Sparliste: Aidshilfe Lübeck warnt vor Einschränkungen im Präventions-Angebot

Lübeck: Archiv - 24.09.2025, 14.27 Uhr: Die Aidshilfe Lübeck für sexuelle Gesundheit e. V. steht mit auf der Sparliste des Bürgermeisters Jan Lindenau und soll um 10 % gekürzt werden. „Diese Kürzung würde die Aidshilfe empfindlich treffen und sie könnte ihr Angebot nicht mehr im selben Umfang anbieten“, so die Aidshilfe.

„Aidshilfe ist längst mehr, als sich um Menschen mit HIV zu kümmern, mittlerweile besteht unserer Arbeit überwiegend aus Prävention. Unsere Kernaufgabe ist es, die Verbreitung von HIV und sexuell übertragbaren Infektionen zu verhindern“, erklärt Katjana Zunft, fachliche Leitung der Aidshilfe Lübeck. „Wir haben in den letzten Jahren gute Arbeit gemacht, wir haben Erfolgszahlen, von denen ein Wirtschaftsunternehmen nur träumen kann“, so Zunft weiter.

Die Bilanz der Aidshilfe Lübeck kann sich sehen lassen. Im Jahre 2019 waren es 260 Präventionsberatungen, im Jahr 2025 verzeichnet die Aidshilfe jetzt schon 1468 Beratungen.
„Das ist eine Prozentuale Steigerung: +464,6 % und entspricht dem 5,65-fachen als noch 2019. Die Tendenz ist weiter steigend, da wir mit dem wöchentlichen Checkpoint ein Angebot geschaffen haben, das wachsenden Zuspruch erfährt“, erklärt Till Werner vom Vorstand der Aidshilfe Lübeck. „So erfreulich die Zahlen sind, desto mehr wächst aber unsere Sorge vor den drohenden Kürzungen. Schon jetzt ist die Arbeit mit den 1,8 Stellen für Sozialarbeit nicht mehr zu schaffen und unsere Mitarbeiter sind an ihrer Belastungsgrenze angekommen“, so Till Werner weiter.

Die Aidshilfe Lübeck ist vielfältig tätig neben den Beratungen und Testungen im Moin Checkpoint bietet sie niedrigschwellige mobile Beratungen und Testangebote für Menschen mit Multiproblemlagen wie Drogengebrauchende, Obdachlose, Menschen in Wohnunterkünften und Menschen mit psychischen Erkrankungen. Es werden Präventionsschulungen in berufsbildenden Schulen und medizinischen Einrichtungen und Weiterbildungen für Multiplikatoren angeboten.

„Die Folgen der Kürzungen werden zu einer Einschränkung in dem Präventionsangebot führen“, erklärt Till Werner, „Das muss dann vonseiten der Stadt aufgefangen werden, sodass die Mehrarbeit bei den Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes eine Mehrbelastung darstellen wird, die Personell aufgefangen werden muss. Letztlich wäre es eine Milchmädchenrechnung, die Arbeit aus vorhandenen Strukturen in städtische Angebote zu verschieben. Daher appellieren wir an die Lübecker Politik, keine pauschalen Kürzungen vorzunehmen, die die Probleme nur verlagern, sondern mit uns ins Gespräch zu gehen, um sich über die Konsequenzen zu informieren“, so Till Werner abschließend.

„Die Folgen der Kürzungen werden zu einer Einschränkung im Präventionsangebot führen“, erklärt Till Werner, Vorstand der Aidshilfe Lübeck. Foto: Aidshilfe

„Die Folgen der Kürzungen werden zu einer Einschränkung im Präventionsangebot führen“, erklärt Till Werner, Vorstand der Aidshilfe Lübeck. Foto: Aidshilfe


Text-Nummer: 175198   Autor: Aidshilfe/red.   vom 24.09.2025 um 14.27 Uhr

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