5.000 Euro Strafe fürs Enten füttern

Lübeck - Travemünde: Archiv - 15.01.2026, 19.01 Uhr: „Bitte nicht füttern!“ steht auf einem Schild am Ententeich im Travemünder Godewindpark. Stellt man sich neben das Schild, dauert es nicht lange, bis die ersten Enten angewatschelt kommen. In der Erwartung, gefüttert zu werden. Mensch und Tier werden sich jetzt umgewöhnen müssen. Denn wer im Frühjahr sein altes Brot an die Wasservögel verfüttert, wird vom Ordnungsamt zumindest ermahnt. Ganz renitenten Tierfreunden drohen auch Strafen von bis zu 5.000 Euro.

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Bürgermeister Jan Lindenau beantwortete in Travemünde die Fragekärtchen der Bürger. Auch zu den städtischen Maßnahmen gegen das Füttern von Wasservögeln.

„Wann unternehmen Sie etwas gegen das Füttern von Wasservögeln?“, hatte auf der Travemünder Stadtteilkonferenz im Januar ein Bürger auf ein Fragekärtchen geschrieben.

Verbot statt Bitte
Bürgermeister Jan Lindenau hatte da gute Nachrichten: Man hätte die rechtlichen Grundlagen mittlerweile derart verschärft, dass das Füttern von Wasservögeln nun offiziell verboten sei. Möglicherweise ist das Travemünder „Bitte nicht füttern!“-Schild veraltet, denn Lindenau sprach davon, dass an zentralen Punkten Hinweisschilder aufgestellt wurden, dass „das Füttern verboten ist.“

Ordnungsdienst kontrolliert Fütter-Verbot
Die Schilder seien „die erste Phase der Kommunikation“, kündigte der Bürgermeister an. Die zweite sei, dass der kommunale Ordnungsdienst nun gegebenenfalls Personen ansprechen werde. „Und wenn nötig auch ein Ordnungsgeld verhängt wird. Denn das ist mittlerweile mit der gesetzlichen Grundlage möglich.“

Bis zu 5.000 Euro Strafe
Im Wiederholungsfall und „in besonders schwerem Fall“ sei ein Ordnungsgeld von bis zu 5.000 Euro möglich, erläuterte Bürgermeister Jan Lindenau. Da müsse allerdings schon einiges passieren. „Wobei, wir kennen so einige Personen, die durchaus mit Handwagen voll Toastbrot-Ladungen anrücken. Das ist dann schon der etwas härtere Fall.“ Das Krümelbrötchen sei noch nicht ganz so hart.

Info-Portal nennt Gründe
Bürgermeister Jan Lindenau verwies auch auf das städtische Info-Portal. Auf der Seite www.luebeck.de kann man nachlesen, warum Wasservögel (und auch Fische) nicht gefüttert werden sollen: Brot sei kein artgerechtes Futter und könne die Tiere krank machen, heißt es dort unter anderem. Außerdem ziehe das Futter auch andere Tiere an, wie Ratten und Tauben. „Es kann zu einer Plage kommen“, warnt die Stadt auf ihrer Internetseite. „Also das Thema wird konsequent weiterverfolgt“, versprach der Bürgermeister auf der Stadtteilkonferenz.

Wer in diesem Jahr noch Wasservögel füttert, kommt unter Umständen nicht nur mit der Natur, sondern auch mit dem städtischen Ordnungsdienst in Kontakt. Fotos: Helge Normann

Wer in diesem Jahr noch Wasservögel füttert, kommt unter Umständen nicht nur mit der Natur, sondern auch mit dem städtischen Ordnungsdienst in Kontakt. Fotos: Helge Normann


Text-Nummer: 177261   Autor: Helge Normann   vom 15.01.2026 um 19.01 Uhr

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