Unabhängige: Bebauungsplan-Verfahren kann die Lösung im Glashüttenweg sein

Lübeck - St. Gertrud: Am 20. November fand in Lübeck Karlshof eine Einwohnerversammlung zum Thema eines geplanten Logistikzentrums in der direkten Nachbarschaft der Siedlung Karlshof statt. Auf einer Fläche von 40.000 Quadratmetern plant ein Investor den Bau eines Logistikzentrums mit 35 Be- und Endladerampen für Lastwagen und 12 Rampen für Sprinter für die letzte Meile. Darüber berichten die Wählerinitiative „Die Unabhängigen“ in einer Mitteilung.

Wir veröffentlichen die Mitteilung der Unabhängigen im Wortlaut:

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Im großen, mehr als gut gefüllten Saal des Gemeinschaftshauses machte der Runde Tisch Karlshof seine Bedenken über den zu erwartenden erheblichen Zuwachs an Schwerlastverkehr deutlich und wies auf die massive Differenz der eigenen Zahlen zu den Zahlen der Stadt hin.

Der erwartete Zuwachs an Verkehr wurde von den Vertretern der Stadtverwaltung mit maximal etwa 10 % angegeben und das Baurecht gäbe keine Freiheiten, den Antrag des Investors abzulehnen. Damit machte die Stadt deutlich, dass angeblich keine Änderungen an den Vorhaben mehr möglich seien. Mit dem Antrag des Bürgerschaftsmitgliedes Detlev Stolzenberg (Die Unabhängigen) zur Aufstellung eines Bebauungsplanes wäre dies jedoch sehr wohl möglich.

„Die planungsrechtliche Einstufung der wasserseitigen Grundstücke am Glashüttenweg als Industriegebiet lässt ein Planungserfordernis erkennen. Ist an diesem Standort die Ansiedlung von erheblich belästigenden Betrieben oder von Betrieben mit derart großem Verkehrsaufkommen sinnvoll? Über einen Bebauungsplan können Maßnahmen zur Konfliktlösung entwickelt werden. Nach den Anforderungen des Einfügegebotes des § 34 Baugesetzbuch bilden die vorhandenen Gebäude den Rahmen zur Zulässigkeit neuer Bauvorhaben. Die vorhandene Bebauung bildet dabei den oberen Rahmen zum Maß der baulichen Nutzung. Das neu geplante Logistikzentrum übersteigt diesen Rahmen und erzeugt potenzielle Konflikte, die auf der Ebene eines Bebauungsplanes abzuarbeiten sind“, so Stolzenberg.

Die Unabhängigen sehen sich durch die verfahrene Situation in ihren Forderungen bestätigt, dass nur über den Weg der rechtzeitigen Beteiligung der Bürger und einer vorausschauenden Stadt- und Verkehrsplanung, Konfrontationen dieser Art vermieden werden können.
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Ein Bebauungsplanverfahren kann die Lösung im Glashüttenweg sein, glauben die Unabhängigen. Foto: Die Unabhängigen

Ein Bebauungsplanverfahren kann die Lösung im Glashüttenweg sein, glauben die Unabhängigen. Foto: Die Unabhängigen


Text-Nummer: 176538   Autor: Unabhängige/red.   vom 01.12.2025 um 10.27 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Gunnar Baden

schrieb am 01.12.2025 um 10.39 Uhr:
Herr Stolzenberg hat hier natürlich Recht.

Dass Bürgermeister Lindenau sich auf der Einwohnerversammlung hinstellt und behauptet, das sei ein privates Bauvorhaben und er könne gesetzlich nichts machen, ist eine Unverschämtheit.

Vor allem, weil Herr Stolzenberg auch schon herausgefunden hat, dass Lindenau massiv Druck auf den Denkmalschutz ausgeübt hat, um dieses Projekt durchzudrücken.

Wie verlogen!

Barny

schrieb am 01.12.2025 um 11.12 Uhr:
Wozu hat die Stadtverwaltung eigentlich die Gewerbegebiete in Autobahnnähe errichten lassen?
Damit ein Logistikzentrum mit vielen LKW bei einer schlechten Verkehrsanbindung in die überlastete Region gelockt wird?

Wohin soll der LKW-Verkehr denn als Hauptroute geleitet werden?
Alle müssen erst einmal durch das Nadelöhr Glashüttenweg/Luisenstrasse und dann weiter über Sandberg oder Neue Hafenstraße.
Es gibt dort keine direkte Anbindung an die Autobahnen!

Manchmal hat man das Gefühl das die Verwaltung wohl komplett ausgewechselt werden sollte.

Josch

schrieb am 01.12.2025 um 14.16 Uhr:
Moin, es war ein Logitikcenter an dieser Stelle, was abgerissen wurde,wie sah das auch aus. Nun wird ein neues gebaut und alle regen sich auf allen voran die Unabhängigen, haben diese Leute nichts anderes zu tun. Am alten Center sind auch zig LKW‘s durch Luisen und Glashüttenweg gefahren. Man kann von dem Glahüttenweg nach links in Richtung Travemünder Allee fahren dann auf die Travemünde Allee in Richtung Autobahn durch den Tunnel und ich bin Ruck Zuck weg. Wo ist das Problem. Ich höre jetzt alle schreien: die Mautkosten. Die hab ich woanders auch und ich habe noch das Zeitersparnis und habe keine Ampeln.Mit freundlichen Grüßen

Alt Karlshofer

schrieb am 01.12.2025 um 15.28 Uhr:
Ich bin in den 80er Jahren in Karlshof aufgewachsen. Bis ungefähr 2002 habe ich dort gelebt und kann mich noch sehr gut an den alten Glashüttenweg erinnern. Dieser Weg war eher eine Buckelpiste, die durch den Schwerlastverkehr regelmäßig erheblich beschädigt wurde. Das fand ich als Kind interessant, da sich auf der Straße bei Regenwetter riesige Pfützen bildeten durch die wir mit den Fahrrädern durchgefahren sind. Es war viel Lastverkehr im Glashüttenweg unterwegs.

Oh Gott, ein Unternehmen will sich im Industriegebiet ansiedeln…

schrieb am 01.12.2025 um 16.56 Uhr:
Ist doch lustig, ein Industriegelände soll modernisiert werden, schon haben mal wieder Bürger etwas dagegen. Lübeck lockt nunmal wenig Investitionen an, aktuell bauen Firmen eher massiv Stellen ab. Da sollte an sich freuen, nicht jeder arbeitet im Öffentlichen Dienst oder Homeoffice.