Kontrolle am Lindenplatz: Jede Minute ein Verstoß
Lübeck - St. Lorenz Süd: Archiv: Am Donnerstagvormittag, 4. September 2025, überprüften Beamte des 2. Polizeireviers am Verkehrsverteilerkreis Lindenplatz in Lübeck erneut die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung. Im Fokus der Kontrollen stand die Beachtung des Verbots des Überfahrens der durchgezogenen Linien von der inneren über die äußere Spur in Richtung der Moislinger Allee und der Puppenbrücke.

In zwei Stunden ahndeten die Beamten insgesamt 97 Verstöße, darunter 66 aufgrund des verbotswidrigen Überfahrens der durchgezogenen Linie. Eine Frau musste wegen starker Alkoholisierung am Steuer ihren Führerschein abgeben.
"Gemäß Statistik ereigneten sich viele Verkehrsunfälle an den Aus- und Zufahrten des Lindenplatzes, insbesondere beim Einbiegen, Abbiegen oder Kreuzen", begründet Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach die Kontrollen. "Um die Gefahr von Verkehrsunfällen am Lindenplatz künftig auch langfristig zu reduzieren, ist die Einhaltung der geltenden Verkehrsregeln an diesen Stellen besonders wichtig."
Neben 66 Verstößen aufgrund des Überfahrens der durchgezogenen Linie stellten die Polizisten in der Zeit von 10 bis 12 Uhr über 30 weitere Verstöße fest. Unter anderem waren 17 Verkehrsteilnehmer nicht angeschnallt, fünf nutzten das Handy verbotswidrig während der Fahrt und in einem Fall wurden Kinder nicht vorschriftsmäßig im Auto gesichert.
Im Rahmen der Kontrolle überprüften die Beamten auch eine 38 Jahre alte Lübeckerin, die mit ihrem VW Golf gegen 10.20 Uhr aus der Moislinger Allee kommend in Richtung Lindenplatz unterwegs war. Starker Atemalkoholgeruch erschien den Polizisten auffällig, ein anschließender Atemalkoholtest erbrachte Klarheit: Das Testgerät zeigte einen vorläufigen Wert von über 1,2 Promille an. Der Frau wurde die Nutzung sämtlicher fahrerlaubnispflichtiger Kraftfahrzeuge bis auf Weiteres untersagt, ihren Führerschein stellten die Beamten sicher. Ein Arzt entnahm der Lübeckerin eine Blutprobe.
"Die Kontrollen am Lindenplatz werden fortgesetzt", so der Polizeisprecher.
Kommentare zu diesem Text (19):
Hans Hansen
schrieb am 4.9.2025 15.38 Uhr:
Komisch... von den ganzen wahnsinnigen Amok-Radlern die dort angeblich tagtäglich die Leben unschuldiger Autofahrer riskieren ist während dieser Kontrollen merkwürdigerweise niemand vorbei gekommen.
Tempo 30 auf den Zubringerstraßen und der Lindenteller ist bedeutend ruhiger. Während in anderen Städten vierspurige Kreisverkehre kein Problem sind, brauchen Lübecker Ampeln im einspurigen Kreisverkehr... wie Erwachsene die Stützräder am Fahrrad brauchen...
Das Problem ist einfach Raserei und Egomanie. ICH zuerst! Und vor allem: Die Temponadel nicht unter 50 fallen lassen. Klar, wer mit 50 durch den Lindenteller ballern will, kann auf sowas banales wie Linien oder Fußgänger nicht achten...
Einfach mal vom Gas gehen, Blickkontakt zu den anderen Verkehrsteilnehmern und man fließt einfach durch den Verkehr. Wie es sein soll. So fahre ich auch in spanischen Kreisverkehren sicher und ohne Hektik. Aber kaum bin ich über die deutsche Grenze, regiert der Wahnsinn auf der Straße.
Linda Platz
schrieb am 4.9.2025 15.40 Uhr:
Es ist leider eine Unsitte, dass viele (wie das Ergebnis dieser Kontrolle zeigt: sehr viele) Verkehrsteilnehmer der Meinung sind, man könne einfach so von der mittleren Spur eines Kreisverkehrs nach rechts ausfahren. Links wo es schneller geht einfahren und dann ohne Rücksicht auf Verluste rechts raus, damit es nicht nur rechts noch langsamer geht, sondern auch gefährlich wird. Wo, bitte, lernt man so etwas? Und wann begreifen die Verkehrsplaner der Hansestadt Lübeck endlich, dass sich dieses Verhalten nicht durch Striche auf der Fahrbahn verhindern lässt. Macht doch endlich mal eine klare, unmissverständliche Verkehrsführung. Das funktioniert nicht nur an der Lohmühle, sondern sogar am Horner Kreisel in Hamburg, wo viel mehr Autos unterwegs sind.
