Verwaltung: Sanierung vom historischen Altenheim unbezahlbar
Lübeck - Innenstadt: Archiv: Im November 2022 wurde veröffentlicht, dass der Betrieb des Seniorenheimes im Heiligen-Geist-Hospital stark eingeschränkt werden muss. Grund war unter anderem der Brandschutz. Die Bürgerschaft sprach sich für eine Sanierung und einen Weiterbetrieb aus. Das ist unbezahlbar, stellt die Verwaltung jetzt fest.
Im Jahr 1286 wurde das Heiligen-Geist-Hospital eingeweiht. Hier kamen die Witwen der Seeleute unter. Auch heute befindet sich hier noch ein Altenheim. Die Verwaltung hätte es aufgrund des schlechten Zustandes gerne geschlossen, die Bürgerschaft lehnte das ab. Sie fordert jetzt einen Weiterbetrieb des Seniorenheimes für mindestens 40 Jahre und mit mindestens 60 Plätzen.
Die Verwaltung hat die Möglichkeiten untersucht. Möglich wären 44 Einzelzimmer und 14 Doppelzimmer. Die sollen dann auch dem aktuellen Stand, unter anderem mit Badezimmern sowie Barrierefreiheit, entsprechen. Dazu kommen eine Brandschutzertüchtigung, eine komplette Sanierung der Haustechnik, Fußbodenheizung, Wärmepumpe, Fotovoltaikanlage sowie die Vorbereitung auf Fernwärme.
Die Kosten für die Sanierung belaufen sich nach aktuellem Stand auf 33,914 Millionen Euro. Bei einem realistischen Baustart im Jahr 2031 würde die Summe auf rund 41 Millionen Euro steigen. "Die Stiftung Heiligen-Geist-Hospital ist finanziell nicht in der Lage, diese Investitionen zu finanzieren", stellt die Verwaltung fest. "Eine pauschale Übernahme der Kosten durch den städtischen Haushalt ist bei der aktuellen Haushaltslage ebenfalls ausgeschlossen."
Die Verwaltung schlägt vor, weitere Konzepte zu prüfen und im kommenden Jahr über das weitere Verfahren im Umgang mit dem Heiligen-Geist-Hospital zu entscheiden.
Die Vorlage der Verwaltung ist unter www.luebeck.de veröffentlicht.
Die Verwaltung hat die Möglichkeiten untersucht. Möglich wären 44 Einzelzimmer und 14 Doppelzimmer. Die sollen dann auch dem aktuellen Stand, unter anderem mit Badezimmern sowie Barrierefreiheit, entsprechen. Dazu kommen eine Brandschutzertüchtigung, eine komplette Sanierung der Haustechnik, Fußbodenheizung, Wärmepumpe, Fotovoltaikanlage sowie die Vorbereitung auf Fernwärme.
Die Kosten für die Sanierung belaufen sich nach aktuellem Stand auf 33,914 Millionen Euro. Bei einem realistischen Baustart im Jahr 2031 würde die Summe auf rund 41 Millionen Euro steigen. "Die Stiftung Heiligen-Geist-Hospital ist finanziell nicht in der Lage, diese Investitionen zu finanzieren", stellt die Verwaltung fest. "Eine pauschale Übernahme der Kosten durch den städtischen Haushalt ist bei der aktuellen Haushaltslage ebenfalls ausgeschlossen."
Die Verwaltung schlägt vor, weitere Konzepte zu prüfen und im kommenden Jahr über das weitere Verfahren im Umgang mit dem Heiligen-Geist-Hospital zu entscheiden.
Die Vorlage der Verwaltung ist unter www.luebeck.de veröffentlicht.
Kommentare zu diesem Text (18):
Martin Stein
schrieb am 19.11.2025 20.10 Uhr:
War schon immer so :
Wer will , findet Wege.
Wer nicht will, findet Gründe.
