BfL: Lübeck im finanziellen Dauerstress
Lübeck: Die Bürger für Lübeck (BfL) zeigen sich einer Mitteilung zufolge besorgt über die weiterhin hohen Kassenkredite der Hansestadt Lübeck. Nach Angaben der Stadtverwaltung belaufe sich der genehmigte Höchstbetrag in der Haushaltssatzung auf 495 Millionen Euro, „der tatsächliche Bestand lag zum 30. September 2025 bei 263,8 Millionen Euro“, so die BfL. Lübeck sei „im finanziellen Dauerstress“.Wir veröffentlichen die Mitteilung der BfL im Wortlaut:
„Diese Zahlen machen deutlich, dass Lübeck seit Jahren mit erheblichen Liquiditätsengpässen zu kämpfen hat“, erklärt Lothar Möller, Vorsitzender der BfL. „Kassenkredite in dieser Größenordnung sind längst kein kurzfristiges Steuerungsinstrument mehr, sondern Ausdruck einer strukturellen Unterfinanzierung des städtischen Haushalts.“
Wie der Bereich Haushalt und Steuerung mitteilt, werden die Kassenkredite eingesetzt, um laufende Aufwendungen – etwa Sozialausgaben, Gehälter und Rechnungen – zu finanzieren. Nach § 87 der Gemeindeordnung Schleswig-Holstein ist dies rechtlich zulässig, wenn die Kommune über keine ausreichende Liquidität verfügt.
Für die BfL ist das dennoch ein Alarmsignal: „Wenn eine Stadt dauerhaft Hunderte Millionen Euro an Kassenkrediten braucht, um den täglichen Betrieb aufrechtzuerhalten, dann ist das kein Liquiditätsproblem mehr – sondern ein strukturelles Haushaltsdefizit.“
Während in einigen Bundesländern Programme laufen, um Kommunen bei der Entlastung von Kassenkrediten zu unterstützen, fehlt in Schleswig-Holstein bislang eine solche Regelung. Auch eine bundesweite Lösung, die im Koalitionsvertrag angekündigt wurde, ist bisher nicht umgesetzt.
„Lübeck braucht endlich ein tragfähiges Finanzierungskonzept, statt sich Jahr für Jahr mit kurzfristigen Krediten über Wasser zu halten“, fordert Möller. „Ohne politische Prioritäten, realistische Haushaltsplanung und Unterstützung des Landes bleibt die Stadt in einem Teufelskreis aus Liquiditätskrediten und steigender Zinslast gefangen.“
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Die BfL spricht von einem „strukturellen Haushaltsdefizit“ der Stadt. Foto: Archiv
Text-Nummer: 176048 Autor: BfL/red. vom 07.11.2025 um 13.17 Uhr
