Haushalt: Lübeck rutscht immer weiter ins Minus

Lübeck: Archiv - 06.09.2025, 17.50 Uhr: Nach dem ersten Quartal 2025 wurde ein Anstieg von Lübecks Haushaltsdefizit von 86,4 Millionen Euro auf 105,5 Millionen Euro erwartet. Jetzt liegt die Auswertung des zweiten Quartals vor und das Minus wird trotz steigender Einnahmen weiter wachsen.

Eigentlich läuft es gut. Bei der Gewerbesteuer werden 3,3 Millionen Euro mehr eingenommen als erwartet. Beim Anteil der Einkommenssteuer kann Lübeck mit einer Million Euro mehr rechnen. Die Lübecker Wirtschaft mit ihren Schwerpunkten Medizintechnik und Lebensmittel ist weitgehend unabhängig von der Konjunktur. Auch beim Finanzausgleich kann Lübeck mit einer zusätzlichen Million Euro rechnen.

Das Geld reicht aber nicht. Die Senatoren haben rund 24 Millionen Euro Mehrbedarf für ihre Fachbereiche angemeldet. Das sind noch einmal 3,3 Millionen Euro mehr als im ersten Quartal nachgemeldet wurden. Details nennt der Bürgermeister in seinem Bericht nicht. Weiterhin sei die Kindertagesbetreuung mit zusätzlichen 13,3 Millionen Euro der größte Posten. Auch der Zinsaufwand sei um 4,8 Millionen Euro gestiegen.

Die Einsparbeschlüsse für den Haushalt sind umgesetzt oder in Arbeit. So ist das Eintrittsgeld für Rathausführungen von vier auf 7,50 Euro gestiegen, Projekte wie die "Aerobisierung Lohmühle" und "Wandmalerei-Datenbank" sind gestrichen.

Bei den Investitionen wurde die "Instandsetzung Obere Lachswehrbrücke" auf Eis gelegt. Weitere Projekte wie die Planungen zum Neubau der Sandbergbrücke und der Karlstraßenbrücke sind aufgrund von Personalmangel zurzeit ohnehin nicht umsetzbar.

Der Quartalsbericht zum Haushalt ist unter www.luebeck.de veröffentlicht.

Trotz steigender Einnahmen: Lübecks Haushaltsloch wird immer größer.

Trotz steigender Einnahmen: Lübecks Haushaltsloch wird immer größer.


Text-Nummer: 174857   Autor: VG   vom 06.09.2025 um 17.50 Uhr

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