SPD: Miet-Explosion um 71 Prozent in Lübeck
Lübeck: Archiv: „Lübeck erlebt einen Preisschock auf dem Wohnungsmarkt“, heißt es in einer Mitteilung der SPD. „Seit 2015 sind die Angebotsmieten in der Hansestadt um 71 Prozent gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Value AG, auf die "Die Zeit" verweist. Damit liegt die Preisdynamik in Lübeck bundesweit an zweiter Stelle – übertroffen nur von Berlin.“
Wir veröffentlichen die Mitteilung der SPD im Wortlaut:
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Dieser Befund macht deutlich: Wir brauchen eine Neuausrichtung in der Wohnungspolitik. Die Hoffnung, dass steigende Mieten sich allein durch Neubau lösen lassen, hat sich als Trugschluss erwiesen. Die Landesregierung in Kiel hat mit der Abschaffung der Mietpreisbremse 2019 auf Deregulierung gesetzt. Ihr Versprechen lautete: Deregulierung entfesselt den Neubau, das Angebot steigt, die Preise sinken. Die Realität in Lübeck widerlegt diese Theorie eindrucksvoll. Der Markt regelt nichts zum Wohle der Mieter. Er nutzt den Spielraum für maximale Preissteigerungen.
Sophia Schiebe, SPD-Landtagsabgeordnete für Lübeck, kritisiert das Vorgehen der Landesregierung: „Während sich die Situation immer weiter zuspitzt, zieht sich das Land aus der Wohnraumförderung zurück. Die aktuellen Kürzungen im Zweckvermögen treffen den sozialen Wohnungsbau zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.“
Die Hansestadt muss trotz schwieriger Ausgangslage weiter vorangehen. Julian Lange, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft, erklärt hierzu: „Wir schaffen als Stadt die richtigen Rahmenbedingungen und stärken unsere Quartiere, wie zum Beispiel mit der neuen Mitte Moisling. Mit der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft TRAVE haben wir zudem einen verlässlichen Partner, der soziale Härten abfedert.“
Da die günstigen Mieten der TRAVE den Mietspiegel beeinflussen, hat dies einen positiven Effekt für alle Mieterinnen und Mieter in den Lübecker Quartieren. Die SPD Lübeck wird sich weiterhin für die Stärkung der TRAVE, sowie genossenschaftliches Wohnen im Allgemeinen einsetzen. Dies zieht die private Bauwirtschaft jedoch keineswegs aus der Verantwortung, ihren Teil zur Lösung des Problems beizutragen.
„Lübeck braucht dringend mehr bezahlbare Wohnungen für kleine und mittlere Einkommen, besonders für junge Familien“, sagt Lange. Aktuell sind in den Gebieten Lauerhofer Feld, Güterbahnhof, Geniner Ufer, Schönböckener Straße, Moislinger Allee (Wiesentalviertel) und am Baggersand in Travemünde rund 2.500 neue Wohneinheiten geplant oder im Bau.
Mindestens 30 Prozent der neuen Wohnungen entstehen als geförderter Wohnraum. Lübeck sichert so bezahlbare Mieten im Neubau. Doch Neubau braucht Zeit. Der Mieterbund beziffert das Defizit in Lübeck auf knapp 8.500 fehlende Wohnungen. Selbst die ambitionierten Bauprogramme der Stadt können diese Lücke kurzfristig nicht schließen.
Daraus folgt: Wir brauchen beides. Bauen und Regulieren. Ohne eine Wiedereinführung der Mietpreisbremse bleiben Wohnungssuchende der Preisspirale schutzlos ausgeliefert. Die SPD Lübeck fordert deshalb die Kehrtwende in Kiel: Die Mietpreisbremse muss zurückkehren, die Förderung für den Wohnungsbau muss steigen statt sinken.
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Dieser Befund macht deutlich: Wir brauchen eine Neuausrichtung in der Wohnungspolitik. Die Hoffnung, dass steigende Mieten sich allein durch Neubau lösen lassen, hat sich als Trugschluss erwiesen. Die Landesregierung in Kiel hat mit der Abschaffung der Mietpreisbremse 2019 auf Deregulierung gesetzt. Ihr Versprechen lautete: Deregulierung entfesselt den Neubau, das Angebot steigt, die Preise sinken. Die Realität in Lübeck widerlegt diese Theorie eindrucksvoll. Der Markt regelt nichts zum Wohle der Mieter. Er nutzt den Spielraum für maximale Preissteigerungen.
