DUH: Lübeck ist feindlich zu Fußgängern

Lübeck: Archiv - 05.11.2025, 10.08 Uhr: Der Verein Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat bei 105 Städten nach ihrem Umgang mit den Gehwegparkern nachgefragt. "Lübeck zählt zu den bundesweit fußverkehrsfeindlichsten Städten", so das Ergebnis, das am Mittwoch veröffentlicht wurde.

"Nur 33 der 105 befragten Städte geben an, Falschparken auf Gehwegen grundsätzlich nicht zu akzeptieren", so der Verein. "Dabei ist das Parken auf Gehwegen verboten und gefährlich – Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen werden dadurch oft auf die Fahrbahn gedrängt."

Ein besonders negatives Beispiel sei Lübeck. "Die Stadt gibt zwar an, in einigen Gebieten illegales Gehwegparken grundsätzlich nicht zu dulden", so die Deutsche Umwelthilfe. "Allerdings wird das verbotswidrige Parken auf Gehwegen laut Auskunft 'im Bereich historisch gewachsener Parkordnungen' bis zu einer verbleibenden Restgehwegbreite von nur 90 Zentimetern toleriert. Dabei ist es selbsterklärtes Ziel, dass „gefahrloses Passieren auch für Menschen mit Kinderwagen oder Rollstühlen möglich“ sein soll, was allerdings bei derart geringen Restgehwegbreiten vollkommen ausgeschlossen ist."

Nicht berücksichtigt in der Abfrage sind allerdings die bereits durchgeführten oder geplanten Änderungen. Seit Jahren reduziert Lübeck schrittweise die Bereiche, an denen das Gehwegparken geduldet wird.

Laut technischen Regelwerken muss ein Gehweg im Regelfall mindestens 2,50 Meter breit sein, so der Verein. Er hält das Tolerieren der Ordnungswidrigkeiten für rechtswidrig und fordert ein konsequentes Abschleppen der Autos.

Die Deutsche Umwelthilfe e. V. kritisiert, dass Lübeck an vielen Stellen das Gehwegparken noch duldet. Foto: VG

Die Deutsche Umwelthilfe e. V. kritisiert, dass Lübeck an vielen Stellen das Gehwegparken noch duldet. Foto: VG


Text-Nummer: 175995   Autor: DUH/VG   vom 05.11.2025 um 10.08 Uhr

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