Lübecks Haushalt verbessert sich leicht um 3,6 Millionen Euro
Lübeck: Der Bereich Haushalt und Steuerung der Stadtverwaltung veröffentlicht quartalsweise Berichte zum städtischen Haushalt. Nach Auswertung des dritten Quartals gibt es eine gute Nachricht: Statt eines bisher erwarteten Defizits von 108,2 Millionen Euro werden es vermutlich nur 104,6 Millionen Euro sein.Ein Grund zum Jubeln gibt es allerdings nicht. Ursprünglich sollte das Defizit im Jahr 2025 rund 86,4 Millionen Euro betragen. Jetzt sind es immer noch 18,2 Millionen Euro mehr. Ursache sind hauptsächlich immer neue gesetzliche Aufgaben, die Bund und Land beschließen, aber nicht bezahlen. Alleine im Kita-Bereich müssen 9,9 Millionen Euro mehr gezahlt werden, als im Haushalt eingeplant waren.
In der Verwaltung wird offenbar fleißig gespart. Das Defizit fällt rund 13,3 Millionen Euro niedriger aus als im vergangenen Quartal erwartet. Das hat auch negative Folgen. So fehlen in Lübeck Brückenplaner. Die Planungen für den Neubau der Sandbergbrücke und der Karlstraßenbrücke sind gestoppt, bis geeignetes Personal gewonnen werden kann.
Durch die Verzögerungen bei der Umsetzung der neuen Grundsteuer fehlen Lübeck vier Millionen Euro, der Finanzausgleich wird rund eine Million Euro geringer ausfallen. Das große Minus hat Folgen bei den Zinszahlungen. Die steigen um weitere 3,1 Millionen Euro in diesem Jahr.
Der vollständige Bericht ist unter www.luebeck.de abrufbar.
Auch ein Grund für die Einsparungen: Die Stellen für Brückenplaner können in Lübeck nicht besetzt werden. Foto: JW/Archiv
Text-Nummer: 176585 Autor: VG vom 03.12.2025 um 19.23 Uhr

Kommentare zu diesem Text:
Stefan Höfel
schrieb am 03.12.2025 um 20.47 Uhr:
Bei 104 6 muss ich immer an etwas ganz Anderes denken. Vielleicht zeigt die Redaktion ja trotzdem das Foto dazu, das ich per Mail schicke. ;-))
VG SH
Anmerkung der Redaktion:
Klappt leider nicht, aber Ihren Link können Sie gerne in den Kommentar einfügen.
https://www.nef-online.de/ein-traum-wurde-wahr-012-104-6-ist-wieder-betriebsfaehig/
Tobias Möller
schrieb am 03.12.2025 um 20.53 Uhr:
Es gibt noch viel mehr Einsparmöglichkeiten.
Theater schließen und abwickeln: jährlich mindestens 50 Millionen eingespart.
Wohlfühloase für Drogenkriminelle nicht mehr finanzieren spart auch mehrere hundertausende Euro.
Keine unnötigen Werbebroschüren mehr drucken lassen, innerhalb der Verwaltung so wenig wie möglich ausdrucken, und wenn dann grundsätzlich beidseitig, keine Flutlichtbeleuchtung für Sehenswürdigkeiten, keine Werbegeschenke mehr einkaufen, nicht benötigte Ampeln nachts ausschalten, Bürorechner und Bildschirme zum Feierabend herunterfahren und ganz ausschalten statt Standby, ..... es gibt viele Möglichkeiten. Es muss nur der konsequente Wille zum Einsparen und Verhindern unnötiger vermeidbarer Ausgaben ohne rechtliche Verpflichtung dazu da sein.
Die Stadt muss wie von einem Insolvenzverwalter geführt werden. Die Zeiten von Prestigeobjekten, Leuchtturmprojekten und Förderung von Ideologiequatsch, Kunst- und Kulturkrempel müssen enden. Es ist kein Geld mehr da.
Bernd Feddern
schrieb am 03.12.2025 um 21.07 Uhr:
Ach, da bin ich ja beruhigt! Jubel aller Orten! Das gibt 'ne super Weihnachtsparty für die Verwaltung!
Fiete Senfgeber
schrieb am 03.12.2025 um 22.55 Uhr:
Wie kommen Sie bloß immer auf 50 Millionen, oder letztens jemand mit hunderten Millionen für das Theater? Woher haben Sie denn den Unsinn? Quelle bitte!
Der städtische Theaterbetrieb erhält ca. 14 Millionen Euro Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt im Jahr! Nicht mehr! Das ist in allen anderen deutschen Großstädten auch so, mit Zuschüssen! Das Gebäude aus dem Jahr 1908 gehört übrigens der Stadt und muss von ihr unterhalten werden, oder sie muss es verkaufen und Miete zahlen. Ob das billiger ist! Eine andere Möglichkeit ist natürlich die Stadt gleich ganz dicht zu machen…Dann jammert sicher keiner mehr!??