Sophia Schiebe, SPD-Landtagsabgeordnete für Lübeck, kritisiert das Vorgehen der Landesregierung: „Während sich die Situation immer weiter zuspitzt, zieht sich das Land aus der Wohnraumförderung zurück. Die aktuellen Kürzungen im Zweckvermögen treffen den sozialen Wohnungsbau zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.“
Die Hansestadt muss trotz schwieriger Ausgangslage weiter vorangehen. Julian Lange, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft, erklärt hierzu: „Wir schaffen als Stadt die richtigen Rahmenbedingungen und stärken unsere Quartiere, wie zum Beispiel mit der neuen Mitte Moisling. Mit der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft TRAVE haben wir zudem einen verlässlichen Partner, der soziale Härten abfedert.“
Da die günstigen Mieten der TRAVE den Mietspiegel beeinflussen, hat dies einen positiven Effekt für alle Mieterinnen und Mieter in den Lübecker Quartieren. Die SPD Lübeck wird sich weiterhin für die Stärkung der TRAVE, sowie genossenschaftliches Wohnen im Allgemeinen einsetzen. Dies zieht die private Bauwirtschaft jedoch keineswegs aus der Verantwortung, ihren Teil zur Lösung des Problems beizutragen.
„Lübeck braucht dringend mehr bezahlbare Wohnungen für kleine und mittlere Einkommen, besonders für junge Familien“, sagt Lange. Aktuell sind in den Gebieten Lauerhofer Feld, Güterbahnhof, Geniner Ufer, Schönböckener Straße, Moislinger Allee (Wiesentalviertel) und am Baggersand in Travemünde rund 2.500 neue Wohneinheiten geplant oder im Bau.
Mindestens 30 Prozent der neuen Wohnungen entstehen als geförderter Wohnraum. Lübeck sichert so bezahlbare Mieten im Neubau. Doch Neubau braucht Zeit. Der Mieterbund beziffert das Defizit in Lübeck auf knapp 8.500 fehlende Wohnungen. Selbst die ambitionierten Bauprogramme der Stadt können diese Lücke kurzfristig nicht schließen.
Daraus folgt: Wir brauchen beides. Bauen und Regulieren. Ohne eine Wiedereinführung der Mietpreisbremse bleiben Wohnungssuchende der Preisspirale schutzlos ausgeliefert. Die SPD Lübeck fordert deshalb die Kehrtwende in Kiel: Die Mietpreisbremse muss zurückkehren, die Förderung für den Wohnungsbau muss steigen statt sinken.
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Kommentare zu diesem Text (10):
Realtalker
schrieb am 18.12.2025 14.09 Uhr:
Auch wenn die genauen Zahlen sich von Quelle zu Quelle ändern (vllt. wegen Erfassungsdatum) lag die Einwohnerzahl von Lübeck im Jahr 2015 zu Anfang bei 215.000 Einwohner und nun in 2025 sind es schon zum Jahreswechsel 223.000 Einwohner gewesen.
Dies ist einfach mal die erste Wahrheit, die die SPD dankend unter den Teppich kehrt, um ihre sozialistischen Abgründe breitzutreten. Der heilige Mietendeckel und so - es ist kein Geheimnis, warum Berlin noch vor Lübeck liegt.
Es ist ebenso kein Geheimnis, dass durch die dümmste Energiepolitik der Welt und Bürokratie das Bauen extrem teuer geworden ist. Schaut man sich dann an, wo Bauflächen ausgewiesen werden, ist doch auch klar, dass Neubauten nun auch in der Miete teurer sind, da Einrichtung und Wohnstandard gehobener sind, sowie die Gegend (Travemünde oder einfach mal direkt am Bahnhof). Sanierung ist durch etliche Auflagen ebenso teurer und noch teurer geworden.
