Mehr als 40 Veranstaltungen zur Erinnerungs-Kultur in Lübeck

Lübeck: Archiv: Alljährlich bringt im November und Dezember die „Zeit des Erinnerns“ in Lübeck zahlreiche Menschen zusammen, um gemeinsam der Opfer von Gewalt und Verfolgung im 20. Jahrhundert zu gedenken. Auch in diesem Jahr beteiligen sich zahlreiche Vereine, Kirchen, Museen und Gedenkstätten mit Veranstaltungen. Kultursenatorin Monika Frank betont: „Das Programm der ‚Zeit des Erinnerns‘ macht erneut das große Engagement in der Erinnerungskultur in Lübeck eindrucksvoll sichtbar.“

Die über 40 Veranstaltungen bilden die Vielfalt der Erinnerungskultur in Lübeck ab. Im gesamten Stadtgebiet wird sich aktiv mit der Erinnerung an unsere Vergangenheit auseinandergesetzt. So zeigt etwa ein Rundgang in Kücknitz die noch vorhandenen Spuren des Nationalsozialismus im Stadtteil auf. Verschiedene Stadtrundgänge werfen einen Blick auf die Kolonialgeschichte Lübecks oder auf den Widerstand gegen den Nationalsozialismus aus den Kreisen der Arbeiterbewegung.

Die US-amerikanische Historikerin Dagmar Herzog gibt in ihrem Vortrag „Eugenische Fantasmen“ Einblicke in die Vor- und Nachgeschichte der Euthanasie-Morde in Deutschland. Mit Eva Szepesi erzählt zudem eine Überlebende des Holocaust in einem Zeitzeugengespräch ihre Lebensgeschichte. Den Lübecker Märtyrern widmen sich in diesem Jahr unter anderem eine Sonderausstellung, ein Vortrag zu aktuellen Forschungsergebnissen oder ein Werkstattgespräch zu einer Graphic Novel. Die Taschenoper führt mit „Der Kaiser von Atlantis“ eine Kammeroper auf, die im KZ Theresienstadt komponiert wurde.

„Die Veranstaltungen der Zeit des Erinnerns eröffnen uns Räume, in denen wir gemeinsam darüber ins Gespräch kommen, was Erinnerung für unsere Gegenwart bedeutet und welche Verantwortung wir daraus für unser demokratisches Zusammenleben übernehmen“, so Kultursenatorin Monika Frank.

Das gedruckte Programmheft zur „Zeit des Erinnerns“ liegt im Rathaus, im Kulturbüro, in der Stadtbibliothek und in den Stadtteilbibliotheken sowie in allen teilnehmenden Kirchen und Kultureinrichtungen aus. Die Online-Version des Programmhefts und weitere Informationen sind abrufbar unter www.luebeck.de.
Unter dem Leitmotiv „Lübeck erinnert – um Demokratie zu leben“ arbeitet die Koordinationsstelle Erinnerungskultur an der Neuaufstellung und Stärkung der Lübecker Erinnerungslandschaft. Foto: Dr. Jan Zimmermann
Unter dem Leitmotiv „Lübeck erinnert – um Demokratie zu leben“ arbeitet die Koordinationsstelle Erinnerungskultur an der Neuaufstellung und Stärkung der Lübecker Erinnerungslandschaft. Foto: Dr. Jan Zimmermann

Text-Nummer: 175884    Autor: Presseamt/red.    vom 29.10.2025 14.17 Uhr

Kommentare zu diesem Text (1):

Martin Walter

schrieb am 29.10.2025 14.48 Uhr:
Diese Erinnerungskultur ist wirklich wichtig und hervorzuheben.
Es darf niemals vergessen werden mit welchen Methoden damals eine gigantische Menge Menschen verfolgt, gejagt, verschleppt und vernichtet wurde.
So etwas darf auf dieser Welt nie wieder passieren.
Wehret den Anfängen.
Es ist so wichtig auch der Jugend diese Verbrechen zu vermitteln. Auch all jenen, die nicht ihre Kindheit in unserer Kultur verbracht haben und nicht in Schulen und Universitäten mit diesem Thema konfrontiert wurden. es kann über Krieg und Vernichtung keine zwei Meinungen geben.
Manche Menschen verstehen bis heute nicht, welche Schrecken in diesem Land stattfanden und worin die Gründe dafür lagen. Geschichtliche Bildung ist so wichtig, um aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen. Leider sind viele junge Menschen und auch Menschen mit Hintergrund außerhalb Deutschlands viel zu wenig sensibilisiert und beginnen Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Aufklärung und Information sind nicht nur hilfreich, sondern Bedingung für ein friedliches Zusammenleben in diesem Land.
Trotzdem ist es notwendig gewappnet zu sein um nicht hilflos dastehen zu müssen. Die andere Wange hinzuhalten, wenn eine getroffen wurde ist keine Lösung, wenn man nicht ewig unterlegen sein möchte.