Kommunen sollen Drogen für Konsumenten vor Einnahme testen

Lübeck: Archiv - 16.12.2025, 15.07 Uhr: Ab dem Frühjahr 2026 soll eine Landesverordnung in Kraft treten, die kostenlose Drogentests ermöglicht, wie es sie bereits etwa in Mecklenburg-Vorpommern gibt. Darüber berichtet die Lübecker Landtagsabgeordnete und drogen- sowie suchtpolitische Sprecherin Dagmar Hildebrand (CDU) in einer Mitteilung unter dem Titel: „Modellvorhaben der schwarz-grünen Landesregierung - Kommunen sollen Drogen für Konsumenten vor Einnahme testen“.

Wir veröffentlichen die Mitteilung von Dagmar Hildebrand im Wortlaut:

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„Um es direkt klarzustellen: Wir sind nach wie vor klar gegen die Einnahme von Drogen. Das beginnt bei der Freigabe von Cannabis und endet insbesondere auch nicht beim Konsum weiterer Substanzen, die die menschliche Psyche beeinflussen, seien es nun Ecstasy-Tabletten, Amphetamin („Speed“), Kokain, Heroin oder aber sogenannte „Designerdrogen“ und dergleichen mehr.

Unabhängig davon gilt jedoch: Wer bislang nicht durch Prävention und Aufklärung erreicht werden konnte, soll künftig die Möglichkeit erhalten, seine zuvor erworbenen Substanzen testen zu lassen. Das Testen beinhaltet dabei eine Substanzanalyse, die Risikobewertung und die gesundheitliche Aufklärung über die Risiken des Betäubungsmittelkonsums.

Damit sollen die gesundheitlichen Risiken so weit es geht minimiert und insbesondere eine Überdosierung (und damit auch der Tod) der Konsumenten verhindert werden. Zum anderen soll bei der Testung eine persönliche Aufklärung erfolgen, die die Konsumenten bislang noch nicht erreicht hat. Auch weiterführende ausstiegsorientierte Beratungs- oder Behandlungsmaßnahmen sollen bei den Modellvorhaben eine wichtige Rolle spielen.“

Für die wissenschaftliche Begleitung stellt das Land Schleswig-Holstein rund 30.000-50.000 Euro vom Land bereit. Das Vorhaben geht nach der heutigen Zustimmung des Kabinetts jetzt in die Verbändeanhörung.

Hintergrund der geplanten Verordnung
Der Verordnung vorausgegangen war ein Landtagsbeschluss zur Erprobung im Rahmen des Party-Projektes „Odysee“. Basis für die Verordnung ist eine Änderung des Bundes-Betäubungsmittelgesetzes, der eine umfangreiche Abstimmung unter den Ländern folgte.

In Berlin und Thüringen gibt es bereits Pilotprojekte für kostenloses Drug-Checking. Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Bundesland, das seit Mai 2024 eine Landesverordnung über die Durchführung von Modellvorhaben zu Substanzanalysen geschaffen hat. Im November 2024 wurde dieses Angebot auf Clubs und Diskotheken in M-V ausgedehnt. Die Länder Hessen und Baden-Württemberg prüfen eine entsprechende Drug-Checking-Verordnung.
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Wer bislang nicht durch Prävention und Aufklärung erreicht werden konnte, soll künftig die Möglichkeit erhalten, seine zuvor erworbenen Substanzen testen zu lassen, meint Dagmar Hildebrand (CDU). Foto: Archiv

Wer bislang nicht durch Prävention und Aufklärung erreicht werden konnte, soll künftig die Möglichkeit erhalten, seine zuvor erworbenen Substanzen testen zu lassen, meint Dagmar Hildebrand (CDU). Foto: Archiv


Text-Nummer: 176847   Autor: D. Hildebrand/red.   vom 16.12.2025 um 15.07 Uhr

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