Kai-Erweiterung: Zander kritisiert Kritik der Grünen

Lübeck: Die Kommunalpolitische Vereinigung (KPV) Lübeck zeigt sich in einer Mitteilung irritiert über die jüngste Kritik der Grünen an den Erweiterungsplänen des Lehmannkais. ,,Dass die Grünen wirtschaftliche Entwicklungen in Lübeck regelmäßig ablehnen, überrascht uns nicht", erklärt Andreas Zander, Vorsitzender der KPV Lübeck, „überraschend ist jedoch, dass sich der Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Flasbarth, in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Lübecker Hafengesellschaft

Wir veröffentlichen die Mitteilung der KPV im Wortlaut:

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Anstatt sich konstruktiv für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der LHG einzusetzen, äußere Dr. Flasbarth Kritik an einem privatwirtschaftlich erfolgreichen Wettbewerber im Lübecker Hafen. "Man gewinnt den Eindruck, dass Dr. Flasbarth den Hafenbetrieb im Ostseeraum nicht in seiner ganzen komplexen wirtschaftlichen Bedeutung erfasst", so Zander. "Das Unternehmen Lehmann verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Hafenwirtschaft und weiß sehr genau, wie realistische und zukunftsfähige Hafenplanung aussieht."

Zander fordert Dr. Flasbarth auf, seine Rolle klar zu trennen: "Wer Aufsichtsratsvorsitzender der LHG ist, sollte sich mit öffentlichen Forderungen, die den Anschein politischer Einflussnahme zugunsten der eigenen Ideologie erwecken könnten, zurückzuhalten. Entweder nimmt Dr. Flasbarth seine Verantwortung im Aufsichtsrat vollumfänglich wahr - oder er legt sein Mandat nieder und konzentriert sich auf seine politische Klientelpolitik als Co-Fraktionsvorsitzender der Grünen."
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Flasbarth: Überkapazitäten fatal für die Hafenwirtschaft
Axel Flasbarth hatte seine Sichtweise bereits am 24.11.2025 in einem Kommentar auf HL-live.de wie folgt dargelegt: „Als Mitglied (und Vorsitzender) des Aufsichtsrates der LHG ist es meine gesetzlich festgelegte Aufgabe, die Interessen des Unternehmens zu vertreten. Das mache ich hier, indem ich darauf hinweise, dass eine solche Erweiterung der Hafenflächen im Markt nicht benötigt wird und zu enormen Überkapazitäten führen würde, mit fatalen Konsequenzen für die Lübecker Hafenwirtschaft, also auch für die LHG und ihre Mitarbeiter. Und als Mitglied der Lübecker Bürgerschaft ist es meine Aufgabe, Schaden von der Hansestadt und ihren Bewohnern abzuwenden. Das mache ich hier, indem ich auf die gravierenden Folgen dieser Hafenerweiterung für die Menschen in Siems, Dänischburg und Gothmund hinweise und auf die enormen Folgekosten für die Steuerzahler (Vertiefung) in Lübeck und darüber hinaus. In meinen Augen - und das mag natürlich jeder anders sehen - nehme ich damit meine Aufgaben und Verantwortung in beiden Rollen wahr.“

Die Politik streitet um die Erweiterung der Hafenanlagen. Foto: Archiv/HN

Die Politik streitet um die Erweiterung der Hafenanlagen. Foto: Archiv/HN


Text-Nummer: 176440   Autor: KPV/red.   vom 26.11.2025 um 09.47 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

J. Gerwien

schrieb am 26.11.2025 um 10.18 Uhr:
Oh, endlich wieder ne Möglichkeit, für Herrn Zander noch mal nachzutreten - das Statement der CDU selbst reicht ihm offenbar nicht.

Herr Flasbarth ist hier in seiner "Doppelfunktion" durchaus nicht derjenige, der groß rumtröten sollte, aber das kennen wir ja auch von ihm, dass er nicht an sich halten kann. Aber dieses von CDU und KPV nun doppelt rumprügeln wird dann langsam zu nem Kindergarten in der Kooperation der Bürgerschaft. Redet ihr auch mal miteinander statt übereinander?

