Rossinis Petite Messe Solennelle in St. Aegidien

Lübeck - Innenstadt: Archiv - 10.10.2025, 14.12 Uhr: Am Samstag, 15. November 2025, um 19:30 Uhr, wird der Lübecker Bach-Chor unter der Leitung von Kirchenmusiker Eckhard Bürger die „Petite Messe Solennelle“ von Gioachino Rossini in St. Aegidien aufführen. Der Chor wirkt gemeinsam mit Mitgliedern der Lübecker Philharmoniker und den Solisten Andrea Stadel (Sopran), Juliane Sandberger (Alt), Tobias Hunger (Tenor) und Robin Frindt (Bass).

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Andrea Stadel (Sopran)

Dieses Werk des äußerst erfolgreichen Opernkomponisten entstand 1863, Rossini war 71 Jahre alt. Der Titel deutet auf die ausführliche Vertonung des Mess-Ordinariums hin: Kyrie – Gloria – Credo – Sanctus – Benedictus – Agnus Dei. Ein „Preludio religioso“ und „O salutais“ fügte Rossini ein. Mit einem Augenzwinkern erläutert er das Wort „Petite“: „Lieber Gott. Hier ist sie, die arme kleine Messe … Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“, so schreibt er am Ende des „Agnus Dei“ in einer Art ironischer Widmung.

Der eher leichtfüßige musikalische Stil ist in Anbetracht des ehrwürdigen Textes bisweilen kritisiert worden, aber Rossini war in der Leichtigkeit auf seine Weise ernsthaft: „Es war ihm ernst, aber sein Ernst war eben Heiterkeit aus einem durch und durch liebenswürdigen Gemüt“, führt im Jahre 1872 A. W. Ambros aus. Papst Pius X. kritisierte später eine Profanisierung der Kirchenmusik.

Rossini schrieb die Messe im Auftrag seines adeligen Freundes Michel-Frédéric Pillet-Will (1805–1871) zur Einweihung einer privaten Kapelle. Die originale Besetzung für 4 Singstimmen sowie 2 Klaviere und Harmonium erklärt sich aus diesem Anlass, sie war zu dieser Zeit in Paris nicht ungewöhnlich. Rossini selbst hat wenige Jahre später aber das Werk für großes Orchester bearbeitet. Die Komposition mag gegen Ende seines produktiven Komponistenlebens auch einen persönlichen Bekenntnis-Charakter gehabt haben.

Neben unzähligen wunderbaren melodischen und harmonischen Einfällen zeigen die beiden großen Fugen für Chor und Orchester („Cum sancto spiritu“ und „Et vitam venturi saeculi“) eine hohe kontrapunktische Kunst. Vielleicht hatte er im Alter ein intensiveres Verhältnis zu den Werken Johann Sebastian Bachs aufgebaut: Jeder Band der neu erscheinenden Gesamtausgabe von Bachs Werken jedenfalls brachte für Rossini einen „Tag unvergleichbarer Freude“. Er schreibt zu seiner Arbeit an der Messe: „Ich habe mit Dissonanzen nicht gespart, aber ich habe auch etwas Zucker verwendet.“ Dieser findet sich gewiss in den Belcanto-Arien der Solisten, zum Beispiel im „Domine Deus“ (Tenor) und „Quoniam“ (Bass).

Die Messe wurde von der Presse und Öffentlichkeit sehr positiv aufgenommen, sie wurde erst nach Rossinis Tod gedruckt.

Der Eintritt beträgt Eintritt: 32,- 23,- 15,- Euro (23,- 15,- 9,- Euro ermäßigt) zuzüglich Vorverkaufsgebühren, Kinder bis 12 Jahre 6,- Euro, der Vorverkauf findet statt an den bekannten Stellen und unter www.luebecker-bachchor.de.

Der Lübecker Bach-Chor gestaltet sein nächstes großes Konzert in St. Aegidien am Samstag, dem 15. November 2025. Fotos: Veranstalter

Der Lübecker Bach-Chor gestaltet sein nächstes großes Konzert in St. Aegidien am Samstag, dem 15. November 2025. Fotos: Veranstalter


Text-Nummer: 175892   Autor: Veranstalter/red.   vom 10.10.2025 um 14.12 Uhr

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