Gaming- und Social Media Sucht: UKSH sucht Probanden
Lübeck - St. Jürgen: Das UKSH sucht Teilnehmende für die neue Studie "Problematische Nutzung von sozialen Netzwerken und Online-Gaming – Können kognitive Trainings helfen?". Die Probanden werden an zwei Tagen zu je vier Stunden benötigt und erhalten eine Aufwandsentschädigung.Sich mit Freunden vernetzen, Inhalte teilen und liken oder Online-Games am PC spielen – die Nutzung des Internets zu Unterhaltungszwecken ist aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kam bereits 2023 zu dem Ergebnis, dass nahezu alle 18- bis 25-Jährigen das Internet täglich zu Unterhaltungszwecken nutzen und dabei im Schnitt zwischen 27 und 29 Stunden pro Woche online verbringen.
„Eine generelle Nutzung von sozialen Netzwerken oder Online-Games ist für sich noch kein Problem“, erklärt Herr Prof. Dr. Rumpf, Leiter der Suchtforschungsgruppe am Zentrum für integrative Psychiatrie (ZIP) in Lübeck. „Allerdings beobachten wir, dass die Zahl derer, die die Kontrolle über ihr Nutzungsverhalten verlieren und denen daraus Probleme bei der Bewältigung ihres Alltags erwachsen, in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist.“
Problematisch für Personen mit einem solchen suchtartigen Verhalten sei auch, erklärt uns Rumpf weiter, dass die Inanspruchnahme von Hilfen für die Betroffenen mitunter sehr schwierig sei. Das therapeutische Angebot für Online-Süchte sei noch eher im Aufbau begriffen und ohnehin sei die Hemmschwelle für viele Betroffene, direkt eine Praxis aufzusuchen, zunächst sehr hoch. Abhilfe könnten hierbei niedrigschwellige, kognitive Trainings schaffen, die am Computer selbst durchgeführt werden können. Rumpf und seine Kollegen haben zu diesem Zweck zwei Trainingsformen entwickelt, die nun im Rahmen einer Studie im Hinblick auf ihre Wirkmechanismen untersucht werden sollen.
„Eines der von uns entwickelten Trainings zielt darauf ab, den generellen Umgang mit negativen Emotionen zu verbessern. Das zweite Training soll dabei helfen, ein automatisches Annäherungsverhalten an Online-Bilder zu verringern“, erklärt Rumpf. Man gehe davon aus, dass beide Trainings geeignet seien, um Verbesserungen bei den, dem Online-Suchtverhalten zugrunde liegenden Mechanismen zu erreichen. Die Trainings könnten ohne besondere Kenntnisse am Computer und prinzipiell auch zu Hause durchgeführt werden. „Wir möchten mit unserer Studie zunächst aufklären, wie genau beide Verfahren wirken, um so Rückschlüsse ziehen zu können, ob diese in der Versorgung von Betroffenen standardmäßig etabliert werden sollten. Sei es als Ergänzung zu psychotherapeutischen Maßnahmen oder auch zur Prävention in früheren Stadien“, erläutert Rumpf.
Zu diesem Zweck sucht das Studienteam der Suchtforschungsgruppe ab sofort Teilnehmende im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die entweder eine problematische Nutzung von sozialen Netzwerken oder ein problematisches Gaming-Verhalten zeigen. „Von einem problematischen Verhalten würden wir sprechen, wenn drei Faktoren zusammenkommen: ein Kontrollverlust über die Zeit am Bildschirm und neue Prioritäten. Das heißt: Online sein wird dann wichtiger als andere Dinge – zum Beispiel der Job oder die Familie. Der dritte Faktor ist der Langzeit-Trend: Das Verhalten zeigt sich über viele Monate, obwohl der Person klar ist, dass es schädlich ist“, so Rumpf. Interessierte Personen sollten bereit sein, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in den Räumlichkeiten des UKSH für eine Dauer von jeweils vier Stunden verschiedene computergestützte Tests und Trainings zu absolvieren. Optional bestehe auch zusätzlich die Möglichkeit, weitere Trainings über einen Zeitraum von vier Wochen zu Hause durchzuführen. Für alle Testungen und Trainings wird eine Aufwandsentschädigung von 12 Euro pro Stunde gezahlt.
Interessierte können sich unter folgendem Link für die Studie anmelden: limesurvey.acsid.de/index.php/546781?lang=de.

Gesucht werden Probanden, die sich nur sehr schwer von ihrem Handy trennen können. Foto: HN
Text-Nummer: 177184 Autor: UKSH/red. vom 09.01.2026 um 15.53 Uhr
