Die Berlin kommt unter den Hammer
Lübeck - Travemünde: Die Priwallfähre „Berlin“ dümpelt am Anleger beim Service-Center vor sich hin. Im Einsatz hat man sie schon eine Weile nicht mehr gesehen. Sie scheint ihre Zeit hinter sich zu haben. Der Fährbetrieb will das 1973 auf der Hitzler-Werft in Lauenburg gebaute Schiff versteigern. Man sei dran, das Schiff zu verkaufen, berichtete Daniel Müller, Leiter des Bereichs Fähren, kürzlich im Ortsrat.Fähre zu teuer und zu schwer
Er hätte noch gehofft, sie anders einsetzen zu können, meint Daniel Müller. Etwa bei der Norderfähre, auch wenn die Berlin keinen Fußgängerbereich hat. Das hätte er sogar mit der Technischen Universität Hamburg durchgerechnet. Doch da hätte man dann gleich abgewunken. So ein großes, schweres Schiff in Fahrt zu bringen, brauche viel zu viel Energie. Eine moderne Aluminiumfähre mache das für einen Bruchteil.
Interessenten aus Afrika waren schon da
Eine Anekdote zum Fähren-Verkauf gibt es bereits: Beim Fährbetrieb hatten sich Interessenten aus dem afrikanischen Raum gemeldet. Sie wollten mit der „Berlin“ allen Ernstes nach Rotterdam fahren und fragten nach den Seegangshöhen. „Das ist ein Binnenschiff, da gibt es keinen Seegang“, gab der Fähren-Chef zur Antwort. Höchstens vielleicht mal 30 Zentimeter. Die Interessenten hätten erzählt, sie wollten mit der Berlin in einer Flussmündung mit zwei Meter hohen Wellen fahren. Man hätte dann nach dem ersten Termin nie wieder etwas von der Sache gehört.
Berlin kommt unter den Hammer
Die „Berlin“ werde jetzt wahrscheinlich ganz offiziell zum Kauf angeboten, verriet Daniel Müller im Ortsrat. „Und dann wird die versteigert.“ Gut möglich, dass das rund 52 Jahre alte Schiff dann abgewrackt wird. Die beiden anderen älteren Travemünder Autofähren („Travemünde“ und „Pötenitz“) haben mit etwa 25 Jahren erst die Hälfte davon auf dem Buckel. Man rechne mit 55 bis 50 Jahre Einsatzzeit, so Daniel Müller.

Die Priwallfähre „Berlin“ wird man nicht mehr lange im Seebad sehen. Sie soll versteigert werden. Foto: Helge Normann
Text-Nummer: 176330 Autor: Helge Normann vom 20.11.2025 um 19.25 Uhr
