Tagestouristen geben am Tag 34,80 Euro in Lübeck aus

Lübeck: Archiv - 24.09.2025, 14.57 Uhr: „Der Tourismus ist nach wie vor einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren für die Hansestadt Lübeck“, heißt es in einer Mitteilung der „Lübeck und Travemünde Marketing GmbH“ (LTM). Das belege die aktuelle Studie des dwif (Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr), die die LTM selbst beauftragt hatte. Die Zahl der Tagesgäste ist demnach rückläufig.

Mit einem Bruttoumsatz von rund 991,7 Millionen Euro im Jahr 2024 konnte die Tourismuswirtschaft demnach erneut zulegen – ein Plus von 11 Prozent gegenüber 2022. „Besonders erfreulich: Der Beitrag zur regionalen Wertschöpfung stieg auf 457,6 Millionen Euro“, so die LTM.

Weniger Tagesgäste, weniger Arbeitsplätze
Erste Anzeichen gibt es dafür, dass das Wachstum verhaltener wird: Erstmals war laut Studie die Zahl der Tagesgäste in 2024 rückläufig und auch die Zahl der Personen, die ihren Lebensunterhalt aus dem Tourismus bestreiten, ist mit 16.782 Personen gegenüber 2022 leicht gesunken. „Weitere Faktoren - wie zum Beispiel ein angespannter Fachkräftemarkt, ein verändertes Reiseverhalten gepaart mit steigenden Preissensibilität der Gäste sowie begrenzte öffentliche Mittel und eine fehlende Förderkulisse durch Drittmittel - stellen die Tourismusexperten in Lübeck vor neue Aufgaben, die jedoch mit dem Touristischen Entwicklungskonzept (TEK 2030) bereits in den Blick genommen wurden: Mehr Qualität statt Quantität“, schreibt dazu die LTM.

Bürgermeister: Studie bestätigt und in unserem Handeln
„Die aktuelle Studie bestätigt uns in unserem Handeln und dass der Tourismus immer noch eine tragende Säule und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Lübeck und Travemünde ist“, erklärt Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck. „Unser Ziel ist ganz im Sinne unseres Touristischen Entwicklungskonzeptes 2030 nicht die permanente Steigerung der Gäste- und Übernachtungszahlen, sondern Qualität vor Quantität zu setzen, die Wertschöpfung zu steigern, die Nachhaltigkeit im Tourismus zu stärken und ein gutes Miteinander von Bürgern, Gastgebern und Gästen zu erreichen. Das ist aber nur möglich, wenn auch zukünftig in den Tourismus investiert wird. Jeder Euro lohnt sich, damit auch in Zukunft alle vom Tourismus in der Hansestadt profitieren können,“ so der Bürgermeister weiter.

Das Touristische Entwicklungskonzept
Das Touristische Entwicklungskonzept Lübeck und Travemünde 2030 (TEK 2030) wurde 2020 gemeinsam mit verschiedenen Fachbereichen der Hansestadt Lübeck entwickelt sowie einstimmig politisch beschlossen und bildet seither die Grundlage für die Tourismusentwicklung und strategische Entscheidungen der Hansestadt. Fünf Jahre später hat die LTM zusammen mit dem dwif eine Halbzeitbilanz ihrer Schlüsselrojekte gezogen. Das Ergebnis laut LTM: Viele Maßnahmen sind erfolgreich angelaufen. „Besonders deutlich zeigt sich der Fortschritt in den Bereichen Markenmanagement und Produktentwicklung, Tourismus im Dialog, Green Meetings im MICE-Management, PopUp.Stadtkultur und Seebad Kultur. Auch Themen wie das Wassererlebnis Altstadtinsel, Lübeck.Travemünde klimafreundlich und die Digitalisierung wurden durch die Unterstützung der LTM bereits spürbar vorangebracht“, schreibt die LTM und erklärt über sich selbst: „Damit beweist die LTM: Tourismus ist weit mehr als Wirtschaftsfaktor – er steigert die Lebensqualität vor Ort und stärkt die Stadt insgesamt, selbst in Krisenzeiten.“

Zukunftspläne
Für die kommenden Jahre will die LTM ihre Rolle als Impulsgeberin und Gestalterin weiter ausbauen: vom reinen Marketing hin zur verantwortungsvollen Destinationsentwicklung. „Im Fokus stehen markenprägende Leitprodukte und Profilthemen, die Lübeck und Travemünde nachhaltig im Markt positionieren. Dafür bündelt die LTM ihre Kräfte und setzt gezielt auf ihre Stärken – mit dem Ziel, für Gäste und Einheimische gleichermaßen spürbar Wirkung zu erzielen.“

