Gedenken an die Opfer der Brandkatastrophe in der Hafenstraße

Lübeck: Archiv - 17.01.2026, 15.12 Uhr: Am Sonntag jährt sich die Brandkatastrophe in der Lübecker Hafenstraße zum 30. Mal. Zehn Menschen starben, zahlreiche weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Am Samstag gab es eine Demonstration mit 450 Teilnehmern, die erneute Ermittlungen forderten. Die Justiz hatte sich zuletzt im Jahr 2002 mit dem Brand befasst.

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Im Gebäude Hafenstraße 52 lebten damals etwa 50 Personen, Familien aus verschiedenen Ländern. Im Erdgeschoss des Gebäudes waren die Gemeinschaftsräume und das Büro der Diakonie untergebracht, die das Heim und seine Bewohner betreute. In zwei Obergeschossen sowie im Dachgeschoss lebten die Familien der Geflüchteten. In den frühen Morgenstunden des 18. Januar, kurz nach 3 Uhr, gingen bei Feuerwehr und Polizei die Hilferufe ein. Wenige Minuten später waren Feuerwehren vor Ort. Unter den Toten waren Kinder und Jugendliche. Viele weitere Personen wurden verletzt.

Die Brandursache wurde nie geklärt. Ein Verdächtiger, 21 Jahre alt, wurde angeklagt, jedoch in zwei Instanzen freigesprochen. Es gab Hinweise auf Rechtsradikale aus Mecklenburg. Die Ermittlungen gegen sie wurden 2001 eingestellt. Eine Beschwerde dagegen wurde vom Oberlandesgericht Schleswig am 18. Juni 2002 im sogenannten Klageerzwingungsverfahren verworfen. Neue Ermittlungen seien unzulässig, wenn nicht neue Tatsachen oder Beweismittel vorliegen.

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Seitdem gibt es immer wieder Forderungen, die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Auch in der Lübecker Bürgerschaft ist die Katastrophe am 29. Januar erneut ein Thema. "Die FRAKTION" möchte den Bürgermeister auffordern, sich für eine Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens einzusetzen.

Am Sonntag findet am Brandort um 12 Uhr eine Gedenkveranstaltung statt. Dort können Blumen niedergelegt werden. Auf Wunsch der Angehörigen der Opfer sollte auf Kerzen verzichtet werden.

Rund 450 Menschen gedachten am Samstag der Opfer. Fotos: STE

Rund 450 Menschen gedachten am Samstag der Opfer. Fotos: STE


Text-Nummer: 177305   Autor: VG   vom 17.01.2026 um 15.12 Uhr

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