Gedenken zum Volkstrauertrag im Dr. Zippel-Park

Lübeck - Travemünde: Archiv: Dieses Jahr fanden in der Hansestadt Lübeck am Sonntag, 16. November, elf Gedenkfeiern zum Volkstrauertag statt. In Travemünde wurden von der Reservistenkameradschaft Lübeck 3 des Verbands der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. Mitglieder der örtlichen Vereine, Verbände und Kirchengemeinden sowie Bürger in den Dr.-Zippel-Park zum Besuch einer Gedenkfeier am Ehrenmal eingeladen.

Das dortige Ehrenmal entstand 1921 für die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Im Jahre 1957 ist die Inschrift erweitert worden: “1914-1919 1939-1945 Dem Gedenken aller, die für Deutschland litten und starben.“



Nach der Air aus der Orchestersuite Nr. 3 D-Dur von Johann Sebastian Bach eröffnete Pastorin Anja Möller das gemeinsame Gedenken. Sie sprach von den vielen Betroffenen in Kriegen und Auseinandersetzungen und dem Sinn, wie wir mit dem Gedenken an die Toten umgehen und wie sie zu Lösungen führen können. Sie schloss mit den Worten: "Der Volkstrauertag – kein Heldengedenktag – bleibt eine notwendige Mahnung, auch damit wir Nachgeborenen die Folgen von Krieg nicht verharmlosen, sondern uns für den Frieden einsetzen, uns mit Gewalt niemals abfinden und denen Schutz bieten, deren Leben bedroht ist. Vater im Himmel, richte die Füße Deiner Menschen auf den Weg des Friedens.“



Dem Trompetensolo „Ich hatt‘ einen Kameraden“, vorgetragen von Andreas Schmidt, folgten die Kranzniederlegungen des Vereins der Reservisten der Bundeswehr e. V., der Hansestadt Lübeck, des Gemeinnützigen Vereins zu Travemünde, der SPD Kücknitz Travemünde, der Freiwilligen Feuerwehr Travemünde, der Travemünder Liedertafel von 1843 und der CDU Travemünde.



Nach dem Choral „Lobe den Herren“ sprach der Vertreter des Vereins der Reservisten der Bundeswehr e. V., Ben Beuthien: „Die Geschichte hat gezeigt, dass ein Staat, ein Volk nur in Frieden leben kann, wenn es in der Lage ist, sich zu verteidigen. Dieses ist das Prinzip der Abschreckung. Die Wehrpflicht wird in den Medien und in der Bevölkerung oft mit einem Kriegsdienst gleichgesetzt und verwechselt. Es sollte diskutiert werden, dass unser Land wieder wehrfähig wird. Das hat mit Krieg nichts zu tun.“ Er schloss mit den Worten: „Das ist die Voraussetzung für Frieden.“

Mit der dritten Strophe vom „Lied der Deutschen“ endete die Veranstaltung.
So wie hier in Travemünde wurde bei elf Veranstaltungen in Lübeck an die Opfer von Gewaltherrschaft und Krieg gedacht. Fotos: Karl Erhard Vögele
So wie hier in Travemünde wurde bei elf Veranstaltungen in Lübeck an die Opfer von Gewaltherrschaft und Krieg gedacht. Fotos: Karl Erhard Vögele

Text-Nummer: 176233    Autor: KEV    vom 16.11.2025 16.43 Uhr

Kommentare zu diesem Text (1):

Karl Bukowski

schrieb am 17.11.2025 13.42 Uhr:
"(...) 1939-1945 Dem Gedenken aller, die für Deutschland litten und starben.“


Korrekt müsste es heißen "Dem Gedenken aller, die WEGEN Deutschland starben."
Der 2. Weltkrieg, welcher ein Angriffskrieg war und von Deutschland ausgegangen ist hat laut vorsichtigen Schätzungen 60 bis 70 Millionen Opfer gefordert. Neben Soldaten war ein wesentlicher Teil der Opfer Zivilisten.
Alleine der bis dahin beispiellose und industrialisierte Holocaust führte zum Tod von über 6 Millionen Juden sowie weiteren Minderheiten.
Nicht jeder Soldat war ein Nationalsozialist - aber jeder Soldat war wichtiger Bestandteil Teil eines verbrecherischen Regimes, welches die Historie von Deutschland für immer beschmutzt und mit seiner wahnsinnigen Ideologie unendliches Leid über Europa und die Welt gebracht hat.
Man sollte allen Menschen Gedenken, die in dieser grausamen Zeit ihr Leben lassen mussten - sicher aber nicht, weil sie von 1933 - 1945 "für" Deutschland gefallen sind.