Nach großer Fahrt: Der Check fürs Wohnmobil

Lübeck: Archiv - 30.08.2025, 11.03 Uhr: Mehr als eine Million Wohnmobile rollen mittlerweile über Deutschlands Straßen – ein neuer Rekord. Viele der mobilen Feriendomizile kehren jetzt aus dem Sommerurlaub zurück. Nach großer Fahrt empfiehlt TÜV NORD, Technik und Ausstattung gründlich prüfen zu lassen, bevor unbemerkte Schäden zum Sicherheitsrisiko werden.

„Lange Fahrten, wechselnde Wetterverhältnisse und ständiger Betrieb hinterlassen Spuren, die man oft erst bei genauerem Hinsehen erkennt“, sagt Nico Kleefeldt, Leiter der TÜV NORD Station Lübeck. Ein Sicherheitscheck – im Idealfall in der Fachwerkstatt – bringt das Fahrzeug wieder in einen verlässlichen Zustand und sorgt dafür, dass die nächste Hauptuntersuchung ohne teure Überraschungen verläuft.

Technik im Dauerstress
Auf langen Touren sind Wasser- und Sanitäranlagen im Dauereinsatz. Kleine Schäden wie undichte Tanks oder poröse Leitungen fallen unterwegs oft nicht auf, fördern Schimmel und können im schlimmsten Fall sogar die Elektrik gefährden. Eine gründliche Kontrolle nach der Rückkehr ist deshalb unerlässlich.

Auch die Elektrik leidet unter Dauerbetrieb und dem ständigen Ruckeln während der Fahrt. Lose Kabel, verschobene Steckverbindungen oder unsauber ausgeführte Umbauten können Probleme verursachen. Besonders CEE-Stecker, Aufbaubatterien, Wechselrichter und Solaranlagen sollten nach einer langen Tour überprüft werden, damit es nicht zu Störungen
oder Überhitzungen kommt.

Belastungsprobe für Innenraum und Reifen
Tausende Kilometer über holprige Wege und Landstraßen setzen nicht nur der Technik zu, sondern auch Aufbauten und Innenraum. Was unterwegs stabil wirkt, kann sich auf der Fahrt gelockert haben: Fahrradträger, Dachboxen und Markisen sollten deshalb nach jeder Tour überprüft werden. Gleiches gilt für den Wohnbereich: Tische, Sitzflächen, Schlafplätze und Klappen müssen so befestigt sein, dass sie selbst einer Notbremsung standhalten.

Auch Fenster, Dachluken und Lüftungsklappen sollten dicht schließen und zuverlässig verriegeln. „Vor allem bei älteren oder umgebauten Fahrzeugen zeigt sich hier nach langen Fahrten häufiger Handlungsbedarf“, sagt der Stationsleiter.

Und nicht zuletzt sind die Reifen nach langen Strecken besonders gefordert. Sinkt der Luftdruck, nutzt sich das Profil schneller ab. Deshalb sollten Druck und Profiltiefe nach jeder Reise überprüft werden. Nico Kleefeldt: „Für Winterreifen empfehlen wir mindestens 4 Millimeter Profiltiefe, auch wenn gesetzlich 1,6 Millimeter genügen.“

Gut vorbereitet in die HU
Ein Check nach dem Urlaub erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern senkt auch das Risiko von Mängeln bei der Hauptuntersuchung. Denn für Wohnmobile gelten strengere Regeln als für Pkw:

- Bis 3,5 Tonnen: erste HU nach drei Jahren, danach alle zwei Jahre.
- Über 3,5 bis 7,5 Tonnen: alle zwei Jahre, nach sechs Jahren sogar jährlich.
- Über 7,5 Tonnen: jedes Jahr.

„Mit einem gezielten Check lassen sich viele Mängel im Vorfeld beheben“, sagt Kleefeldt.
„Das spart nicht nur Nerven, sondern auch Kosten, bevor kleine Defekte zu größeren
Problemen führen.“

Für Wohnmobile gelten teils strengere Prüffristen als für Autos. Foto: TÜV NORD / Eric Shambroom

Für Wohnmobile gelten teils strengere Prüffristen als für Autos. Foto: TÜV NORD / Eric Shambroom


Text-Nummer: 174646   Autor: TÜV/red.   vom 30.08.2025 um 11.03 Uhr

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