Es wird noch einmal richtig kalt in Lübeck
Lübeck: Am Sonntag war es grau in Lübeck. Trotz nur leichter Minusgrade waren die gefühlten Temperaturen bei Ostwind deutlich kälter. Harald Denckmann gibt einen Überblick über die Großwetterlage. Zum Ende der Woche wird es noch einmal deutlich kälter.
Eins ist sicher: Wir werden im ersten Drittel des Monats Februar auf alle Fälle noch Winterwetter haben. Normalerweise legen wir uns an dieser Stelle ja immer fest, in dieser Lage ist aber die ganze Branche unsicher, wie genau sich die Wetterlage für die einzelnen Regionen entwickeln wird. Ein Hochdruckgebiet über Skandinavien und ein Tiefdruckgebiet über Island mit weiteren kleinen Ablegern nach Mitteleuropa hinein befinden sich in den kommenden Tagen im Wettstreit miteinander. Interessant ist dabei die Trennlinie zwischen den beiden Druckräumen, die in der Karte mit 1015 hPa gekennzeichnet ist. Die verläuft vermutlich Anfang Februar an der englischen Ostküste entlang, kann sich aber bis dahin auch noch leicht östlich oder westlich verschieben. Das kann man einfach heute noch nicht so genau sagen, davon hängt aber die konkrete Wetterentwicklung bei uns nun einmal ab.

Spannend für Lübeck wird es bereits in den kommenden Stunden. Ein kleines Tiefdruckgebiet sollte uns in der Nacht zu Montag, 26. Januar, bereits Schneefälle bescheren, die den Berufsverkehr beeinträchtigen könnten. Da der Schnee auf gefrorenen Boden trifft, sollte man sich äußerst vorsichtig verhalten, egal ob man mit dem Auto, dem Fahrrad oder auch zu Fuß unterwegs ist. In Niedersachsen war gerade auch Eisregen beteiligt, was zu chaotischen Verhältnissen auf der Autobahn geführt hat. Gewarnt wird ohne Ende, manchmal fällt sogar die Schule aus, trotzdem drehen sich die Lkw auf eisglatter Fahrbahn, und Wagenlenker, die mit unverminderter Geschwindigkeit einfach weiterfahren, liegen dann etwas später mit Reifen nach oben im Graben. „Blitzeis“ heißt es dann so schön, obwohl vorher alle genau Bescheid wussten, dass genau das passieren würde.
Nach Montag geht es dann erst einmal moderat weiter. Die Tagestemperaturen werden sich bis zum kommenden Wochenende etwa um den Gefrierpunkt herum bewegen. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen Tag- und Nachttemperatur. Am kommenden Samstag erreichen wir dann langsam die in der Karte beschriebenen Druckverhältnisse. Das Festlandhoch über Nordeuropa dehnt sich über Lübeck hinaus aus und wir kommen bis etwa zum 6. Februar in den Einflussbereich sehr kalter Luftmassen aus Ost. Das kann in der Nacht sogar in den zweistelligen Minusbereich gehen.
Das Jahr 2026 beginnt also mit einem richtigen Winter, wie wir ihn zuletzt 2017 hatten. Wir haben ja noch eine Woche, aber bisher waren von den 24 Tagen dieses Monats 18 sogenannte Frosttage, an denen die Temperatur zumindest zeitweise unter dem Gefrierpunkt gemessen wurde. Von diesen 18 Tagen gab es allein 6 sogenannte Eistage, die über 24 Stunden vollständig kälter waren als null Grad. Daran werden wir uns spätestens dann erinnern, wenn wir unsere Heizungsabrechnungen bekommen.

Und der Winter geht ja auch noch in den Februar hinein. Am 2. Februar haben wir Maria Lichtmess, traditionell ein Tag, an dem Prognosen über den weiteren Verlauf des Winters abgegeben werden. Wenn das Murmeltier in Amerika seinen Schatten sieht, soll der Winter noch ganze sechs Wochen andauern. Aus heutiger Sicht sieht es ganz so aus, als ob das für Amerika und auch für uns eintreten könnte. Uns hat dann ein Kältehoch im Griff und in Amerika könnte das Murmeltier seine Prognose bei Temperaturen von minus 40 Grad abgeben. Vielleicht werden wir aber auch rechtzeitig von einem atlantischen Tiefdruckgebiet erlöst, auch diese Prognosen gibt es. Wie es genau weitergehen wird berichten wir dann beim nächsten Mal.

Ab kommenden Samstag soll es in Lübeck richtig kalt werden. Grafik: Harald Denckmann, Fotos: Karl Erhard Vögele
Text-Nummer: 177443 Autor: Harald Denckmann vom 25.01.2026 um 16.57 Uhr
