Mercedes-Benz Niederlassung Lübeck: Beschäftigte fordern faire Lösungen nach

Lübeck - St. Lorenz Nord: Die „IG Metall Küste“ fordert eine Tarifbindung für die Mercedes-Benz-Niederlassung Lübeck. „Die Beschäftigten haben heute ein klares Zeichen gesetzt: Wir wollen keine Konfrontation, sondern Lösungen“, so Gewerkschaftssekretär Sven Kronfeld in einer Mitteilung zur „Aktiven Mittagspause“ am 14. November 2025.

Mit einer „aktiven Mittagspause“ haben die Beschäftigten der Mercedes-Benz Niederlassung Lübeck „ein klares Signal an den Erwerber Süverkrüp-Brinkmann und an Mercedes-Benz gesendet“, so die Gewerkschaft. Und zwar: „Wir erwarten Verhandlungen und Lösungen, die unsere bisherigen Entgelte absichern. In Einzelgesprächen im Oktober stellte Süverkrüp-Brinkmann künftige Entgelte in Aussicht – ohne klare Zusage zur Tarifbindung. Für viele bedeutet das zwischen 20-25 Prozent weniger Einkommen pro Monat, was durchschnittlich 700 Euro ausmachen.“

„Die Beschäftigten haben heute ein klares Zeichen gesetzt: Wir wollen keine Konfrontation, sondern Lösungen. Wir erwarten von Süverkrüp-Brinkmann und Mercedes-Benz, dass sie Wort halten und die Tarifbindung respektieren. Wir sind bereit, zu verhandeln – aber nicht bereit, massive Einkommensverluste hinzunehmen. Jetzt ist der Zeitpunkt, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden“, sagt Sven Kronfeld, Gewerkschaftssekretär IG Metall Lübeck.

Anfang 2024 kündigte der Mercedes-Vorstand den Verkauf seiner rund 80 Niederlassungen an. Bundesweit sind etwa 8.000 Beschäftigte betroffen. Nach intensiven Protesten und einem bundesweiten Aktionstag im Juli ist laut Gewerkschaft vereinbart worden: Verkäufe erfolgen nur an Unternehmen, die sich zur Tarifbindung bekennen. Nun steht laut IG Metall der erste Betriebsübergang im IG-Metall-Bezirk Küste bevor: Die Niederlassung Lübeck geht an Süverkrüp-Brinkmann.

Bei der Übergabe der Informationsschreiben zum Betriebsübergang durch Mercedes-Benz und der Bekanntgabe der geplanten Arbeitsbedingungen durch Süverkrüp-Brinkmann hätten die Beschäftigten ein klares Zeichen gesetzt. Sie wollten keine Verschlechterungen, sondern „faire Perspektiven“.

„Andere Standorte haben gezeigt, dass faire Übergänge möglich sind. Wir fordern den zukünftigen Arbeitgeber auf sich an die Vereinbarung zu halten und Tarifbindung herzustellen“, so Robert Peter, Tarifsekretär IG Metall Bezirk Küste und zuständig für das Kfz-Gewerbe. „Ebenfalls sehen wir den bisherigen Arbeitgeber Mercedes-Benz in der Pflicht ihre Beschäftigten auch zukünftig durch Tarifverträge abzusichern“, so Peter weiter.

„Über eine mögliche Tarifbindung erst nach dem Betriebsübergang zu sprechen, ist für die Beschäftigten inakzeptabel“, so Bastian Volz, Betriebsratsvorsitzender Mercedes-Benz Niederlassung Lübeck. „Die Kolleginnen und Kollegen sind verärgert und enttäuscht. Wir brauchen klare Zusagen, damit die Menschen hier eine Perspektive haben“, so Volz weiter.

Die „IG Metall Küste“ fordert eine Tarifbindung für die Mercedes-Benz-Niederlassung Lübeck. Foto: IG Metall Küste

Die „IG Metall Küste“ fordert eine Tarifbindung für die Mercedes-Benz-Niederlassung Lübeck. Foto: IG Metall Küste


Text-Nummer: 176207   Autor: IG Metall/red.   vom 14.11.2025 um 14.31 Uhr

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