Die Entwicklung der Löhne von 2015 zu 2025 ist auch zu berücksichtigen, von 35.363 EUR auf 50.239 EUR (+42%). Auch wenn damit die Prämisse stimmt, Mieten sind stärker gestiegen als Löhne, ist die Differenz durchaus zu erklären (siehe oben). Da auch durch horrende Nebenkosten sowieso breite bürokratische Auflagen der Haus eines Eigenheims oder gar dessen Bau sich immer weniger lohnen, fragen auch immer mehr Menschen Mietwohnungen an statt selbst zu bauen.
Man könnte die Tabelle nun immer weiter durchkauen, aber die Genossen würden es nicht raffen.
Eine Mietpreisbremse würde das Angebot nur verschärfen, siehe auch hier wieder nach Berlin. Wie man immer und immer dieselbe sozialistische Geschichte runterbeten und sich irren kann, ist mir nicht begreiflich.
SPD = Sozialisten plündern Deutschland
Martin S.
schrieb am 18.12.2025 14.15 Uhr:
Wie das funktioniert hat die ZDF "Anstalt" sehr gut dargelegt.
Long Story short:
Sozialwohnungen werden gebaut und doppelt so viele fallen nach 25 Jahren raus (warum? keine Ahnung). Die werden dann teuer vermietet. So entsteht knapper, teurer Wohnraum, den der Staat teuer bezahlt mit Bürgergeld und Wohngeld. (...) und Co. kassieren ab.
Wohntraum
schrieb am 18.12.2025 14.40 Uhr:
Die SPD beklagt die Situation auf Lübecker Wohnungsmarkt und benennt ganz viele Schuldige, allen voran die Landesregierung. Nur sie selbst trifft keine Schuld an der Situation. Wenn ich mich jedoch frage, warum es für Investoren - egal ob Privatpersonen, kleine Unternehmen oder große Wohnungsbaugesellschaften- uninteressant ist, in preiswerten Wohnraum zu investieren, fallen mir ganz viele Gründe ein, an denen die SPD zumindest eine ganz erhebliche Mitverantwortung trägt. Es geht schon los, dass das Bundes-Bauministerium seit 1998 mit nur zwei kurzen Unterbrechungen stets SPD-geführt war. Umweltauflagen (und das ist nicht nur Habecks "Heizungsgesetz") unter Federführung des seit 12 Jahren von SPD oder Grünen geführten Umweltministeriums tun ihr übriges. Hinzu kommen explodierende Kosten für Handwerker und andere Dienstleistungen - dem Mindestlohn sei dank. Keine Person und keine Firma, die mit eigenem Geld oder mit Krediten arbeitet, möchte und kann das Risiko tragen, in preiswerten Wohnraum zu investieren, wenn schon unter Idealbedingungen nicht sichergestellt werden kann, dass die Einnahmen die Kosten decken. Liebe Genossen, verabschiedet Euch von Euren Idealen und Ihr werdet feststellen, es wird von ganz alleine vieles besser, denn Schuld sind nicht in erster Linie die Vermieter, Schuld ist das System.
Titus
schrieb am 18.12.2025 17.00 Uhr:
Ich erinnere gerne daran, dass die Lübecker Bauverwaltung Ende 2024 in einem großen Artikel verkündet hatte, dass nach ‚nur‘ 15 Jahren die Planung der Bebauung der Wallhalbinsel erfolgreich abgeschlossen werden konnte und die Arbeiten im Frühjahr 2025 starten würden.
Nun, fast ein Jahr später, Ende 2025, hat sich auf Selbiger bisher rein gar nichts getan.
Vielleicht liegt es auch an dieser Lübeck eigenen Schneckenhaftigkeit, dass es mit der Ausweitung von Wohnraum nicht so recht vorankommt?
Hans
schrieb am 18.12.2025 17.49 Uhr:
Den Argumenten meiner Vorredner gegen eine Mietpreisbremse stimme ich völlig zu.
Für private Kleinvermieter ist es nach meiner persönlichen Erfahrung bereits schon jetzt nicht mehr finanziell attraktiv, Wohnraum zu fairen Preisen anzubieten. Inzwischen werden Vermieter sogar zur teilweisen Erstattung des CO2-Preises an ihre Mieter herangezogen. Im Ergebnis wird die Immobilie an zahlungskräftige Interessenten verkauft und damit dem Mietmarkt für kleine und mittlere Einkommen entzogen. Deren Situation verschärft sich dadurch weiter.
