SPD: Miet-Explosion um 71 Prozent in Lübeck
Lübeck: Archiv - 18.12.2025, 13.26 Uhr: „Lübeck erlebt einen Preisschock auf dem Wohnungsmarkt“, heißt es in einer Mitteilung der SPD. „Seit 2015 sind die Angebotsmieten in der Hansestadt um 71 Prozent gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Value AG, auf die "Die Zeit" verweist. Damit liegt die Preisdynamik in Lübeck bundesweit an zweiter Stelle – übertroffen nur von Berlin.“Wir veröffentlichen die Mitteilung der SPD im Wortlaut:
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Dieser Befund macht deutlich: Wir brauchen eine Neuausrichtung in der Wohnungspolitik. Die Hoffnung, dass steigende Mieten sich allein durch Neubau lösen lassen, hat sich als Trugschluss erwiesen. Die Landesregierung in Kiel hat mit der Abschaffung der Mietpreisbremse 2019 auf Deregulierung gesetzt. Ihr Versprechen lautete: Deregulierung entfesselt den Neubau, das Angebot steigt, die Preise sinken. Die Realität in Lübeck widerlegt diese Theorie eindrucksvoll. Der Markt regelt nichts zum Wohle der Mieter. Er nutzt den Spielraum für maximale Preissteigerungen.
Sophia Schiebe, SPD-Landtagsabgeordnete für Lübeck, kritisiert das Vorgehen der Landesregierung: „Während sich die Situation immer weiter zuspitzt, zieht sich das Land aus der Wohnraumförderung zurück. Die aktuellen Kürzungen im Zweckvermögen treffen den sozialen Wohnungsbau zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.“
Die Hansestadt muss trotz schwieriger Ausgangslage weiter vorangehen. Julian Lange, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft, erklärt hierzu: „Wir schaffen als Stadt die richtigen Rahmenbedingungen und stärken unsere Quartiere, wie zum Beispiel mit der neuen Mitte Moisling. Mit der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft TRAVE haben wir zudem einen verlässlichen Partner, der soziale Härten abfedert.“
Da die günstigen Mieten der TRAVE den Mietspiegel beeinflussen, hat dies einen positiven Effekt für alle Mieterinnen und Mieter in den Lübecker Quartieren. Die SPD Lübeck wird sich weiterhin für die Stärkung der TRAVE, sowie genossenschaftliches Wohnen im Allgemeinen einsetzen. Dies zieht die private Bauwirtschaft jedoch keineswegs aus der Verantwortung, ihren Teil zur Lösung des Problems beizutragen.
„Lübeck braucht dringend mehr bezahlbare Wohnungen für kleine und mittlere Einkommen, besonders für junge Familien“, sagt Lange. Aktuell sind in den Gebieten Lauerhofer Feld, Güterbahnhof, Geniner Ufer, Schönböckener Straße, Moislinger Allee (Wiesentalviertel) und am Baggersand in Travemünde rund 2.500 neue Wohneinheiten geplant oder im Bau.
Mindestens 30 Prozent der neuen Wohnungen entstehen als geförderter Wohnraum. Lübeck sichert so bezahlbare Mieten im Neubau. Doch Neubau braucht Zeit. Der Mieterbund beziffert das Defizit in Lübeck auf knapp 8.500 fehlende Wohnungen. Selbst die ambitionierten Bauprogramme der Stadt können diese Lücke kurzfristig nicht schließen.
Daraus folgt: Wir brauchen beides. Bauen und Regulieren. Ohne eine Wiedereinführung der Mietpreisbremse bleiben Wohnungssuchende der Preisspirale schutzlos ausgeliefert. Die SPD Lübeck fordert deshalb die Kehrtwende in Kiel: Die Mietpreisbremse muss zurückkehren, die Förderung für den Wohnungsbau muss steigen statt sinken.
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„Die Hoffnung, dass steigende Mieten sich allein durch Neubau lösen lassen, hat sich als Trugschluss erwiesen“, meint die SPD. Foto: Karl Erhard Vögele/Archiv
Text-Nummer: 176888 Autor: SPD/red. vom 18.12.2025 um 13.26 Uhr
