Linke: Menschlichkeit darf nicht dem Sparzwang geopfert werden

Lübeck: Archiv - 18.01.2026, 10.19 Uhr: Am vergangenen Wochenende waren Mitglieder der Linken Lübeck bei eisigen Temperaturen in Lübeck unterwegs, um Menschen zu unterstützen, die in unserer Gesellschaft am wenigsten haben: Menschen ohne Obdach.

Wir veröffentlichen die Mitteilung der Partei Die Linke Lübeck im Wortlaut:

(")In der Nacht, bei klirrender Kälte, mussten sie ohne Bett und ohne schützendes Dach über dem Kopf im öffentlichen Raum ausharren. Mit einfachen Mitteln – einer warmen Brühe, heißem Tee und Gesprächen auf Augenhöhe – konnten wir ein wenig Linderung verschaffen. Für uns war es wenig, für die Betroffenen jedoch viel. An unterschiedlichen Orten in Lübeck trafen wir rund 20 Menschen, die diese Nacht im Freien verbringen mussten. Diese Zahl steht exemplarisch für ein strukturelles Problem, das nicht länger ignoriert werden darf.

Es ist offensichtlich: Die Politik in Bund und Land handelt nicht ausreichend. Mehr noch – sie verschärft die Situation. Auch die Rathausmehrheit aus CDU, Grünen und FDP ist nicht hilfreich.

Fehlende Investitionen in eine bedarfsgerechte, menschenwürdige Infrastruktur führen dazu, dass Notlagen fortbestehen. Es mangelt an ausreichend zugänglichen, sicheren und würdevollen Unterkünften für obdachlose Menschen.

In Zeiten, in denen wirtschaftliches Denken und Sparmaßnahmen die Sozialpolitik der Hansestadt bestimmen, geraten die Schwächsten zunehmend aus dem Blick. Gleichzeitig wird das enorme Engagement von Ehrenamtlichen als selbstverständlich hingenommen. Projekte wie der Herzenswärmebus leisten unverzichtbare Arbeit und benötigen dringend verlässliche Unterstützung statt kurzfristiger Duldung.

Darüber hinaus fordern wir die konsequente Umsetzung des Housing-first-Projektes. Wohnen ist ein Menschenrecht. Menschen ohne Obdach brauchen nicht zuerst Bedingungen, sondern zuerst eine sichere, eigene Unterkunft. Nur so kann ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht und nachhaltige soziale Teilhabe erreicht werden.

Die Stadt Lübeck steht in der Verantwortung. Wegschauen ist keine Option mehr. Es braucht jetzt politische Entscheidungen, Investitionen in menschenwürdige Lösungen und eine klare Haltung: Niemand darf in unserer Stadt im Winter auf der Straße schlafen müssen.

„Es darf nicht sein, dass Menschen in einer Stadt wie Lübeck bei dieser Kälte auf der Straße schlafen müssen. Das ist ein politisches Versagen. Die Bürgerschaft muss endlich Verantwortung übernehmen und ein menschenwürdiges Leben garantieren, statt immer neue soziale Kürzungen zu planen. Menschenwürde ist nicht verhandelbar!", erklärt Nicolas Stoltz, Beisitzer im Vorstand von „Die Linke“ in Lübeck.

„Wie kaputt eine Gesellschaft ist, zeigt sich daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht. In Lübeck erleben obdachlose Menschen diese Kälte leider jeden Tag – nicht nur im Winter. Es braucht die ausreichende, verlässliche und vor allem langfristige Finanzierung sozialer Projekte, um Menschen an der Gesellschaft teilhaben zu lassen" ergänzt Bianca Szygula, Kreissprecherin „Die Linke“ Lübeck.(")

Die Linke fordert eine langfristige und verlässliche Finanzierung von Angeboten für Obdachlose. Symbolbild: JW

Die Linke fordert eine langfristige und verlässliche Finanzierung von Angeboten für Obdachlose. Symbolbild: JW


Text-Nummer: 177308   Autor: Linke/red.   vom 18.01.2026 um 10.19 Uhr

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