in das Boot hineinbringen lassen.



Bei all den Schauwerten war denn auch zu verschmerzen, dass der bereits unter Vorbehalt angekündigte Hubschrauber am Ende nicht kam. Er hatte einen anderweitigen wichtigen Einsatz. Aber vielleicht klappt es ja 2026 wieder mit einer Winchübung beim „Tag der Seenotretter“.

Beim „Tag der Seenotretter“ können sich die Einsatzkräfte präsentieren und Interessierte informieren. Im Travemünder Fischereihafen fand die Veranstaltung großen Zuspruch. Fotos: Karl Erhard Vögele (6), Helge Normann (3)
Text-Nummer: 174613 Autor: Helge Normann vom 23.08.2025 um 19.03 Uhr
