Mühlentorbrücke wird für Busse und schwere Fahrzeuge gesperrt
Lübeck - Innenstadt: Archiv - 16.09.2025, 09.30 Uhr: Aufgrund des schlechten Zustands der Brücke haben der Brückenbau der Hansestadt Lübeck, die Stadtwerke Lübeck Mobil und der Aufgabenträger für den öffentlichen Nahverkehr vereinbart, die Mühlentorbrücke ab dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 für den Busverkehr zu sperren. Auch alle anderen Fahrzeuge, die schwerer als 3,5 Tonnen sind, dürfen dann die Brücke nicht mehr nutzen. Die Stadtverwaltung wird die Gewerbetreibenden vor Beginn der Sperrung gesondert informieren."Die geplanten Umleitungen sind das Ergebnis intensiver Abstimmungen und umfangreicher Prüfungen möglicher Alternativen", so die Stadtverwaltung. "Dabei stand im Vordergrund, die Auswirkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Fahrtzeitverlängerungen und ein Entfall von Haltestellen sollen weitestgehend vermieden und die Takte (Lübeck-Takt) der wichtigsten Linien beibehalten werden. Auch die Anbindung der Mühlenstraße bleibt weiterhin bestehen."
Für die künftige Linienführung werden zwei Umleitungswege eingerichtet:
• Die Linie 7 fährt künftig über Mühlenstraße – Wallstraße – Possehlstraße und setzt ihre Fahrt Richtung Genin fort.
• Alle übrigen betroffenen Linien werden über die Wahmstraße, die Rehderbrücke und die Hüxtertorallee geführt.
Der Linienweg über die Mühlenstraße ist für die Linien in Richtung Kronsforder Allee und Ratzeburger Allee zu umständlich. Diese Lösung bedeutet jedoch auch, dass die Wahmstraße stark belastet wird – insbesondere, solange die Beckergrube gleichzeitig gesperrt ist: Mit der Fahrplanänderung werden künftig rund 71 Busse pro Stunde die Straße passieren. Andere Varianten – etwa eine großräumigere Umleitung über die Wallstraße oder eine Verschwenkung einzelner Linien – hätten entweder deutliche Fahrtzeitverlängerungen bedeutet, wichtige Haltestellen von der Innenstadtanbindung abgeschnitten oder wären mit erheblichen Mehrkosten verbunden gewesen.
Anpassungen im Liniennetz
Betroffen von größeren Anpassungen sind vornehmlich die Linien 2, 4, 8, 15 und 25. Einige der vorgesehenen Anpassungen sollen unter anderem die Belastung in der Wahmstraße zumindest etwas zu verringern:
• Die Linien 15 und 25 fahren künftig nicht mehr direkt in die Innenstadt.
• Die Kurzfahrten der Linie 2 zwischen Bauernweg und Sudetenstraße entfallen. Der Abschnitt Sana-Kliniken – Sudetenstraße wird künftig durch die Linien 15 und 25 bedient.
• Die Linie 8 übernimmt Fahrten der Linie 2 bis zum Bauernweg.
• Die Linie 4 wird geteilt: Der Abschnitt zwischen Gustav-Radbruch-Platz und Heiweg wird künftig als neue Linie 41 geführt.
• Die neue Linie 41 endet temporär am Gustav-Radbruch-Platz.
"Für Fahrgäste bedeutet dies in einzelnen Bereichen, dass sie künftig umsteigen müssen, wenn sie das Stadtzentrum oder den ZOB erreichen wollen – etwa von der Sudetenstraße an den Sana-Kliniken oder vom Heiweg am Gustav-Radbruch-Platz", so die Stadt. "Betroffen sind jedoch überwiegend Linienäste mit vergleichsweise geringer Auslastung, sodass die Einschränkungen für die große Mehrheit der Fahrgäste gering bleiben."
Die neuen Fahrpläne treten am 14. Dezember 2025 in Kraft und werden voraussichtlich Anfang November 2025 veröffentlicht.
Die Mühlentorbrücke
Die Sanierung der Mühlenbrücke war ursprünglich für das Jahr 2007 geplant. Damals fehlten die finanziellen Mittel. Später kam dann der Neubau der Possehlbrücke dazwischen, die Mühlentorbrücke wurde als Umleitungsstrecke benötigt. Im Jahr 2019 kündigte die Verwaltung die Sanierung für das Jahr 2022 an. Der Termin konnte auch nicht gehalten werden. Ende vergangenen Jahres wurde ein Baubeginn von Ende 2025 angekündigt. Aktuell nennt die Stadt keine Zeitrahmen. In den vergangenen Wochen wurden bereits die Geh- und Radwege abgebaut, um die Brücke zu entlasten.

Das Drama um die marode Mühlentorbrücke geht in die nächste Runde. Foto: VG/Archiv
Text-Nummer: 175028 Autor: Presseamt/VG vom 16.09.2025 um 09.30 Uhr