Ich frage mich ernsthaft, ob sich die SPD einmal mit privaten Kleinvermietern zusammengesetzt hat, bevor man solche Erklärungen abgibt.
Lübecky
schrieb am 18.12.2025 18.31 Uhr:
Aber trotzdem wird das Schlachthof Areal nicht bebaut.
Sogar Sozialwohnungen sollte es geben, und eine sehr beliebte Supermarktkette.
Aber nein.wo kämen wir denn da hin wenn wir günstigen Wohnraum bauen!
Irgendwann nach jahren der Vertröstung und Hinhalten springt der Investor ab und dann haben es ja alle vorher gewusst und keiner ist Schuld.
Lübeck kommt einfach nicht zu potte! Gebt endlich Gas, Leute!
Rainer
schrieb am 18.12.2025 19.42 Uhr:
Die SPD sollte sich mal fragen, wie stark sie über die Anhebung der Grundsteuer zur anteiligen Erhöhung der Mieten selbst beigetragen hat. In etlichen Stadtteilen ist die Grundsteuer seit diesem Jahr um bis zu 130 Prozent (!) zu Lasten der Mieter erhöht worden, und trotzdem kriegt die Stadt bautechnisch nichts mehr auf die Kette...
Musikfreund aus Lübeck
schrieb am 18.12.2025 21.32 Uhr:
@ Martin S.
Sozialwohnung werden mit Subventionen vom Staat gebaut und sorgen für eine gewisse Zeit für günstige Mieten. Meist für die Zeit bis das Gebäude abgeschrieben ist.
Was der Wohnungsmarkt braucht sind nicht neue Wohnungen sondern zusätzliche Wohnungen. Es werden jedoch viel zu häufig alte Häuser mit günstigen Wohnungen abgerissen und durch meist deutliche teurer zu vermietende Neubauten ersetzt, die dann häufig auch weniger Wohneinheiten haben.
Zunehmede Bevölkerung, abnehmende Wohnungszahl= steigende Mieten......
MB
schrieb am 18.12.2025 21.38 Uhr:
So einen Schwachsinn kann man sich einfach nicht mehr anhören. Man muss sein hartverdientes Geld in Immobilien stecken, damit man im Alter nicht Flaschen sammeln gehen muss (Wovon unsere Beamten der SPD nichts wissen, weil sie aus Steuergeldern bezahlt werden und ihre Rente in Saus und Braus verbringen)
Dann muss man diese Immobilien energetisch auch noch sanieren, weil die BRD meint, Sie müsse ganz vorne bei den Dummen mitspielen, während die Amis sich kaputtlachen über unsere grüne Wolke.
Und dann soll ich mir jetzt auch noch erzählen lassen, zu welchem Preis ich meine Immobilien vermiete?
Die SPD sollte sich lieber mit Dingen befassen, von denen Sie Ahnung hat. In letzter Zeit ist leider nicht mehr so viel übrig, wie sich zeigt.
Wenn sie noch etwas Restwürde hat, kommt sie nicht mit noch mehr Schwachsinn um die Ecke… Die Gen Z und Alpha hat sowieso schon keinen Bock mehr zu arbeiten, aber jetzt schiessen sie den Vogel ab.
Is egal
schrieb am 19.12.2025 8.13 Uhr:
Und solange es den Beruf des Vermieters gibt (nicht zu verwechseln mit Immobilien-Verwaltung) und Häuser sowie Wohnraum als 'attraktive Wertanlage' gesehen und zur Kapitalsicherung genutzt werden, wird sich daran nichts ändern.
Häuser bauen und 'betreiben' sind im Rahmen der Vermietung als Erwerbsquelle ganz klaren Gewinnmaximierungs-Regeln unterworfen.
Wohnraum wird im Großen als Einkommensquelle und Gewinn-Markt betrachtet - nicht als Grundrecht für alle und soziale Verantwortung.
Es gibt ganz klare Ausnahmen unter privaten Vermietern, aber das ändert am Mietspiegel wenig - den bestimmen die großen Zocker. Eine sinnvolle Mietendeckelung ist auch kein sozialistisch-woher Schwachsinn, wenn es keine moralischen und gesellschaftlichen Grenzen und Eigenkontrolle gibt. Dann muss der Staat, der für ALLE Menschen in dieser Gesellschaft eine Verantwortung trägt, eben eingreifen.