Travemünde hat keinen Platz für die Jugend
Lübeck - Travemünde: Archiv - 15.09.2025, 19.01 Uhr: Auf einem Pumptrack können Kinder und Jugendliche wahlweise auf Fahrrädern oder Inlinern durch die Kurven sausen. Klar, dass so eine Kurvenbahn gut ankommt bei der Jugend. Das Seebad Travemünde verfügt seit Jahren über so eine begehrte Bahn. Allerdings: Niemand will sie wirklich haben.Der wenig bekannte mobile Pumptrack wurde vor Jahren auf Initiative des damaligen Schulleiters Michael Cordes angeschafft. Darüber berichtete jetzt seine Nachfolgerin Nicole Panten, Schulleiterin der Stadtschule Travemünde, im Ortsrat. Es klang ein wenig wie ein Hilferuf.
Anlage sollte an verschiedenen Standorten stehen
Die teure Anlage wurde vor Jahren mit Spendengeldern angeschafft und sollte für die Travemünder Jugend sein. Die Anschaffung fand in Kooperation mit dem Haus der Jugend Travemünde und den Travemünder Schulen statt. „Das ist ein cooles Ding“, versicherte Schulleiterin Panten. „Die Kinder mögen es“. Der Plan war, dass die Anlage immer mal woanders hinkommt. Was schon einen knappen Tag Arbeit bedeutet, denn die schweren Einzelteile müssen transportiert und vor Ort wieder verschraubt werden. Mal erledigten das Helfer vom Haus der Jugend, mal Eltern der Schulen. Auch auf dem Parkplatz des Travemünder Sportvereins (TSV) stand die Anlage, in Teilen, für eine kurze Zeit.
Niemand will den Pumptrack auf Dauer
„Die Schule am Meer ist nicht mehr interessiert“, berichtete Nicole Panten jetzt im Ortsrat. Der Pumptrack stand dort auf dem Grandplatz, versank bei Regen schon mal im Wasser und wurde offenbar nur wenig genutzt. Das Haus der Jugend, berichtete die Rektorin, könne die Anlage aus bekannten Gründen nicht mehr aufbauen. Dafür ist der Baggersand inzwischen zu dicht bebaut. Bleibt nur noch die Stadtschule: „Und wir wollen den nicht das ganze Jahr über bei uns stehen haben“, so die Schulleiterin.
Pumptrack im Orkneypark?
Da die Schule an sich kein Eigentum hat, gehört der Pumptrack formal der Stadt, aber von seiner Bestimmung her auch Travemünde. So entstand die Idee, ihn dauerhaft im Seebad aufzustellen. „Ich war mit Herrn Kirchhoff und auch Vertretern der Stadt schon mal oben am Orkneypark, weil wir da die Idee hatten, das dort für immer aufbauen zu können“, berichtete Nicole Panten. Aber: „Das liegt still“, sagte die Schulleiterin am Donnerstag (11.09.2025) im Ortsrat. „Also ich bin da mittlerweile alleine machtlos.“
Verliert Travemünde die Anlage?
„Wir teilen es uns gerade mit der Gemeinde Stockelsdorf“, berichtete Schulleiterin Panten. „Weil wir nicht wussten, wohin damit.“ Die Schule hätte auch keine Lagermöglichkeiten. In Stockelsdorf freute man sich über die Attraktion. Die Anlage steht seit Mitte Juli 2025 auf dem Grandplatz an der Sportanlage in Dissau (Wir berichteten). Dem Vernehmen nach gibt es aus anderen Lübecker Stadtteilen schon Begehrlichkeiten, was die teure Anlage betrifft. So könnte es gut sein, dass das Seebad, nach jahrelangem, letztlich vergeblichem Kampf um einen neuen Skatepark, auch noch seinen Pumptrack verliert.

Für kurze Zeit stand der Pumptrack auch auf dem Parkplatz des Travemünder Sportvereins. Inzwischen wurde er aus Mangel an Platz und Lagermöglichkeiten an die Gemeinde Stockelsdorf ausgeliehen. Foto: Helge Normann
Text-Nummer: 174982 Autor: Helge Normann vom 15.09.2025 um 19.01 Uhr