Ex-Lübecker
schrieb am 4.9.2025 15.57 Uhr:
Moin,
ich glaube es ist für viele Verkehrsteilnehmer mittlerweile normal durchgezogene Linien zu überfahren. Ich sehe das tagtäglich an der Lohmühle bei vielen, die links abbiegen zu Burger King anstatt die normale Auffahrt zum Hagebau zu nutzen. Das gleiche gilt auch auf der K13 oder L184 Richtung Ahrensbök. Durchgezogene Linien ist für viele nur noch eine Kann- aber keine Muss-Regel. Ich habe dazu mal einen Fahrlehrer befragt. Die Antwort war "Ich dürfe das nicht so verbissen sehen!". Sorry, aber das sind Regeln und keine Empfehlungen. Regeln müssen eingehalten und durchgesetzt werden.
Dirk Diggler
schrieb am 4.9.2025 17.29 Uhr:
@ Hans Hansen,
es wurden ja auch nur Kraftfahrzeuge kontrolliert.
Bei vorherigen Kontrollen am Lindenplatz waren es ja auch meistens diese "Amokpedalisten", die an dortiger Stelle Verstöße beginnen.
Oliver HL
schrieb am 4.9.2025 18.14 Uhr:
Solange die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden bei unter 1% liegt und es dann auch nur 10€ kostet eine durchzogene Linie zu überfahren, wenn man erwischt wird, wird sich an diesem Fahrverhalten vermutlich zukünftig auch nichts ändern.
Viele Autofahrer wissen schon ganz genau, welches Vergehen was kostet.
Bürger aus HL
schrieb am 4.9.2025 18.42 Uhr:
Die Strafen sind zu milde. Das EGo überfliegt die Richtlinien bzw Verkehrsregeln. Man könnte auch kontrollieren wie viele von der Stadt kommend hinter dem Holstentor nach links in die Wallstraße biegen. Das sind wirklich reichlich. Mindestens jede zweite Ampelphase und darunter auch grün weiße Fahrzeuge ohne Blaulicht im Betrieb. Man darf dort nur geradeaus
Hardy
schrieb am 4.9.2025 19.06 Uhr:
Wenn auf einer unbeschränkten Autobahn plötzlich ein Tempo 30 Schild stehen würde, direkt dahinter ein Blitzer, würde auch der Rubel rollen, genau wie hier!
Was will ich sagen?
Offenbar sind die durchgezogenen Linien genauso hirnverbrannt, wie ein Tempo 30 Schild auf obiger BAB.
Es könnte so einfach sein:
2spuriges Ein- und Ausfahren von und nach allen Zu-/Ausfahrten. Es bedarf keiner Ampeln, Linien sonstwas. Aber genau so, sehr gut funktionierende Kreisel werden ja mit Gewalt zu Unfallschwerpunkten gemacht, Mühlentorteller, Berliner Platz...
Und ja, die meisten lübecker Autofahrer sind und waren noch nie (ltz 30 Jahre) in der Lage Kreisverkehr zu fahren. Ewig lange Schlangen auf der rechten Spur, grün auf der Linken.
Justin_Time
schrieb am 4.9.2025 19.07 Uhr:
Das auswärtige Verkehrsteilnehmer nicht mit dem (Tja, wie soll man dieses Teil bezeichnen) "Versuchsobjekt" Lindenteller nicht klarkommen, zeigt doch nur, wie dämlich er verkehrstechnisch gestaltet ist. Durch die Versuche, ihn zu entschärfen, ist er zu einer verkehrstechnischen Singularität geworden. Hier hört die Physik auf und es entsteht ein Objekt, dass es eigentlich nicht geben darf; mal als Metapher klargestellt.
Powerklaus
schrieb am 4.9.2025 19.12 Uhr:
Diese Polizeiaktionen sind absurd und lächerlich!
Welche Auswärtige hat schon die Möglichkeit sich die feinen Striche auf der Fahrbahn anzuschauen. Hier ist man genügend damit beschäftigt, kein anderes Auto zu rammen, und keinen Radler oder Roller auf die Haube zu nehmen. Ganz zu schweigen von Dunkelheit gepaart mit Regen oder Schnee. Wenn vor der Einfahrt in den Kreisverkehr ein großes Schild mit einer Verhaltensregelung positioniert wäre - dann vielleicht. Dann müsste man das Herausfahren von der Innenspur der Einfachheit halber jedoch an allen Ausfahrten verbieten.
Tempo 10 im Kreisverkehr wäre mein Vorschlag. Aber das lässt vermutlich unsere Straßenverkehrsordnung nicht zu.
Und außerdem: Die Vielzahl der Vergehen verdeutlicht, dass diese Regelung nicht akzeptiert wird. In diesem Fall könnte man sie auch wieder einkassieren, wie damals beim Stoppschild an der Ecke Marlistr. 6.
Jetzt im Lindenteller schlaffe 10 € für das Vergehen zu kassieren ist wirklich lächerlich.