Photovoltaik und Wärmepumpen für ein mehr als 700 Jahre altes, verwinkeltes Gebäude?? s.o :-)
Alfred Bitter
schrieb am 19.11.2025 21.32 Uhr:
Die Sanierung der HGH ist teuer. Das ist unbestritten.
Doch was wäre die Alternative?
Das unter Weltkulturerbe stehende Gebäude verfallen lassen? Die meisten anfallenden Sanierungskosten würden auch bei jeder anderen Nutzung anfallen. Kein öffentliche genutztes Gebäude kommt ohne Brandschutzertüchtigung aus.
Mit der Nutzung als Pflegeeinrichtung
erhält die Stiftung die größtmöglichen Mieteinnahmen. Ausserden ist dieser der vor fast 800 Jahren der festgelegte Zweck der
Stiftung.
Die Managementfehler der SIE haben erst zu dem Defizit und der Infragestellung des HGH's als
SeniorInneneinrichtung geführt.
Alex
schrieb am 19.11.2025 21.35 Uhr:
Mit 40 Millionen kann man schon mal über einen Neubau nachdenken...
Das wäre dann direkt auf Stand der Technik und hat dann vermutlich auch mehr als 60 Plätze...
Sikle
schrieb am 19.11.2025 21.48 Uhr:
Ende des Liedes wird sein, Altenheim raus und Bürgermeister mit seiner Verwaltung rein. Das war bereits absehbarer, die Stadt hat den längeren Hebel und kommt nur mit der akuten Geldnot-Masche durch. Traurig!
Elisabeth P.
schrieb am 19.11.2025 22.01 Uhr:
Bereits vor 6 Jahren hätte die Verwaltung mit guten Konzepten (die bereits vorlagen) die dringend benötigten Pflegeplätze für vergleichsweise "kleines Geld" erhalten können. Ein weiteres "Übergangshaus" bzw. "Lost Place" in dem wertvollen historischen Ambiente scheint hingegen über die Jahre das favorisierte Modell zu sein. Schade - einem Weltkulturerbe wahrlich nicht angemessen.
Hans Hansen
schrieb am 20.11.2025 7.29 Uhr:
Eine Brandschutzsanierung muss so oder so erfolgen. Egal bei welcher Nutzung.
Was soll die Diskussion also?
Das lässt der Bürgermeister nur hochrechnen. Der (...) ist beleidigt, weil sich so viele Lübecker gegen seine Protz-Projekte stellen, angesichts von Kürzungen im Sozialen.
Das HGH ist seit Jahrhunderten ein Seniorenpflegeheim. Alle reden immer von Kulturverlust. Und wenn er dann da ist, wollen sie ihn nicht erkennen.
Markus
schrieb am 20.11.2025 8.00 Uhr:
Es gibt Geld wie Dreck, es haben nur die falschen Leute. Zitat von Heiner Geißler.
Hans
schrieb am 20.11.2025 8.13 Uhr:
Klar, die Sanierung kostet viel Geld. Aber wir sprechen hier von Weltkulturerbe und einer gelebten jahrhundertealten Tradition der Pflege und Fürsorge.
Worüber werden sich unsere Nachkommen in 100 Jahren mehr freuen? Das Bürokraten in Jahre 2025 sparsam gehaushaltet haben oder dass sie (unsere Nachkommen) im 22. Jahrhundert in einer Stadt leben, die sich immer noch einer der ältesten bestehenden Sozialeinrichtungen der Welt berufen kann?
Wenn es unseren Entscheidungsträgern nur um das Geld geht, dann kann man gleich die ganze Altstadt platt machen und mit modernen und hohen Gebäuden zu pflastern (bitte nicht).