Oliver
schrieb am 04.12.2025 um 06.52 Uhr:
Sehr wichtiger Satz, der hervorzuheben ist aus dem Beitrag:
"Ursache sind hauptsächlich immer neue gesetzliche Aufgaben, die Bund und Land beschließen, aber nicht bezahlen."
Wer also hier mal wieder nur wieder auf Verwaltung und den Bürgermeister schimpft, zeigt nur, dass man den Beitrag mal wieder nicht gelesen hat.
Oliver
schrieb am 04.12.2025 um 06.57 Uhr:
@Tobias Möller:
"(...) Kunst- und Kulturkrempel müssen enden (...)"
Ja gut, dass du von Bildung nicht viel hälst, überrascht mich jetzt nicht...
ExPope
schrieb am 04.12.2025 um 07.11 Uhr:
Die Buchprüfer könnten ja auch in Pension geschickt werden, so wie die Brückenplaner. Auf einmal benötigt man alle zum Arbeiten. Wer hat denn da jahrelang nicht reagiert? Rollt denn da kein Kopf an oberster Stelle? Naja die Brückenauflager sind zu prüfen, ob die noch weiter zu verwenden sind. Das Rad muss ja nicht neu erfunden werden. Sieben Stahlträger überspannen und der Rest ist kopiert von anderen Zeichnungen. STANDARD.
Wish Mopp
schrieb am 04.12.2025 um 07.54 Uhr:
Och komm, "nur" 104,6 Millionen, ach was soll der Geiz. Ist doch nur Geld (das man zurückzahlen muss).
Ich könnte (...), wenn man solche Artikel liest. "Nur"! Ja, ist klar..
Matthias
schrieb am 04.12.2025 um 09.40 Uhr:
@Oliver @Fiete👍👍👍
Der Herr Müller versteht es aber nicht, dass kunst, Kultur, Bildung, Forschung und Wissenschaft usw. zusammenhängen.
Es ist ihm wohl auch egal. Hauptsache kommentieren und hoffen ,dass andere drauf anspringen😉
Lübecker
schrieb am 04.12.2025 um 10.28 Uhr:
Na da bin ich aber froh.
Dann können wir ja doch noch die Straßenbahn bauen und das Hansemuseum übernehmen.
Tobias Möller
schrieb am 04.12.2025 um 16.20 Uhr:
Wenn ich gemeint hätte, dass Bildungseinrichtungen zu schließen wären, hätte ich es so geschrieben.
Wer ein Theater, also eine reine Bespaßungs- und Unterhaltungseinrichtung, für eine Bildungseinrichtung hält, der betrachtet dann auch Spielhallen und Bordelle als Sporteinrichtungen.
Die Stadt muss sich nunmal mit den begrenzten Mitteln auf die pflichtigen Kernaufgaben konzentrieren, statt Randgruppen und deren Freizeitinteressen zu befriedigen.
Die Kernaufgaben sind also die Aufgaben, wozu die Stadt per Gesetz oder Verordnung verpflichtet ist, die öffentliche Sicherheit und der Abbau sämtlicher Schulden.
Es gibt kein Gesetz und keine Verpflichtung geldvernichtende Theater zu betreiben, Wohlfühloasen für Drogenkriminelle zu unterhalten, leerstehende Geschäftsräume zu überteuerten Preisen anzumieten um den Leerstand zu kaschieren, oder Vereinsfeiern hochsolventer Luxusvereine finanziell zu unterstützen.
Ich hatte bereits früher mal erklärt, wie mit dem Theater verfahren werden kann.
Kurz:
Schließung, Umwandlung in einen Verein in welchem sich die Theaterfreunde ehrenamtlich einbringen können und auf eigene Rechnung Aufführungen planen und durchführen können, Vermietung der Räumlichkeiten zu marktüblichen kostendeckenden Preisen an den Verein und für Veranstaltungen.
Es gibt genug Theater, bei denen dies genau so funktioniert.
Es muss nunmal rational gedacht werden, statt wie in der Vergangenheit das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster zu werfen.
Sandra Kulisch
schrieb am 04.12.2025 um 20.34 Uhr:
@Tobias Möller
Die Verwaltung druckt seit Jahren bereits beidseitig. Es wird seit Jahren nur das notwendigste gedruckt. Bürorechner und Bildschirme werden ebenfalls selbstverständlich runter gefahren. Beleuchtung orientiert sich am Tageslicht, viele Büros sind mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Die wiederum mit Bewegungsmeldern.
Bernd Herrmann
schrieb am 05.12.2025 um 12.29 Uhr:
Man kann Planungsleistungen auch bei speziellen Planungsfirmen als Dienstleistung beziehen. Wenn den Führungskräften der Verwaltung die Zahl der ihnen unterstellten Personen wichtiger ist, als die Erfüllung der Aufgaben, wird es mit Lübeck weiter bergab gehen.
Und auch für die Erstellung der Ausschreibung für den Planungsdienstleister gibt es spezielle Firmen.