Podiums-Diskussion über das Spannungsfeld Gewalt und Politik
Lübeck - Innenstadt: Archiv - 07.11.2025, 12.48 Uhr: Am 11. November laden die drei literarischen Vereine, der Förderverein Buddenbrookhaus e. V., die Heinrich-Mann-Gesellschaft e. V. und die Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft, bereits zum dritten Mal im Format „Zeitsprünge – Standpunkte“ zur Podiumsdiskussion nach Lübeck ein.Im Zentrum des Abends steht das Spannungsfeld Gewalt und Politik. Dieser Aspekt wird im Anschluss an Heinrich Manns Roman Die Jugend des Königs Henri Quatre, der in diesem Jahr sein 90-jähriges Erscheinen feiert, auf dem Podium diskutiert. Zum Gespräch eingeladen sind die Journalistin und Nahost-Expertin Gilda Sahebi und der Politologe und ehemalige Außenpolitiker Michael Roth. Moderiert wird die Diskussion von dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Wortmann von der Universität Mannheim.
Der Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist ein jüngeres Beispiel für eine massive Gewalteruption, die sich in der Menschheitsgeschichte immer wieder ereignet hat. Auch die Kriegsverbrechen von Butscha oder der Massenmord von Srebrenica haben beispielhaft gezeigt, dass sich selbst nach dem Zivilisationsbruch des Holocaust gemeinschaftliche Gewaltausbrüche mit Vernichtungsabsicht des Gegenübers nicht haben verhindern lassen. Ungeachtet von allgemeiner Anerkennung fundamentaler Menschenrechte, unabhängig vom Entwicklungszustand von Gemeinschaften oder jahrhundertelangem friedlichem Miteinander: Die Gewalt ist nicht totzukriegen. Auch Heinrich Manns Henri Quatre schildert mit der Bartholomäusnacht ein Ereignis bestialischer Mordlust. Im Anschluss an den Text werden diese Themen in die Gegenwart geführt und folgende Fragen auf dem Podium diskutiert: Warum bleiben Gewalt und Gewaltandrohungen fester Bestandteil politischen Handelns? Kann auf Gewalt nur mit Gegengewalt reagiert werden? Können auch Freiheit und Demokratie nur mit Waffengewalt verteidigt werden? Bis heute ist es nicht gelungen, Gewalt in Kriegsform zu regulieren. Trotzdem bewerten wir Kriege zur Verteidigung gegen einen Aggressor als legitim – warum? Ist Gewalt als politisches Mittel immer ein Offenbarungseid der Diplomatie oder ist umgekehrt Pazifismus naiv?
Mit dem bereits zum dritten Mal stattfindenden Format „Zeitsprünge – Standpunkte“ verknüpfen die drei Vereine, der Förderverein Buddenbrookhaus e. V., die Heinrich-Mann-Gesellschaft e. V. und die Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft, gemeinsam mit dem Buddenbrookhaus literarische Texte der Familie Mann mit aktuellen Debatten der Gegenwart.
Der Einlass ist ab 18:00 Uhr, um 19:00 Uhr beginnt die Veranstaltung. Vor und nach der Podiumsdiskussion besteht die Möglichkeit, sich bei einem Getränk und Brezeln über die Arbeit der drei Vereine zu informieren und ins Gespräch zu kommen.
Auszüge aus dem Roman liest der Schauspieler Michael Fuchs (Theater Lübeck). Veranstaltungsort ist die Aula des Katharineums zu Lübeck, Königstraße 27–31. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung auf der Internetseite des Buddenbrookhauses wird gebeten.

Der ehemalige Außenpolitiker Michael Roth. Foto: Privat
Text-Nummer: 175866 Autor: Veranstalter/red. vom 07.11.2025 um 12.48 Uhr