Lothar Brandt
schrieb am 20.11.2025 9.41 Uhr:
Wie teuer ist nochmal das unnötige Buddenbrokhaus
Jens Schmidt
schrieb am 20.11.2025 10.24 Uhr:
Demokratie bedeutet "Herrschaft des Volkes", in diesem Fall durch die Zusammensetzung der Bürgerschaft. Beschlüsse der Bürgerschaft sind umzusetzen, alles andere ist undemokratisch! Zur Erinnerung: 2x hat die Bürgerschaft mit einer deutlichen Mehrheit von 2/3 zu einem 1/3 für den Erhalt des Heiligen-Geist-Hospitals als vollstationäre Pflegeeinrichtung gestimmt. Zuletzt wurde am am 06.11.2025 ein Antrag auf Schließung erneut mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Eine bürgernahe Verwaltung mit dem Bürgermeister an der Spitze (auch als Vorstand der Stiftung Heiligen-Geist-Hospital) hätte dem Verein "Initiative Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck" und deren Unterstützer/-Innen gratuliert und die Beschlüsse zügig umgesetzt. So kommen die handelnden Personen erneut als schlechte Verlierer rüber, die sich undemokratisch verhalten.
Mindestens 1,5 Millionen Euro Steuergelder (Gutachten, Aufnahmestop in den anderen Einrichtungen der SIE, uvm.) hätten gespart werden können, wenn am Anfang der Auseinandersetzung zugehört worden wäre! Die Reduzierung auf 40 Pflegeplätze mit anschließender Sanierung der leergezogenen Gebäudeteile war schon im Dezember 2022 die Lösung, jetzt wird sie umgesetzt. Die Brandmeldezentrale war übrigens NIE abgängig.
Als Information möchte ich noch erwähnen, a) die Sanierung des HGH steht NICHT im Zusammenhang mit dem Neubau von Pflegeheimen der SIE, es sind 2 unterschiedliche Bürgerschaftsbeschlüsse. b) Die Stiftung HGH hat unter anderem den Stiftungszweck zum Betrieb eines Pflegeheimes, ohne Erfüllung des Zwecks wäre sie hinfällig. Außerdem ist Vermögen von Immobilien, 2 Gütern, Kleingärten,... vorhanden. c) Es arbeiten im HGH noch immer ungefähr 40 Personen, angestellt bei der Hansestadt Lübeck und vertreten durch einen Personalrat.
Insgesamt ist die erneute Diskussion spaltend, unnötig, nervig und unserer schönen Stadt unwürdig. Häufig kommunizierte Gesprächsangebote an "die Verwaltung" bleiben natürlich bestehen.
In diesem Sinne eine schöne Restwoche, Gruß J. Schmidt
Peter Menken
schrieb am 20.11.2025 11.09 Uhr:
Unbezahlbar ist schlicht Unsinn. Die Sanierung ist deutlich günstiger als die vielen neuen Pflegeheime, die Lindenau unbedingt bauen will.
Aber es ist auch unsinnig, bei einer Institution, die so sehr für die Lübecker Identität steht, nur nach wirtschaftlichen Kriterien zu entscheiden.
Hein Klarwahr
schrieb am 20.11.2025 12.22 Uhr:
Zunächst eine Richtigstellung: Die Bürgerschaft hat die Verwaltung beauftragt, das HGH für die nächsten 40 Jahre zu ertüchtigen, und dies nicht lediglich gefordert.
Trotzdem wiederholen Bürgermeister und seine Verwaltung das Narrativ, eine Sanierung sei unbezahlbar. Man kennt diese Methode aus den USA. Aber fake news werden auch durch ständige Wiederholung nicht wahr.
Und was bedeutet "aktueller Stand"? Schon jetzt sind fast alle Zimmer barrierefrei, Gemeinschaftsräume und Flure sowieso. Die Zimmergrößen übertreffen bereits heute die gesetzlichen Anforderungen. Während in der allgemeinen Baupolitik der Trend zur Abkehr von überzogenen Anforderungen geht, setzt man hier noch etwas drauf und verknappt dadurch die Zahl der Pflegeplätze. In den Plänen fehlen wohl nur noch die sprichwörtlichen Goldenen Wasserhähne.
Bei vernünftiger, angemessener Planung und geschicktem fundraising ist eine Sanierung möglich. Geboten ist sie sowieso.
Thomas
schrieb am 20.11.2025 12.46 Uhr:
Die Verwaltung hat doch nen Knall!
