Kringelhöge 2026: Klare Worte zur Zukunft des Elbe-Lübeck-Kanals

Lübeck - Innenstadt: Mit einem kraftvollen Marsch des Traditions-Kringelhögeorchesters begann am Samstag pünktlich um 10 Uhr die Kringelhöge 2026. Rund 150 dunkel gekleidete Männer zogen feierlich in den Saal der Handwerkskammer ein. Wie es der jahrhundertealten Tradition entspricht, verlas der Ältermann des Stecknitzfahreramtes, Hartmut Haase, die Hausordnung – ein Regelwerk, das bereits seit 1576 Bestand hat.

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An der festlich besetzten Haupttafel hieß Ältermann Haase zahlreiche Ehrengäste willkommen. Unter ihnen Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, Stadtpräsident Henning Schumann, der frühere Stadtpräsident Peter Sünnenwold, der finnische Honorarkonsul Bernd Jorkisch sowie Andre Grundmann, amtierender Ältermann der Lauenburger Schifferbrüderschaft. Zudem nahmen Vertreter aus Wirtschaft und maritimen Institutionen teil, darunter Rüdiger Pfaff, Ältermann der seit 625 Jahren bestehenden Schiffergesellschaft, Thorsten Metschulat, 2. Vorsitzender vom Nautischen Verein Lübeck, aus der Vorsteherschaft von den Gemeinnützigen Titus Heldt, dem Ältermann der Gothmunder Fischer Bernd Kühn, und dem Leiter vom Deutschen Binnenschifffahrtsarchiv aus Lauenburg Werner Hinsch.

In seiner Ansprache erinnerte Hartmut Haase an die lange Geschichte der Stecknitzfahrer: „Das Amt wird erstmals 1422 als Bruderschaft erwähnt – vor 604 Jahren. Es erfüllt uns mit großem Stolz, diese Tradition bis heute zu bewahren und gemeinsam mit unseren Gästen zu feiern.“

"Für mich ist es erst der dritte Besuch und wie immer eine ganz besondere Veranstaltung. Traditionen werden niedergeschrieben, werden übermittelt und gelebt. Traditionen sind damit auch fühlbar", ergänzte Stadtpräsident Schumann. Deutliche Worte fand Haase erneut zum seit Jahren diskutierten Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals. Er appellierte an die politischen Entscheidungsträger in Berlin und Kiel, den Ausbau für das Europaschiff voranzubringen. Der Transport von Waren und Rohstoffen über die Wasserstraße sei nicht nur kostengünstiger als der Lkw-Verkehr, sondern auch deutlich klimafreundlicher. „Dieses Thema wird politisch zu lange verschlafen“, so Haase.

Zum festen Bestandteil der Kringelhöge gehört das gemeinsame Frühstück: Hunderte Brötchen – der Belag wird traditionell selbst mitgebracht –, mehr als 200 Liter Braunbier und Krummesser Korn wurden gereicht, leider zum letzten Mal, da die Produktion eingestellt wurde. Nach dem Mahl folgten Grog-Bowle, Tonpfeife und geselliges Beisammensein.

Musik und Gesang dürfen bei der Kringelhöge ebenfalls nicht fehlen. Neben dem gemeinsamen Singen begeisterte der Kinderchor der Kücknitzer Utkiek-Schule mit plattdeutschen Liedern unter der Leitung von Marita Glöckner. Als Dank erhielten die Kinder die traditionellen gebackenen Kringel – ein Brauch, aus dem sich der Name „Kringelhöge“ ableitet.

Das Stecknitzfahreramt lud am Samstag zur traditionellen Kringelhöge ein. Fotos: privat

Das Stecknitzfahreramt lud am Samstag zur traditionellen Kringelhöge ein. Fotos: privat


Text-Nummer: 177431   Autor: Bernd Pagel   vom 24.01.2026 um 16.01 Uhr

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