Haushalt: SPD Frauen fordern soziale Prioritäten

Lübeck: Archiv - 28.09.2025, 12.18 Uhr: Die SPD Frauen Lübeck zeigen sich tief besorgt über den Haushaltsentwurf 2026 der Hansestadt Lübeck. Besonders die geplanten Kürzungen bei Frauenberatungsstellen und in der Kindertagespflege stoßen auf scharfe Kritik.

"Seit vielen Jahren leisten Frauenberatungsstellen in Lübeck unverzichtbare Arbeit – sie bieten Hilfe bei Gewalt, Trennung, Armut oder Diskriminierung und sind oft die erste Anlaufstelle für Frauen in Krisensituationen", so die SPD Frauen. "Die geplanten Kürzungen gefährden nicht nur konkrete Unterstützungsangebote, sondern setzen auch ein fatales Zeichen: dass der Schutz von Frauen in Not aus finanziellen Gründen zur Verhandlung steht."

Auch die Einschnitte in der Kindertagespflege sind aus Sicht der SPD Frauen nicht hinnehmbar. Die Tagespflege sei besonders wichtig für Alleinerziehende, Familien mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und Kinder mit individuellem Förderbedarf: "Wer hier spart, gefährdet die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – und trifft damit erneut vor allem Frauen."

"Wenn Betreuungsplätze wegfallen, übernehmen meist die Mütter die Verantwortung. Das bedeutet für viele: zurück in Teilzeit oder ganz aus dem Job raus", warnt Kirsten Petersohn von den SPD Frauen Lübeck. "Frauen sind ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor und tragen maßgeblich zum Familieneinkommen bei – fallen sie weg, hat das gravierende Folgen für Familien, Wirtschaft und Gesellschaft – das ist nicht vertretbar!“, so Kirsten Petersohn weiter.

Die SPD-Frauen Lübeck sehen in den Sparplänen einen besorgniserregenden gesellschaftlichen Trend: "Frauen sollen wieder verstärkt in traditionelle Rollen gedrängt werden – raus aus dem Berufsleben, zurück ins Private."

"Wir dürfen nicht zulassen, dass Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderung oder finanziell Schwächere die Hauptlast der Haushaltskonsolidierung tragen", sagt Mascha Benecke-Benbouabdellah, Co-Vorsitzende der SPD Frauen Lübeck. "Gerade diese Gruppen sind auf verlässliche, barrierefreie Strukturen angewiesen. Wird hier gespart, zahlen wir später doppelt – sozial, wirtschaftlich und menschlich. Lübeck muss auch in Krisenzeiten sozial und gerecht bleiben."

Die SPD Frauen Lübeck fordern eine "klare politische Umkehr: Haushaltskonsolidierung darf nicht auf Kosten gesellschaftlicher Errungenschaften erfolgen." Sie appellieren an die Lübecker Bürgerschaft und die Verwaltung, die Kürzungsvorschläge im sozialen Bereich zurückzunehmen und gemeinsam tragfähige Alternativen zu entwickeln.

Die SPD Frauen unterstützen den Protest gegen die Kürzungen bei Frauenberatungsstellen und Kinderbetreuung. Foto: Harald Denckmann/Archiv

Die SPD Frauen unterstützen den Protest gegen die Kürzungen bei Frauenberatungsstellen und Kinderbetreuung. Foto: Harald Denckmann/Archiv


Text-Nummer: 175260   Autor: SPD Frauen/red.   vom 28.09.2025 um 12.18 Uhr

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