Lübecker entwickeln Gel gegen Parodontose
Lübeck: Parodontose ist eine der weltweit häufigsten Volkskrankheiten und betrifft Millionen Menschen und Tiere. Aus Lübeck könnte jetzt Hilfe kommen: Zu einem Forschungsergebnis der Uni Lübeck wurde jetzt ein Unternehmen gegründet, das mithilfe von Investoren den Wirkstoff marktfähig machen soll.Parodontose gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in der Mundhöhle. Millionen Menschen weltweit sind betroffen, ebenso zahlreiche Haustiere wie Hunde und Katzen. Unbehandelt führt die Krankheit nicht nur zu Zahnverlust, sondern erhöht auch das Risiko für schwere Folgeerkrankungen.
Mit neuartigen Antisense-Oligonukleotiden wollen Prof. Dr. Georg Sczakiel von der Universität zu Lübeck und Thomas Nawrocki eine ursächliche und nachhaltige Behandlung ermöglichen. Dazu haben die beiden Geschäftspartner im Mai 2025 die PAROGENA GmbH gegründet. Stark vereinfacht basiert das neue Verfahren auf der Blockade schädlicher Gen-Sequenzen.
Das Unternehmen soll Investoren gewinnen. Nur die erste klinische Phase kostet zwischen 500.000 und einer Million Euro, um die Wirksamkeit in der Phase 2 zu belegen, sind mindestens fünf Millionen Euro notwendig. Prof. Dr. Georg Sczakiel möchte damit nicht reich werden. Sein Anteil an möglichen Gewinnen soll an eine Stiftung gehen.
Das Gel könnte in drei bis vier Jahren in den Handel kommen. Die Anwendung wäre einfach: Das Gel wird für 30 Minuten aufgetragen. Die Kosten des Wirkstoffs liegen bei 20.000 Euro pro Gramm.
Ein Gramm reicht allerdings für eine Million Behandlungen.
Im Original-Ton hören Sie einen Auszug aus einem Gespräch von Harald Denckmann mit Prof. Dr. Georg Sczakiel

Thomas Nawrocki und Prof. Dr. Georg Sczakiel mit den Mitgliedern des Uni-Präsidiums Prof. Dr. Moreen Heine, Holger Fischer und Prof. Dr. Helge Braun. Foto: Dr. Anja Stähle
Hier hören Sie den Originalton:
Text-Nummer: 176521 Autor: VG vom 29.11.2025 um 17.03 Uhr
