Bürger-Arbeitskreis lehnt Kai-Erweiterung ab
Lübeck: Der Bürgerarbeitskreis Dänischburg-Siems lehnt die Erweiterung des „Lehmannkais LK 1 plus“ ab. Darüber informiert der Bürgerarbeitskreis in Zusammenhang mit einer Pressemitteilung der Grünen (Wir berichteten).Die Mitteilung im Wortlaut:
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Unser Bürgerarbeitskreis wehrt sich bereits, seitdem die Planungsunterlagen bekannt sind, und hat schon mehrfach Stellungnahmen an die verschiedensten Gremien von Stadt, Land und die
regierenden Parteien formuliert. Offenbar interessiert es weder den Investor noch die Bürgerschaft/Bürgermeister und auch nicht die Landesregierung, welche fatalen Folgen durch den Hafenausbau Lehmann 1 plus für die Dänischburger /Siemser Bevölkerung entstehen. Antworten auf unsere Fragen und Hinweise auf unsere alternativen Lösungsvorschläge sowie eine Gesprächsbereitschaft mit unserem Arbeitskreis ist man bisher aus dem Weg gegangen.
Wo liegen die Probleme?
Die Vorhabenträgerin plant auf dem Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks Siems an den vorhandenen Kaimauern vier große Hallen für den Hafen-Logistik-Umschlag zu errichten. Der Umschlag soll einerseits auf der Bahn, andererseits über die Straße per Lastwagen erfolgen. Die Bahn wird an den vorhandenen Güterbahnhof Dänischburg angebunden. Dazu geht die Planung durchschnittlich täglich von 100 Waggonbewegungen aus.
Weiterhin ist geplant, dass im Durchschnitt pro Tag 283 Schwerlasttransporte/Sattelauflieger das Gelände Lehmann 1+ anfahren beziehungsweise verlassen. Dazu soll die ehemalige Zufahrt zum Kohlekraftwerk Luisenhof West, abzweigend von der Siemser Landstraße, reaktiviert werden. Dieser Schwerlastverkehr soll dann über die Siemser Landstraße – Bahnübergang – Dänischburger Landstraße zur Autobahnanschlussstelle Dänischburg am LUV geführt werden und umgekehrt. Dieser Verkehr rollt dann 24 Stunden an 7 Tagen 365 Tage im Jahr mitten durch das Wohngebiet! Das können wir nicht hinnehmen!
Es wird darauf hingewiesen, dass eine solche Lösung
- sich gegen den Lärmaktionsplan der Hansestadt Lübeck richtet
- die zulässigen Lärmpegel gemäß der einschlägigen Vorschriften überschreitet
- die Emissionen von Feinstaubabrieb, Bremsstaub, Mikroplastk und Abgasen
erheblich ansteigen lässt
- die Erschütterungen der Wohngebäude verstärkt und diese damit abwertet
- die Gefährdung der Kinder, Schüler, Passanten und Radfahrenden erheblich verstärkt.
- den Erholungswert in den dort vorhandenen Gärten und auf den Grundstücken erheblich schmälert
- die Staugefahr an den Ampeln des LUV, den Autobahnabfahrten von der BAB 226 verstärkt wird
- einen Stau am Bahnübergang Dänischburger/Siemser Landstraße erzeugt, da sich begegnende Lastwagen wegen des Kurvenradius’ nicht gleichzeitig den Bahnübergang nutzen können. Durch dichte Zugfolgen sind die Schranken sehr oft geschlossen.
Was sind unsere Vorstellungen?
Nach den zur Zeit vorliegenden Prognosen und den offenbar rückläufigen Umschlagskapazitäten sehen wir keinen Grund, eine weitere Hafenumschlagskapazität aufzubauen. Sollte sich dies aus zur Zeit nicht erkennbaren Gründen durch plausible Erklärungen und wirtschaftlichen Erwägungen heraus dennoch ändern, müssen die Verkehrswege über die AB-Anschlussstelle Siems / Straße „Unter der Herrenbrücke“ auf das Lehmann-Gelände geführt werden. Dies wäre aus Sicht unseres Arbeitskreises mit entsprechenden Umbauarbeiten im Bereich Siemser Landstraße/Seelandstraße/Unter der Herrenbrücke/Shuttlebus-Haltestelle möglich.
Eine weitere Variante wäre, eine direkte Autobahnabfahrt/-zufahrt von der BAB 226 im Bereich des UW Siems direkt zur Siemser Landstraße zu schaffen. Da die Vegetation unter den Hochspannungsleitungen ohnehin abgeholzt beziehungsweise kurz gehalten wird, wäre der Eingriff in die Natur sehr gering. In diesem Bereich gibt es auch keine Wohnhäuser. Dann könnte die Zufahrt Luisenhof West sehr gut genutzt werden.
Unter den gegenwärtigen vorliegenden Voraussetzungen sehen wir jedoch keine Veranlassung, diesem Projekt unser Wohlwollen entgegenzubringen, und lehnen es somit ab.
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Protestbanner gegen zusätzliche Lastwagenverkehr. Foto: Archiv/HN
Text-Nummer: 176398 Autor: BürgerAK/red. vom 24.11.2025 um 16.39 Uhr
