Kein Teer: Promenaden-Rundlauf noch bis Jahresende gesperrt
Lübeck - Travemünde: Angler und Spaziergänger schätzen die Wegstrecke von der Autofähre zum Passathafen, den sogenannten „Kohlenhofkai“. Sie ist teil des vielbeworbenen Travemünder "Promenadenrundlaufs". Man geht dort direkt an der Trave entlang, die Schiffe ziehen vorbei, auf der anderen Seite des Flusses sieht man die Vorderreihe. Doch dem Flanieren ist es seit mehr als einem Jahr nichts, ein Bauzaun versperrt den Weg. Die Spundwand ist zwar fertig, aber offenbar gibt es einen Lieferengpass beim Asphalt.Die Spundwand entlang des Kohlenhofkais auf dem Priwall musste auf einer Länge von rund 185 Metern erneuert werden. Dringend. Dafür wurde der Kohlenhof, man kann ihn mit gutem Willen Promenade nennen, von September 2024 an gesperrt. Mit einem großen Bauzaun kurz hinter der Bunkerstation. „Bei einer voraussichtlichen Bauzeit von sechs Monaten sollen die Arbeiten im Frühjahr 2025 abgeschlossen sein“, teilte die Verwaltung damals mit (Wir berichteten). Es dauerte dann länger als geplant und wurde auch teurer als geplant, aber inzwischen ist die Spundwand fertig. Was blieb, war der Bauzaun.
Die knappen 200 Meter sind teil des von Touristikern viel beworbenen "Promenadenrundlaufs": Touristen sollen durch die Einkaufsstraße Vorderreihe flanieren, dann mit der Fähre zumm Priwall, über die Kohlenhof-Promenade und durch die Ferienanlage "Beach-Bay" gehen und am anderen Ende mit der Fähre zurück. Dem Rundlauf steht allerdings seit mehr als einem Jahr der Bauzaun im Weg.
Die Baustelle ist verschwunden, aber der Bauzaun ist geblieben, denn der Weg für die Fußgänger muss erst noch wieder hergestellt werden. Zwar ist das ursprüngliche Projekt eines attraktivierten Uferweges mit großzügigen Treppenanlagen und Wegedecken in drei Farbabstufungen aus Geldmangel geplatzt (Wir berichteten), doch selbst die Erneuerung der schlichten Asphaltdecke bereitet Schwierigkeiten. Christian Wölbeling, Vorsitzender der Gemeinschaft der Priwallbewohner, hat sich erkundigt. Die Asphaltdecke fehle, weil es eine „Asphalt-Shortage“ gebe, wie Wölbeling am Donnerstag im Ortsrat erklärte. Offenbar gibt es Lieferengpässe bei dem Baustoff. Doch bis Ende des Jahres werde der Bauzaun wohl wegkommen, machte der Priwall-Vorsitzende Spaziergängern Hoffnung.
Und so völlig ohne Attraktionen will man diesen Abschnitt des touristisch vielbeworbenen „Promenadenrundlaufs“ wohl auch nicht lassen. Christian Wölbeling deutete im Ortsrat an, wie eine „kleine Lösung“ aussehen könnte. Das Gelände am Weg müsse ja renaturiert werden. Es werde an einen Boule-Platz gedacht. Mit ein paar Bänken drumrum, und ein bisschen Rasen. Fertig.
(Anmerkung: „Teer“ ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für Asphalt, obwohl die beiden Baustoffe natürlich unterschiedlich sind und Teer heute nicht mehr verwendet wird.)

Weil Asphalt fehlt, ist der Weg am Wasser auf dem Priwall noch gesperrt. Doch bis Jahresende soll der Bauzaun wegkommen. Foto: Helge Normann
Text-Nummer: 176194 Autor: Helge Normann vom 14.11.2025 um 09.56 Uhr
