Stark steigende Zahlen bei Gewalt gegen Frauen in Lübeck

Lübeck: Im vergangenen Jahr gab es bis November 430 Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen in Lübeck, in diesem Jahr sind es im gleichen Zeitraum 609. Am Montag stellten die Polizeidirektion Lübeck und das KIK-Netzwerk Lübeck die Zahlen und die Hilfsangebote vor.

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"Der gefährlichste Ort für Frauen, um Opfer von Gewalt zu werden, ist zuhause", sagt Simone Sölter von der Präventionsstelle der Polizeidirektion Lübeck. Im vergangenen Jahr gab es 727 Fälle häuslicher Gewalt in Lübeck, in 498 Situationen waren Frauen die Opfer. Die Polizei sprach 384 Wegweisungen aus, das heißt, die Täter mussten das häusliche Umfeld verlassen. In solchen Fällen werden automatisch Beratungsstellen informiert. Die nehmen Kontakt zu den Betroffenen auf, um sie über weitere Möglichkeiten zu beraten. Die Polizei kann auch Aufenthaltsverbote für ganze Stadtteile aussprechen.

Das KIK-Netzwerk Lübeck ("Kooperations- und Interventionskonzept"), an dem unter anderem das Autonome Frauenhaus, das AWO-Frauenhaus, der Frauennotruf, das Kinderschutzzentrum und die Fachambulanz Gewalt von Pro Familia beteiligt sind, unterstützt die Betroffenen. Das Konzept kommt offenbar an. Dorothea Skupsch von der AWO berichtet, dass die steigenden Fallzahlen auch ein Zeichen für ein steigendes Vertrauen in die Polizei seien.

Ab Freitag wird mit großen Aufklebern auf das Hilfsangebot aufmerksam gemacht. Die werden an den Polizeirevieren, Streifenwagen, Beratungsstellen, aber auch dem UKSH und dem Jobcenter mit einem QR-Code auf die Beratungen und Hilfen aufmerksam machen.

"Häusliche Gewalt ist keine Privatsache, sondern eine Straftat", sagt Simone Sölter von der Polizeidirektion Lübeck. Zeugen von Gewalt oder Hilferufen aus der nachbarlichen Wohnung sollten die Polizei informieren.

Eine Übersicht über alle Informations- und Hilfsangebote in Lübeck gibt es unter www.luebeck.de.

Mit großen Aufklebern wird ab Freitag auf die Hilfsangebote aufmerksam gemacht. Fotos: VG

Mit großen Aufklebern wird ab Freitag auf die Hilfsangebote aufmerksam gemacht. Fotos: VG


Text-Nummer: 176249   Autor: VG   vom 17.11.2025 um 11.53 Uhr

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