Gewerkschaft zum Warnstreik: Uniklinik ist Schwerpunkt

Lübeck: Im laufenden Tarifkonflikt zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) kündigt ver.di im Bezirk Lübeck/Süd-Ostholstein öffentlichkeitswirksame Aktionen an: Unmittelbar vor der 2. Verhandlungsrunde werden die Beschäftigten des UKSH Lübeck sowie des ZIP Lübeck und der Dienststellen der Landesverwaltung am 14. Januar zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Dazu erklärt die Gewerkschaft:

(„)Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft ein deutliches Signal an die Arbeitgeber senden. Es ist mit spürbaren Einschränkungen in der öffentlichen Daseinsvorsorge zu rechnen. Betroffen sind alle Dienststellen, die unter den Tarifvertrag der Länder (TV-L) fallen. Nachdem Anfang Dezember die erste Verhandlungsrunde ergebnislos ausgegangen ist, verweigert die Arbeitgeberseite auch weiterhin eine Antwort auf die berechtigten Forderungen. Diese Haltung sorgt für erheblichen Unmut bei den Landesbeschäftigten.

„Das Schweigen der Arbeitgeber ist kein Zufall, das ist fehlende Wertschätzung“, sagt Andreas Wübben, Geschäftsführer von ver.di in Lübeck. „Die Beschäftigten erwarten, dass ihre Arbeit und ihre Forderungen ernst genommen werden. Wer nicht verhandelt, riskiert, dass der Konflikt eskaliert – mit spürbaren Folgen für die Menschen in unserer Region.“

Ein Schwerpunkt des Warnstreiks liegt auf dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, wo ein Großteil der Beschäftigten streiken wird und deutliche Einschränkungen zu erwarten sind. Neben dem UKSH und dem ZIP beteiligen sich auch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) sowie weitere Landesämter, darunter das Landesamt für soziale Dienste, das Landesamt für Vermessung und Geoinformation und das Landesamt für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung sowie die Universität zu Lübeck.

„Am UKSH zeigt sich besonders deutlich, wie stark die Beschäftigten belastet sind“, erklärt Magda Tattermusch, zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin. „Die Beschäftigten in sämtlichen Bereichen arbeiten seit Jahren am Limit. Das UKSH ist der einzige Maximalversorger in Schleswig-Holstein und muss monetär dringend an die Tarifbedingungen des übrigen öffentlichen Dienstes im TVöD, wie sie beispielsweise bei der Sana-Klinik gelten, angepasst werden, um die ohnehin angespannte Personalsituation nicht weiter durch Abwanderungen zu verschärfen. Wenn der Arbeitgeberverband Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) unsere Forderungen weiterhin ignoriert, werden die Folgen spürbar sein. Die Verantwortung liegt klar bei ihnen.“

Bereits am vergangenen Dienstag hatten die Beschäftigten des LBV.SH in weiten Teilen Schleswig-Holsteins die Arbeit niedergelegt. Aufgrund des anhaltenden Winterwetters kann der Winterdienst im Bezirk Lübeck/Süd-Ostholstein nicht flächendeckend sichergestellt werden. „Beschäftigte streiken aus Überzeugung, weil ihre berechtigten Forderungen ignoriert werden. Eventuelle Einschränkungen im Winterdienst sind die direkte Folge der Blockadehaltung der Arbeitgeber“, sagt Markus Ameln, zuständiger Gewerkschaftssekretär für die Landeseinrichtungen und den LBV.SH. Der Landesbetrieb ist für den Winterdienst auf Landes- und Bundesstraßen sowie auf Kreisstraßen zuständig.

Ver.di stellt an jedem Streiktag einen Notdienst sicher, um lebensgefährliche Situationen auszuschließen. Notfälle werden im UKSH ohne Einschränkungen behandelt. Hierfür wird vor Ort eine Clearing-Stelle eingerichtet. Für alle Bereiche sind personelle Mindestbesetzungen vereinbart worden, die trotz Warnstreik eingehalten werden. Dennoch werden die Arbeitgeber die Auswirkungen deutlich spüren.

Die Forderungen sind klar: sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro pro Monat für die unteren und mittleren Entgeltgruppen, 200 Euro mehr für Auszubildende, dual Studierende und Praktikantinnen und Praktikanten sowie unbefristete Übernahmen nach der Ausbildung. Alle Zeitzuschläge sollen um 20 Prozentpunkte steigen, die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.

„Die Beschäftigten geben den Verhandlungskommissionen eine klare Botschaft mit: Wir sind bereit, für unsere Forderungen auch auf die Straße zu gehen, wenn taktische Hinhaltespielchen zulasten der Beschäftigten statt konstruktiver Verhandlungen gespielt werden“, erklärt abschließend ver.di-Geschäftsführer Wübben.

Die Streikenden werden sich am 14. Januar ab 7.30 Uhr im Gewerkschaftshaus am Holstentorplatz treffen. Ab 9 Uhr findet eine Demonstration durch die Lübecker Innenstadt statt.(„)

Ein Schwerpunkt des Warnstreiks liegt auf dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, wo ein Großteil der Beschäftigten streiken wird und deutliche Einschränkungen zu erwarten sind, teilt Ver.di mit. Foto: Symbolbild

Ein Schwerpunkt des Warnstreiks liegt auf dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, wo ein Großteil der Beschäftigten streiken wird und deutliche Einschränkungen zu erwarten sind, teilt Ver.di mit. Foto: Symbolbild


Text-Nummer: 177181   Autor: ver.di/red.   vom 09.01.2026 um 14.57 Uhr

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