33m€ für 58 Zimmer, das macht ~600.000€ pro Zimmer für die Sanierung. Wer‘s glaubt.
Hatte da jemand den Auftrag das Projekt tot zu rechnen?
Aber für das größenwahnsinnige Buddenbrook Museum zum Konservieren von Angestaubtem, sind 42m€ vorhanden.
Conclusio: Für alte Menschen und Kinder ist halt in diesem Land kein Geld mehr da.
Erschütternd!
Ich weiß nicht, aber unsere Bauverwaltung, allen voran die Senatorin, erinnert mich irgendwie an Pippi Langstrumpf.
„Ich schaffe mir die Welt, wie sie mir gefällt.“
Maiglöckchen
schrieb am 20.11.2025 14.44 Uhr:
Seit nunmehr 13 Jahren ist Schleswig-Holstein nun nach einem Bundeslandwechsel meine Heimat. Ich verfolge die Diskussionen und Entwicklungen rund um die Gebäude aufmerksam. Man möge mir verzeihen, wenn ich als jemand, der in einem anderen Bundesland aufgewachsen ist, nicht alles erfassen kann, was Menschen hier geprägt hat. Ich möchte nun dennoch, auch durch eigenes leidvolles Erleben anmerken, dass ich noch nie so viel Angst in Gebäuden hatte, wie hier. Vieles wirkt längst instabil auf mich. Wenn es wirklich um die kulturelle und historische Identität geht, warum es nicht neu, stabil und den heutigen Witterungsverhältnissen angepasst gebaut wird, dann möchte ich nur sagen, dass es mich traurig stimmt,wenn das der Grund ist, warum an Gebäuden festgehalten wird, die den Menschen keine Sicherheit und Heimeligkeit mehr schenken können. Die Hanse war sicher eine großartige Epoche, doch was brauchen die Menschen heute? Es ist sicher nicht an mir, das zu beantworten. Vielleicht wäre es aber gut, diese Frage in den Raum zu stellen. Was wird wirklich gebraucht, damit die absehbare Notlage, die auf alle aus dieser Situation heraus zukommt, abgewendet werden kann?
Bisam
schrieb am 20.11.2025 15.29 Uhr:
Bei den Millionen für die Beckergrube , damit die Radwege 30 Meter breit sind und man dort "flanieren" kann, neben den Plastebänken und hässlcihen Betonkübeln in grau ist nichts zu teuer - aber für alte Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet und Steuern und Sozialabgaben gezahlt haben, ist alles zu kostspielig.
Felix
schrieb am 20.11.2025 16.26 Uhr:
Wie unterschiedlich die Empfindungen sind. Ich lebe seit 14 Jahren in Lübeck und war in der Zeit mehrfach im HGH sowohl beruflich (und da auch im Pflegebereich) als auch privat und hatte nie das Gefühl/Angst, dass gleich alles zusammenbricht.
Das HGH hat eine lange Geschichte und ist mit dieser Geschichte wohl einmalig in Deutschland. Ich fände es sehr traurig, wenn diese Geschichte der Pflege jetzt zu Ende gehen würde.
Micha
schrieb am 20.11.2025 16.39 Uhr:
@Bisam , Selbst die Rente ist zu teuer!!!
Dirk Schulz
schrieb am 21.11.2025 9.04 Uhr:
Die Baukosten sind angesichts der qm Nutzfläche und der Anzahl der Zimmer schon irgendwie "seltsam"... und werden an keiner Stelle mal aufgegliedert, damit man erkennen kann, was denn insgesamt 28 Mio. netto kostet... was sind denn 13 Mio. technische Anlagen oder 6 Mio. Baunebenkosten????
wie soll die Bürgerschaft angesichts so dünner Informationen entscheiden können? Und warum erst ab 2031???
Es ist wie immer in der Lübecker Verwaltung... man will schlichtweg nicht richtig und zielführend mitarbeiten... aber Projekte wie Radschnellweg können immer bearbeitet werden....