Geschäftsführer: Erfolg war nur möglich durch Drittmittelfinanzierung
„Wenn Gäste durch die Altstadt flanieren, in Cafés verweilen, in die Geschichte eintauchen oder den Blick auf das Wasser genießen, dann wird spürbar, wie sehr unsere Stadt Menschen berührt,“ betont Christian Martin Lukas, Geschäftsführer der LTM. „Dass sich dieses Gefühl auch wirtschaftlich auszahlt, freut uns doppelt – und motiviert uns, diesen Weg gemeinsam mit unseren Leistungspartnern verantwortungsvoll weiterzugehen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass der Erfolg der letzten Jahre nur möglich war, weil viele unserer Projekte drittmittelfinanziert waren – durch Stiftungen oder Landes- beziehungsweise Bundesförderungen, so zum Beispiel Übergangsweise inklusive Übergangshaus und Übergangsgarten, das Hanse-Kultur-Festival oder auch das Weihnachtswunderland.“

LTM: Wachstumsmotor trotz leichtem Rückgang bei Tagesreisen
Laut Studie zum Wirtschaftsfaktor generierte der Tagestourismus in Lübeck und Travemünde inklusive der Übernachtungen bei Verwandten und Bekannten in Privathaushalten (VFR-Segment = visit of friends and relatives) über 55 Prozent des touristischen Umsatzes und rund 83 Prozent der Aufenthaltstage. Allerdings war die Zahl der Tagesreisen leicht rückläufig (13,7 Mio. im Jahr 2024, -3,5 % gegenüber 2022), die Übernachtungen in Betrieben stiegen indes auf 3,283 Millionen – ein Plus von 15,4 Prozent (2022: 2,844 Mio. Übernachtungen). Die Ausgaben der Gäste sind im Vergleich zu 2022 sowohl im Tages- als auch im Übernachtungstourismus gestiegen.

Gewerbliche Betriebe (mit 10 oder mehr Betten) verzeichneten 2,27 Millionen Übernachtungen mit insgesamt 162,60 Euro Ausgaben pro Kopf und Tag, Privatquartiere (mit weniger als 10 Betten) 0,761 Mio. Übernachtungen mit 80,80 Euro Ausgaben pro Kopf/Tag, und Touristik- und Dauercamping inkl. Reisemobiltourismus 0,252 Mio. Übernachtungen mit 51,40 Euro Ausgaben pro Tag/Kopf. Die Tagesausgaben pro Tagesreise (inklusive VFR) betrugen 34,80 Euro.

Tourismus schafft Beschäftigung und Einkommen
Erstmals weist die Studie neben dem Einkommensäquivalent auch ein Beschäftigtenäquivalent von 13.361 Personen aus. Grundlage ist das durchschnittliche regionale Bruttoeinkommen in Lübeck. „Damit zeigt sich die reale Wirkung des Tourismus auf den Arbeitsmarkt noch deutlicher“, so die LTM.

Fast 48 Prozent des touristischen Umsatzes entfielen der Studie zufolge 2024 auf das Gastgewerbe (474,2 Millionen Euro), weitere 34,5 Prozent auf den Einzelhandel (341,7 Millionen Euro) und rund 18 Prozent auf sonstige Dienstleistungen (175,8 Millionen Euro). Die Tourismuswirtschaft trug zudem mit rund 91,8 Millionen Euro an Umsatz- und Einkommensteuer zur Finanzierung öffentlicher Haushalte bei – ganz zu schweigen von lokalen Einnahmen durch Kurtaxe, Gewerbesteuer und Co.

Aktuelle Übernachtungszahlen
Die Juli-Zahlen für Travemünde sind im Vergleich zum Vorjahresmonat rückläufig: -7,5 Prozent bei den Ankünften und -8,1 Prozent bei den Übernachtungen. Das Stadtgebiet Lübeck verzeichnete im Juli hingegen ein Plus von +5,1 Prozent bei den Ankünften und +5,9 Prozent bei den Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr. Das bedeutet für die Hansestadt Lübeck insgesamt im Juli ein leichtes Plus von +0,2 Prozent bei der Gästezahl und bei den Übernachtungen ein Minus von -1,9 Prozent. Zum Vergleich: Schleswig-Holstein erzielte im Juli +2,8 Prozent bei den Ankünften und +0,5 Prozent bei den Übernachtungen (ohne Camping). Das bundesweite Übernachtungsergebnis war im Juli rückläufig und lag bei -1,2 Prozent. Kumuliert liegt die Hansestadt Lübeck gesamt 2025 bei den Ankünften mit +2,9 Prozent und bei den Übernachtungen mit +0,2 Prozent weiterhin leicht im Plus im Vergleich zu 2024. Quelle: Statistik Nord. Die Angaben des Stat. Landesamtes Nord gelten für Betriebe ab 10 Betten und ohne Camping.

Die städtische Marketinggesellschaft LTM will ihre Rolle als Impulsgeberin und Gestalterin weiter ausbauen. Foto: Karl Erhard Vögele

Die städtische Marketinggesellschaft LTM will ihre Rolle als Impulsgeberin und Gestalterin weiter ausbauen. Foto: Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 175196   Autor: LTM/red.   vom 24.09.2025 um 14.57 Uhr

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