DirtyHarry
schrieb am 4.9.2025 20.07 Uhr:
Bürger aus HL: (Du meinst sicherlich hinterm Holstentor in die Possehlstraße.) Neulich stand ich dort hinter einem Polizei-VW-Bus. Ampel wird grün und was macht der Sheriff? Biegt ohne zu blinken ( und ohne Einsatzsignale) genau dort links ab. „Tolles“ Vorbild
Torsten Krause
schrieb am 5.9.2025 2.51 Uhr:
Diese durchgezogenen weißen Linien am Lindenplatz, der Kirschenallee bei OBI und anderen Plätzen in Lübeck verhindern das rechtswidrige Abbiegen von Autofahrern nicht wirklich. JEDER, der sich fünf Minuten dorthin stellt, kann sehen, wie diese ständig ignoriert werden. Und zwar nicht nur von auswärtigen Fahrern, sondern mutwillig von Ortsansässigen. Insofern sind sie an bestimmten Stellen als Mittel der Verkehrslenkung völlig unbrauchbar.
tkrause01@gmail.com
Dirk Schulz
schrieb am 5.9.2025 7.43 Uhr:
Ich halte durchgezogene Linien an einem Kreisverkehr generell für bekloppt.. Die Gründe für diese Linien sind aus meiner Sicht fadenscheinig und das generelle Problem ist die Verkehrsdichte, aber Autos verbieten kann die Verwaltung oder bestimmte Parteien noch nicht... Meiner Meinung nach sollte man die durchgezogene Linien in allen Kreisverkehren wieder entfernen...
Es liegt außerdem daran, dass Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit nicht mehr gefragt ist, einige fahren wie die Blöden, weil die glauben, ihnen gehöre die Straße...
Die Polizei badet aus, was in der Gesellschaft schief läuft, deshalb sind Kontrollen wichtig... aber man muss auch überlegen, ob nicht schon der Ansatz der Verkehrslenkung falsch ist...
solange man nicht permanent kontrolliert, wird sich nix ändern (siehe z.B. der "Parkstreifen" in der Mitte der Moislinger Allee benötigt polizeiliche "Betreuung" von morgens bis abends...)
Tim Kock
schrieb am 5.9.2025 8.21 Uhr:
Ich finde es schlimm, dass sich die Polizei dafür hergibt, diesen verkehrsplanerischen Schwachsinn durchzusetzen.
Gibt es denn bei der Polizei keine Vorgesetzten, die mal sagen "Nee, für diesen Blödsinn setze ich meine Leute nicht ein!"?
mia
schrieb am 5.9.2025 10.42 Uhr:
so sehe ich es auch, Herr Schulz. Eine durchgezogene Linie ist völlig unsinnig. In allen Großstädten klappt es, ohne große Probleme, nur hier nicht. Liegt es vielleicht daran, weil die Lübecker es in der Fahrschule nicht richtig lernen, wie man sich in einem Kreisverkehr verhält, genauso wie das Einfädeln von 2spurig auf 1spurig. In keiner anderen Stadt erlebt solche Kreisverkehre, die völlig unsinnig werden (nur noch 1, anstatt 2 Fahrspuren). Was läuft da in der Verwaltung schief?
Barny
schrieb am 5.9.2025 10.46 Uhr:
Um wirklich Sicherheit in den Kreisel zu bekommen müssen die Radfahrwege aus dem Kreisel herrausgenommen werden.
Alles andere ist Augenwischerrei!
Pinguinsteak
schrieb am 5.9.2025 13.20 Uhr:
Moin,
ich hätte das als Inspiration zu berichten, wie ich es im letzten Urlaub erlebte. In England ist es üblich, die Fahrstreifen DEUTLICH VOR Einfahrt in den Kreisverkehr mit dem gewünschten Ziel zu beschriften.
Dann ist bereits ein gutes Stück vor dem Kreisverkehr klar, welche Spur ich nutzen muss, um an mein Ziel zu kommen. Nichts gegen sinnvolle Beschilderung, aber das war mir eine enorme Hilfe.
Dann steht in weißer Schrift mindestens 2x vor Einfahrt in den Kreisverkehr z. B. P u. R oder Centre oder was auch immer. Wenn google bzw. das Navi das dann auch weiß, kann ja nicht mehr so viel schief gehen. Gegenseitige Rücksichtnahme, die hierzulande deutlich besser sein könnte, mal vorausgesetzt ;)
LG Pinguinsteak
MaBu
schrieb am 5.9.2025 13.29 Uhr:
Wie wäre es denn mit Leitplanken statt durchgezogener Striche? So MUSS man auf seiner Spur bleiben.
Rainer
schrieb am 5.9.2025 13.39 Uhr:
Vielleicht steigt die Verkehrssicherheit am Kreisel noch mehr, wenn man mal wieder die Klingeln der Radfahrenden überprüft???
Tim Kock
schrieb am 5.9.2025 16.50 Uhr:
@Linda Platz
Wofür ist dann Ihrer Meinung nach die linke Spur, die auf den Kreisverkehr zuläuft?
Sollte das niemand fahren?
Denn irgendwann muss ja ein Auto, dass auf so einer linken Spur in den Kreisverkehr eingefahren ist, mal rausfahren.
Logisch, oder?
Ansonsten würden man nur einspurige Kreisverkehre bauen und auch die Zufahrten nur einspurig machen.
Klar, geht auch!