Grüne begrüßen Aktionspläne zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen

Lübeck - Innenstadt: Archiv - 26.09.2025, 13.59 Uhr: Zu den Aktionsplänen zur Umsetzung der Istanbul-Konvention und dem 2. Lübecker Aktionsplan Gleichstellung und Queer äußert sich in einer Mitteilung die gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Birte Duggen. Die Grünen begrüßen die vorgelegten Aktionspläne zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen und Förderung der Gleichstellung.

Wir veröffentlichen die Mitteilung der Grünen im Wortlaut:

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Birte Duggen: „Es ist toll, mit welchem Engagement das Frauenbüro der Stadt Lübeck gemeinsam mit verschiedensten Akteuren – von der Polizei über Unternehmen und Vereine bis hin zu Vereinigungen – diese Pläne erstellt hat. Diese Pläne beinhalten Maßnahmen, die Frauen gegen Gewalt schützen sowie Gleichstellung vorantreiben sollen, aber auch solche Maßnahmen, die die Sichtbarkeit dieser Probleme fördern.

Gewalt gegen Frauen, queere Personen und Menschen mit Behinderung nimmt in Deutschland, Europa und weltweit stetig zu. Da die betroffenen Menschen sich daraufhin zunehmend zurückziehen, wird ihre gesellschaftliche Bewegungsfreiheit und Sichtbarkeit eingeschränkt.

Dies kommt nicht von ungefähr: Misogynie, Transfeindlichkeit und auch Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung sind miteinander verwoben. Sie alle entstehen aus der Abwertung von Menschen, die nicht den engen Vorstellungen von Geschlecht, Körper oder Normalität entsprechen. All dies ist zutiefst undemokratisch und widerspricht allem, was dem Grundgesetz zugrunde liegt. Alles Begriffe, mit denen viele heutzutage nichts mehr anfangen können.

Umso wichtiger ist es, dass wir auch hier in Lübeck an Plänen arbeiten, die helfen, diese Gewalt zu bekämpfen und Gleichstellung voranzutreiben. Durch Bewusstseinsbildung und starke Öffentlichkeitsarbeit hoffe ich, dass immer mehr Menschen erkennen, dass Gewalt, egal in welcher Form, keine Privatangelegenheit ist und dass dieser Kulturkampf keiner ist, den es zu kämpfen lohnt. Ein Zurück in die Vergangenheit ist keine Option.”

Judith Balke, Mitglied der Lübecker Bürgerschaft, ergänzt: „Zu den konkreten Maßnahmen, die es jetzt umzusetzen gilt, gehören insbesondere die Einrichtung von mehr Schutzwohnungen für gewaltbetroffene Frauen sowie die Konzeptentwicklung für ein queeres Zentrum. Solche konkreten Maßnahmen bringen aber auch finanziell große Herausforderungen mit sich. Unsere Aufgabe ist es, diese Bedarfe zu benennen und gemeinsam mit Land und Bund langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Der zweite Lübecker Aktionsplan Queer zeigt sehr deutlich: Lübeck geht grundsätzlich mit gutem Beispiel voran. Wir fördern die queere Kinder- und Jugendarbeit, wir unterstützen Lübeck Pride, wir haben eine Stelle für eine Bildungsreferentin geschaffen und eines der wenigen öffentlichen Mahnmale, für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten queeren Menschen errichtet. Lübeck ist damit vielerorts ein Vorbild.

Doch dieser Bericht macht auch klar: Wir dürfen uns auf Erfolgen nicht ausruhen. Angebote für ältere queere Menschen oder für queere Familien fehlen bisher, und die Vorfälle im vergangenen Jahr haben gezeigt, dass selbst sogenannte Safe Spaces nicht immer sicher sind. Queere Menschen erleben auch heute noch Diskriminierung und Gewalt – und haben deshalb Anspruch auf besonderen Schutz, auf gleiche Teilhabe und auf die Sichtbarkeit, die ihnen zu oft verwehrt wird.

Der Aktionsplan ist deshalb kein Schlusspunkt, sondern ein Arbeitsauftrag. Ein Auftrag an Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft, queere Strukturen langfristig abzusichern, die Akteure ernst zu nehmen und die Rahmenbedingungen für eine vielfältige, diskriminierungsfreie Stadt weiterzuentwickeln. Denn klar ist: Queere Menschen gehören zu Lübeck – und Lübeck wird nur dann eine wirklich offene Stadt sein, wenn queeres Leben hier sichtbar, sicher und stark ist.“
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Diese Pläne beinhalten auch Maßnahmen, die die die Sichtbarkeit dieser Probleme fördern sollen. Foto: Archiv/HN

Diese Pläne beinhalten auch Maßnahmen, die die die Sichtbarkeit dieser Probleme fördern sollen. Foto: Archiv/HN


Text-Nummer: 175240   Autor: Grüne/red.   vom 26.09.2025 um 13.59 Uhr

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