Martin S.

schrieb am 26.11.2025 um 11.54 Uhr:
Können Herr Flassbarth und der Zander sich nicht an einen Tisch setzen und das ausdiskutieren wie normale Leute?

Christian Grün

schrieb am 26.11.2025 um 12.32 Uhr:
Herr zander ist mit seiner kommunalpolitischen Pöbelvereinigung so überflüssig. Er merkt es nur nicht. Selbst in der CDU meidet man ihn mehrheitlich, es scharren sich inzwischen nur noch ne handvoll Getreue um ihn.

Zum Thema: Die CDU Fraktion hat gestern Abend ein ausführliches Statement abgegeben, welches im Kern gut begründet und in der Sache komplett nachvollziehbar war.
Beteiligte und Betroffene gehören jetzt an den Tisch.
Weitere ungefragte Stellungnahmen in der Öffentlichkeit braucht es da zum Zeitpunkt zumindest nicht.

ExPope

schrieb am 26.11.2025 um 12.34 Uhr:
Einen Blick nach Hamburg, Überkapazität des Container Terminals und jeder versteht was gemeint ist. Das Hamburger Container Terminal braucht nur halb so groß sein. Das ist erwiesen. Das Terminal in Siems und Herrenwyk sind nicht voll ausgelastet, meines Erachtens. Schau doch einfach mal vorbei. Solche Projekte, wenn sie seriös sind, werden auch von der EU gefördert. Einfach mal anfragen bei Ursula. Es zeigt sich aber welche Politiker nichts für die Bevölkerung übrig haben. Lärm usw.

Helmut Winter

schrieb am 26.11.2025 um 12.58 Uhr:
Punkt für Flasbarth, ganz klar.

J. Gerwien

schrieb am 26.11.2025 um 13.07 Uhr:
@Martin S: das mit dem "an einen Tisch setzen wie normale Leute" scheitert bei Herrn Zander und Herrn Dr. Flasbarth an genau zwei Fakten: es sind beide nicht Leute, die normal an einem Tisch was ausdiskutieren können, beide brauchen ihre Bühne, um sich dann ganz toll zu fühlen. Und hinterher wundert sich jeder wieder, warum die Akteure in der Kommunalpolitik manchmal nicht für voll genommen werden.

Gibt da noch so ein paar Strategen auf diesem Weg, aber dass diese beiden hier aufeinandertreffen, verwundert wirklich nicht. Vielleicht können die beiden Fraktionen ja mal die entsprechenden Mittel organisieren, dass es etwas konstruktiver wird - zur Not auch in der Apotheke.

Hans-Georg Kloetzen

schrieb am 26.11.2025 um 17.57 Uhr:
Ich verstehe die Aufregung über die geplante Erweiterung des LK1 nicht. Ein privater Investor nimmt viel Geld in die Hand. Er wird sich sorgfältig über die wirtschaftlichen Aussichten und Risiken informiert haben. Wenn das in die Hose gehen sollte, ist es sein Problem. Parteien und die LHG haben die Investition eigentlich nicht zu interessieren.
Ein paar Worte noch zu Gothmund: Dort, wo jetzt flache Hallen gebaut werden sollen, stand früher ein grosses hässlicher Monster von einem Kohlekraftwerk. Auch da wurde Hafenumschlag betrieben, nämlich mit grossen Kranbrücken, die die Kohle aus grossen Massengutfrachtern gelöscht haben damit das Kraftwerk versorgt werden konnte. Die Dinger waren bestimmt nicht leise. Es entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich kann mir vorstellen, dass dort im 3-Schichten-Betrieb gearbeitet wurde.

Micha

schrieb am 27.11.2025 um 09.03 Uhr:
Moin,

die Grünen ekeln sich selbst weg!!!! Und das ist auch gut so!!!

Autofreund

schrieb am 27.11.2025 um 12.25 Uhr:
@ Hrn. Kloetzen
Nicht nur das Kraftwerk-
Da gab es eine Ziegelei Hansa-Feuerfest, dann das Spanplattenwerk Triangel, das Guanowerk, Vileroy und Boch, eine kleinere Werft und diverse andere Kleinfirmen. Mal ganz abgesehen von Flender und dem Hochofenwerk.
...und jetzt heißt es: RETTET GOTHMUND!
Wovor?