Wohnungsnot: BfL fordert stärkere Nutzung des Erbbaurechts

Lübeck: Archiv: Die Bürger für Lübeck (BfL) schlagen einer Mitteilung zufolge neue Wege im Kampf gegen die Wohnungsnot ein. „Mit dem Erbbaurecht und der Nutzung von Bundes-Verkehrsflächen könnten kurzfristig und kostengünstig zusätzliche Bauflächen für dringend benötigten Wohnraum entstehen“, heißt es darin.

Wir veröffentlichen die Mitteilung der BfL im Wortlaut:

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„Wir sehen in Lübeck und der gesamten Metropolregion Hamburg, wie die Wohnungsnot immer drängender wird. Deutschlandweit fehlen nach Studien des Pestel-Instituts bis zu 700.000 Wohnungen – vor allem im bezahlbaren Segment. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung reichen nicht aus. Wir als BfL wollen neue Wege gehen und unkonventionelle Lösungen prüfen“, erklärt Lothar Möller, Vorsitzender der BfL und Mitglied der Lübecker Bürgerschaft.

Ein Vorschlag der Alfred Kuehmichel Gruppe zeigt dabei großes Potenzial: Die Bundesrepublik Deutschland ist Eigentümerin von über 17.000 Kilometern Autobahnen und 34.000 Kilometern Bundesstraßen – vielfach in attraktiver Lage und mit vorhandener Erschließung.

Durch das Erbbaurecht (Erbpacht) könnten diese Flächen für den Wohnungsbau genutzt werden, ohne dass sie in die Spekulation gelangen. Der Bund bliebe Eigentümer, während Bauherren und Investoren Planungssicherheit erhielten. Erfolgreiche Beispiele wie der „A7-Deckel“ in Hamburg zeigen, dass Überbauungen von Verkehrsflächen technisch machbar und städtebaulich sinnvoll sind.

„Mit dem Erbbaurecht schaffen wir eine Win-Win-Situation: Die Allgemeinheit behält das Eigentum an den Flächen, während gleichzeitig bezahlbarer Wohnraum entsteht. Bodenspekulation wird ausgebremst – und wir nutzen Flächen, die bislang kaum im Blick waren“, so Möller weiter.

Die BfL fordert deshalb, diese Möglichkeiten konsequent zu prüfen und auch für Lübeck in Betracht zu ziehen. „Wir werden uns in der Bürgerschaft dafür einsetzen, dass Lübeck entsprechende Initiativen unterstützt und auch auf Landes- und Bundesebene Druck macht. Der Wohnungsmangel darf nicht länger nur beklagt werden – wir brauchen konkrete, innovative Lösungen, und das Erbbaurecht ist eine davon“, betont Möller.
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Die Bürger für Lübeck (BfL) schlagen einer Mitteilung zufolge neue Wege im Kampf gegen die Wohnungsnot ein. Foto: Archiv
Die Bürger für Lübeck (BfL) schlagen einer Mitteilung zufolge neue Wege im Kampf gegen die Wohnungsnot ein. Foto: Archiv

Text-Nummer: 175236    Autor: BfL/red.    vom 26.9.2025 13.17 Uhr

Kommentare zu diesem Text (3):

Michael

schrieb am 26.9.2025 17.04 Uhr:
Erbpacht ist das Dümmste, was es im Baubereich gibt.

Investoren werden hierdurch massiv abgeschreckt.

Öffentliche Flächen zu günstigen Preisen mit Zweckbindung zum sozialen Wohnungsbau an Investoren zu veräußern wäre die Variante, die zum Wohnungsbau führen würde.

Dazu noch Entbürokratisierung und Wegfall von zahlreichen, unnötigen Gängelungen der Bauherren.

Jawoll

schrieb am 26.9.2025 19.28 Uhr:
Sehr schön das hört sich gut an es muss sich unbedingt endlich was tun ! Neue Wege müssen her so viel steht fest - und werden auch kommen. Das Alte hat sich nicht bewährt und ausgedient. (...)

Peter Schöttler

schrieb am 26.9.2025 23.03 Uhr:
Wenigstens und ausnahmsweise gibt Herr Möller zu, daß es sich nicht um seine Idee handelt. Aber wie immer hatte Herr Möller vermutlich zu viel Zeit, in der er im Web nach Möglichkeiten gesucht hat, mit denen er politisch glänzen könnte; und -wie immer- es kommt nur Unfug dabei heraus.
Beispiel A7-Deckel: Die A7 musste(!) im Zuge des 6 bis 10-spurigen Ausbaus gedeckelt werden, weil der gesetzliche Lärmschutz mit Lärmschutzwänden nicht zu erreichen war; die Gewinnung von nutzbaren Flächen spielte dabei keine Rolle.
Kosten eines Strassen-Deckels: nur mal um eine Idee eines solchen Deckels zu bekommen: eine 50 m breite Wildbrücke (eine reine Betonkonstruktion ohne technische Ausrüstung und ohne dynamische Belastung durch z. Bsp. Strassenverkehr) kostet mindestens 2 Mio. €, also rund 1000 € pro Quadratmeter noch nicht mal bebaubarer Fläche. Wie teuer wird dann ein Deckel, wenn die Oberfläche bebaubar sein soll und die Strasse darunter möglicherweise beleuchtet und belüftet werden muss? Wer trägt die Folgekosten?
Erbbaurecht: "Michael" hat es schon gesagt: das Erbbaurecht in Lübeck ist für Wohnungsbauinvestoren uninteressant, weil zu teuer, zudem erwirbt der Investor damit kein Eigentum im Gegensatz zu Kreditraten. Außerdem stellt sich die Frage: was passiert mit dem Gebäude am Ende der vereinbarten Pachtdauer?

Noch ein Satz zu den üblichen Antworten des Herrn Möller: sparen Sie sich Ihre pseudo-süffisanten und gar nicht nonchalanten Worte; nur kleine Kinder und Donald Trump glauben, mit dem letzten Wort auch Recht zu haben.