Grüne erfreut: Mehr Fahrrad und Öffis, weniger Autoverkehr
Lübeck: Archiv - 12.09.2025, 11.53 Uhr: Alle paar Jahre werden in Mobilitätsbefragungen Daten zur Verkehrsnutzung in deutschen Städten erhoben. Darüber berichten die Lübecker Grünen in einer Mitteilung. „Die aktuell veröffentlichten Zahlen weisen für Lübeck eine deutlich höhere Nutzung für Fahrrad und ÖPNV und einen Rückgang des Autos aus“, so die Grünen. Die Partei zeigt sich erfreut über die neuen Daten.Wir veröffentlichen die Mitteilung der Grünen im Wortlaut:
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Im Vergleich zu 2018 ist der Anteil des ÖPNV um 3 % auf 14 %, der Anteil des Fahrrads um 5 % auf 26 % gestiegen, während die Zahlen für den motorisierten Individualverkehr um 6 % und beim Fußverkehr um 3 % zurückgingen. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion reagiert sehr erfreut auf diese Zahlen, die zeigen, dass Lübeck auf dem richtigen Weg ist, aber bei der Verkehrswende noch Tempo zulegen und Potenziale besser nutzen muss.
Arne-Matz Ramcke, verkehrspolitischer Sprecher, erklärt dazu: „Ein klarer Trend zum Fahrrad, der Rückgang des Anteils beim motorisierten Individualverkehr bei tendenziell steigenden Zulassungszahlen und steigende Zahlen beim öffentlichen Nahverkehr. Die aktuellen Daten aus der Mobilitätsbefragung sind äußerst positiv und zeigen, dass wir mehr Menschen für das ÖPNV-Angebot gewinnen konnten, und bestätigen unsere grüne Verkehrspolitik.
Ein Faktor für den gestiegenen Verkehrsanteil im ÖPNV war hierbei sicherlich das Deutschlandticket, für das wir uns sehr eingesetzt haben und das ein absoluter Erfolg war. Darüber hinaus wird sich das 2024 von der Bürgerschaft beschlossene Ausbauprogramm für den Busverkehr positiv auf die Nutzungszahlen auswirken. Die Hansestadt Lübeck kann das im Masterplan Klimaschutz festgelegte Ziel, den ÖPNV-Anteil am Modal Split auf 20 % zu steigern, nur mit einem Straßenbahnsystem erreichen – auch weil die volkswirtschaftlichen Vorteile klar belegt sind.
Während die Nutzungszahlen für Fahrrad und ÖPNV gestiegen sind, ist der Anteil des motorisierten Individualverkehrs gleichzeitig von 43 % auf 37 % gesunken.
Zwar kommen wir den, im Verkehrsentwicklungsplan festgeschriebenen Zahlen für 2040 von 30 % für den Kraftfahrzeug-Verkehr und 70 % für den Umweltverbund (Fahrrad, ÖPNV und zu Fuß zusammen) immer näher, allerdings wissen wir längst, dass diese Zahlen nicht ausreichen werden, um die Klimaziele zu erreichen.“
Sascha Peukert, Mitglied im Bauausschuss ergänzt: „Aus den Zahlen ist ein klarer Trend hin zum Radverkehr erkennbar. Wurden 2018 noch für 21 % der Wege das Rad genutzt, so sind es 2024 bereits 26 % gewesen. Das sind sehr erfreuliche Zahlen, erst recht, wenn man bedenkt, dass die Stadt gar nicht so viel für den Radverkehr geleistet hat und regelmäßig beim Fahrradklimatest schlecht abschneidet.
Aber daran sieht man, wie viel Potenzial hier schlummert. Die Lübecker wollen das Fahrrad nutzen und würden dies auch noch viel häufiger tun, wenn die Rahmenbedingungen besser wären. Das deckt sich auch mit dem öffentlichen Workshop, den die Stadtverwaltung zur Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplans veranstaltet hat. Dort haben alle Teilnehmergruppen sehr bewusst dem Radverkehr mehr Flächen und Qualität eingeräumt. Hier gilt es also anzusetzen und diesen Schwung zu nutzen. Wenn immer mehr Lübecker das Fahrrad nutzen wollen, ist es nur gerecht, diesem Nutzungsverhalten als Stadt auch entgegenzukommen.
Der Baubeginn des Radschnellwegs an der Ratzeburger Allee ist ein Anfang, weitere Strecken müssen nun aber schnell in die Umsetzung kommen. Das Projekt „Fahrradstraße Altstadt“ wurde bereits 2019 als kurzfristige Maßnahme beschlossen, passiert ist jedoch noch nicht viel. Ebenso gibt es an den gefährlichsten Orten, dem Lindenteller und der Puppenbrücke, noch keine entscheidenden Veränderungen und auch die schon 2013 (!) beschlossenen Velorouten gibt es immer noch nicht. Das muss sich zügig ändern.
Mit einem konsequenten Ausbau der Radinfrastruktur und des ÖPNV lässt sich der Anteil des Umweltverbundes in den kommenden Jahren steigern und wir nähern uns langsam den selbstgesteckten Zielen.“
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Im Vergleich zu 2018 ist der Anteil des ÖPNV um 3 % auf 14 %, der Anteil des Fahrrads um 5 % auf 26 % gestiegen, während die Zahlen für den motorisierten Individualverkehr um 6 % und beim Fußverkehr um 3 % zurückgingen. Foto: Archiv/HN
Text-Nummer: 174972 Autor: Grüne/red. vom 12.09.2025 um 11.53 Uhr
