Neue Fähren: Stadt will Hafenhaus besser erreichbar machen

Lübeck - Travemünde: Archiv - 13.01.2026, 18.19 Uhr: Die Buslinienführung wurde gerade erst wieder optimiert, mit dem Zug allein kommt man überhaupt nicht hin. Ein Teilnehmer der Travemünder Stadtteilkonferenz fragte deshalb bei Bürgermeister Jan Lindenau nach einer professionelleren Anbindung des Hafens an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Der machte angesichts neuer Fähren Hoffnung und widmet dem Thema sogar einen Projekttag seiner Verwaltung.

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Das Thema sei im letzten Jahr ein „großer Aufreger“ gewesen, erinnerte Joanna Hagen, Leiterin des Fachbereichs Planen und Bauen bei der Hansestadt Lübeck, auf der Travemünder Stadtteilkonferenz im Januar. Gemeint ist der Bus, der „nicht mehr durch den Hafen fahren durfte“ (Wir berichteten). Entsprechend sei auch das Hafenhaus nur sehr eingeschränkt erreichbar gewesen. Diese Erreichbarkeit hätte aber sehr vielen Menschen am Herzen gelegen.

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Fachbereichsleiterin Joanna Hagen stellte auf der Stadtteilkonferenz die optimierte Linienführung vor.

Die 35 fährt von Travemünde, die 50 von Lübeck
Dann stellte die Fachbereichsleiterin die Neuerungen vor: Der Bus der Linie 35 fahre jetzt „in einem großen Schlenker“ von Travemünde aus das Hafenhaus an, so Joanna Hagen. „Und von Lübeck wird dann im Gegenzug die Linie 50 zum Hafenhaus geführt“, erläuterte sie. „So dass wir hier eine sehr gute Möglichkeit haben, das Hafenhaus anzufahren.“

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Am Hafenhaus angekommen gibt es im Bus eine Durchsage, die auf Deutsch und Englisch auf die Möglichkeit der Weiterreise mit den Fähren hinweist.

Bürger: Hafen professionell an den ÖPNV anbinden
An Bürgermeister Jan Lindenau richtete im weiteren Verlauf der Sitzung ein Bürger seine Wortmeldung: Er hätte mit Interesse festgestellt, dass der Bürgermeister ja mit der Fähre nach Helsinki gefahren sei. „Und Sie festgestellt haben, dass dort die öffentlichen Verkehrsmittel super angebunden sind am Hafen. Wie sieht das eigentlich hier bei uns aus?“, wollte der Fragesteller wissen. Es ging ihm um eine professionelle Anbindung des ÖPNV und einen besseren Zugang zum Hafen für die Menschen.

Projekttag: Verwaltung fährt mit Bus und Bahn zum Hafenhaus
Bürgermeister Jan Lindenau sprach von „ganz großer Freude“ in der Verwaltung, mit ihm einen Projekttag zu dem Thema machen zu dürfen. „Das ist schon mal spannend zu sehen, wer hat überhaupt ein Deutschlandticket und nutzt den öffentlichen Nahverkehr und wer nicht?“, scherzte er. „Weil meine ganze Planungsabteilung muss jetzt mit mir vom Hauptbahnhof kommend mit dem öffentlichen Nahverkehr bis zum Fähranleger.“ Auch der Check-In solle überprüft werden. Und auch die Hafenkollegen müssten mit. „Das wird ein Happening“, versprach Lindenau. Wann der Projekttag passiert, verriet er nicht, der solle ja in Ruhe stattfinden.

Ausweitung des Fährverkehrs
An einer Verbesserung der Anbindung werde auch vor dem Hintergrund neuer Fährschiffe gearbeitet, erläuterte Bürgermeister Jan Lindenau. Die CO2-Emissionen würden besser und es werde höhere Kapazitäten geben. „Das heißt auch, der Fährverkehr wird durch die Reedereien ausgeweitet.“ Die Stadt habe deswegen auch ein Interesse an einer Verbesserung der Anbindung über den ÖPNV mit Bus und Schiene. Er persönlich favorisiere ein bisschen die Schiene, meinte Lindenau. „Weil sie sehr konkret ist“. Insofern müsse dann auch der Verbindungsweg vom Bahnhaltepunkt hin zum Terminal entsprechend optimiert werden.

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Der Zug fährt zwar am Hafen vorbei, hält dort aber nicht.

Bis 2028 soll alles besser werden
Der derzeitige Bahnhaltepunkt „Skandinavienkai“ ist noch auf das alte Check-In-Gebäude ausgerichtet und hat zweifellos Optimierungspotenzial. Auch wer bereits in Kücknitz aussteigt, muss dann wieder auf den Bus umsteigen. Direktverbindungen gibt es derzeit nur mit dem Bus. „Und deswegen wandern wir alle durch die Gebiete“, meinte Bürgermeister Lindenau. „Hoffentlich regnet es an dem Tag nicht.“ Dabei ginge es auch um die Frage der Ausschilderung. Eine Verbesserung hat er da schon festgestellt: An den Bussen wird jetzt mit einem Piktogramm angezeigt, dass die Fahrt zur Fähre geht. Um das Jahr 2028 sollen laut Bürgermeister Jan Lindenau die neuen Fähren kommen. „Und bis dann wollen wir auch die Wege deutlich verbessern.“

Ein Piktogramm in Form einer Fähre hilft bei der schnellen Orientierung: Mit diesem Bus geht es vom ZOB zum Hafenhaus. Fotos: Helge Normann

Ein Piktogramm in Form einer Fähre hilft bei der schnellen Orientierung: Mit diesem Bus geht es vom ZOB zum Hafenhaus. Fotos: Helge Normann


Text-Nummer: 177228   Autor: Helge Normann   vom 13.01.2026 um 18.19 Uhr

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