Skulpturen aus Sand zum Anfassen
Lübeck - Travemünde: Am Sonntag endete die Sandskulpturenausstellung in Travemünde für dieses Jahr. Am letzten Tag waren blinde und sehbehinderte Menschen eingeladen, die vergänglichen Kunstwerke zu ertasten.
Es ist immer wieder erstaunlich, was internationale Künstler zauberten – dieses Jahr kamen sie aus 16 Ländern. Aus 10 000 Kubikmetern Sand entstanden unter ihren künstlerischen Händen über 100 Skulpturen aus der Zirkuswelt. Es gab niemanden, der nicht von Clowns, Elefanten, Akrobaten und vielen anderen Künstlern in der Manege verzaubert gewesen wäre.

Am letzten Tag der Ausstellung lag eine der größten Freuden des Jahres bei den über 30 Blinden und Sehbehinderten, für die dieser Besuch vom Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein e. V. für diese Besichtigung organisiert wurde. Sie konnten alle Figuren auf ihre ganz besondere Art und Weise „sehen“. Ihre Begleiter wurden nicht müde, zu beschreiben, wo sich deren Hände befanden und was sie berührten. Hierzu wurden die Begrenzungsseile abgesenkt, die normalerweise die Besucher vor dem Betreten schützen.

So konnten die Blinden und Sehbehinderten ganz nah herantreten und die Figuren abtasten. Ganz leise hörte man die Betreuer sagen: „Hier ist der Mund, die Nase, der Bauch und bei den Elefanten die großen Ohren“.

Knapp 100.000 Besucher kamen in diesem Jahr, wenn die Veranstaltung am Sonntagabend endet, war von der Veranstaltungsleitung zu hören. Nächstes Jahr geht es weiter – so viel steht schon fest – aber das Thema ist wie immer noch in Arbeit. Lassen wir uns überraschen, was uns im nächsten Jahr erfreuen wird.

Am letzten Tag der Ausstellung konnten Blinde und Sehbehinderte die Kunstwerke ertasten. Fotos: Karl Erhard Vögele
Text-Nummer: 176077 Autor: KEV vom 09.11.2025 um 16.32 Uhr
