Fraktionen wünschen kooperative Zusammenarbeit mit Kleingarten-Vereinen

Lübeck: Archiv: Die Verwaltung hat ein Kleingartenkonzept vorgeschlagen, in dem die Lübecker Kleingartengebiete nach Qualitätskriterien in vier Stufen einsortiert wurden. Darüber berichten CDU, Grüne und FDP in einer Mitteilung. Sie wünschen sich eine „kooperative Zusammenarbeit mit Kleingartenvereinen“.

Wir veröffentlichen die Mitteilung von CDU, Grünen und FDP im Wortlaut:

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Für Kleingartenvereine in Stufe 4 ist perspektivisch die Schließung vorgesehen, während jene in Stufe 3 Teile ihrer Flächen zukünftig für andere Nutzungen abgeben sollen.

Die Bürgerschaftsfraktionen von CDU, Grünen und FDP sehen die Herausforderungen, vor denen viele Kleingartenvereine stehen, und sind offen, wenn einzelne Vereine Flächen zurückgeben möchten. Sie lehnen es jedoch ab, städtischerseits ein Urteil über die Zukunft von Kleingartensiedlungen zu fällen, in denen Menschen sich mit viel Zeit und Geld einen Freizeitraum geschaffen und dabei auf die städtische Verlässlichkeit vertraut haben.

Hierzu erklären der Fraktionsvorsitzende der CDU Christopher Lötsch, die Sprecherin für Umwelt und Natur der Grünen Silke Mählenhoff und der umweltpolitische Sprecher der FDP Rolf Müller gemeinsam: “Über die städtischen Kleingartengebiete werden seit Jahren intensive Diskussionen geführt. Einerseits weckt der angespannte Wohnungsmarkt in Lübeck Begehrlichkeiten für zusätzliches Bauland in der Stadt. Und es sind auch in vielen Kleingartenvereinen Leerstände zu beobachten. Andererseits haben die Mitglieder in den Kleingartenvereinen viel Zeit, Geld und Herzblut in ihre Gärten investiert, stets im Vertrauen darauf, dass ihnen die Kleingartenvereine eine dauerhafte Nutzung ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund sind wir jederzeit bereit, mit Kleingartenvereinen in den Dialog zu treten, die sich eine Verkleinerung oder gar Aufgabe ihrer gepachteten Flächen wünschen. Auch in der Vergangenheit gab es immer wieder Vereine, die für solche Veränderungen auf eigenen Wunsch viel Unterstützung von der Stadt bekommen haben. Und im Gegenzug ergab sich dadurch die Möglichkeit, innerstädtische Flächen für andere Nutzungen zu gewinnen, sei es Wohnungsbau, Gewerbe oder öffentliche Grünflächen. Auch bei erkennbar größeren Leerständen oder Vermüllung in einzelnen Bereichen kann die Verwaltung mit Gesprächsangeboten auf die Vereine zugehen.

Nicht sinnvoll finden wir jedoch eine öffentliche Einstufung und Benennung von Kleingartenvereinen, für die städtischerseits eine teilweise oder gesamthafte Umnutzung ihrer Flächen vorgesehen ist. Ein solches Etikett wirkt für die betroffenen Vereine verheerend, denn potenzielle Mitglieder und Pächter werden durch die mögliche Aussicht auf baldige Aufgabe ihrer Parzelle abgeschreckt. Und auch die Verlässlichkeit der Hansestadt gegenüber bestehenden Vereinsmitgliedern wollen wir wahren, indem wir Veränderungswünsche der Vereine unterstützen, aber ansonsten deren Fortbestand nicht beeinträchtigen. Entsprechend werden wir das von der Verwaltung vorgeschlagene Kleingartenentwicklungskonzept in der Bürgerschaft ablehnen.“
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Die Politiker lehnen es ab, dass vonseiten der Stadt ein „Urteil über die Zukunft von Kleingartensiedlungen“ gefällt wird. Foto: Archiv/HN
Die Politiker lehnen es ab, dass vonseiten der Stadt ein „Urteil über die Zukunft von Kleingartensiedlungen“ gefällt wird. Foto: Archiv/HN

Text-Nummer: 175798    Autor: Grüne/red.    vom 24.10.2025 13.07 Uhr

Kommentare zu diesem Text (4):

Felicitas

schrieb am 24.10.2025 14.38 Uhr:
Nach wie vor würde mich sehr interessieren, wo man dieses Konzept einsehen kann? Auf luebeck.de und anderen Portalen ist es nicht zu finden. Die Diskussion darüber ist ein wenig sinnlos, wenn keiner das lesen kann.

Axel Flasbarth

schrieb am 24.10.2025 14.53 Uhr:
Felicitas, das Konzept finden Sie hier:

https://luebeck.de/de/rathaus/politik/pil/bi/ vo020.asp?VOLFDNR=1016269

Felicitas

schrieb am 24.10.2025 17.35 Uhr:
@Axel Flasbarth: Vielen Dank für Ihren Hinweis, mit ein paar Hürden konnte ich es nun finden :)

Peter Schöttler

schrieb am 24.10.2025 23.18 Uhr:
Vorab: der Vorschlag des Martin Walter ist so schnaps-ideeig, daß man meinen könnte, er käme von der BfL. Ich werde jetzt aber hier keinen ausführlichen Vortrag über des Grundgedankens des Schrebergartens halten. (...)

Nun aber zur Sache: Ich gebe den drei Fraktionen absolut Recht. Was aber den Kleingartenvereinen fehlt, ist Marketing. Gärtnern kann ein tolles Hobby sein.

So, was ist jetzt gerade passiert? Während des Kommentar-schreibens musste ich mal kurz weg und hatte auf dem Rück-Weg eine kleine Idee: hl-live.de könnte helfen. Die Redaktion spricht einfach mal die Vorstände der Vereine an: wie geht Gärtnern? Welche Gärten habt ihr frei? Habt ihr eine Pressemeldung für uns? Da könnte man sich auf Gegenseitigkeit helfen.