84 Nachwuchspolizisten beendeten ihre Ausbildung
Ostholstein: 84 junge Nachwuchspolizistinnen und -polizisten standen Freitagmittag im „Maritim Seehotel“ im Mittelpunkt. Bei einem Festakt wurden die 30 Frauen und 54 Männer zu Polizeiobermeisterinnen und -obermeistern ernannt, nachdem sie ihre zweieinhalbjährige Ausbildung erfolgreich beendet hatten.
Innenministerin Magdalena Finke (2.v.l.) zeichnete Laura Müller, Sadok Amara und Tolga Özkan (v.l.n.r.) als Jahrgangsbeste aus. Der Leiter der Polizeiabteilung im Innenministerium Ingo Minnerop und Landespolizeidirektorin Maren Freyher (r.) sowie Sarah Lampe (l.) gehörten zu den ersten Gratulanten.
Als die Beamtinnen und Beamten im August 2023 ihre Ausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst gemeinsam auf Hubertushöhe in Eutin begonnen hatten, waren es noch 36 Frauen und 64 Männer im Alter von 16 bis 37 Jahren.
Zu Ehren der jungen Uniformträger, zwei davon von der Wasserschutzpolizei, waren sowohl Innenministerin Magdalena Finke als auch Landespolizeidirektorin Maren Freyher zum Festakt erschienen und beglückwünschten und ermutigten die erfolgreichen Nachwuchspolizistinnen und -polizisten.
„Die Leistungsbilanz Ihres Jahrgangs ist beeindruckend. Sie sind ein leistungsfähiger, engagierter und belastbarer Jahrgang. Ihre Praktikumsleistungen und die Gesamtnote sprechen für Ihre Einsatzbereitschaft und Ihren hohen Anspruch an sich selbst“, lobte die Innenministerin die jungen Beamtinnen und Beamten, die die Polizeidirektionen des Landes, die Bereitschaftspolizeiabteilung, die Wasserschutzpolizei oder auch den Bäderdienst auf den Inseln Helgoland, Amrum und Föhr verstärken werden. „Jede dieser Verwendungen ist wichtig und wird Sie fordern. Und jede braucht genau die Haltung, die Sie in Ihrer Ausbildung erlernt haben“, so Magdalena Finke. Die Ministerin dankte in Gegenwart von Kreispräsidentin Petra Kirner und Landrat Timo Garz allen Beamtinnen und Beamten, die sich für den Polizeinachwuchs stark gemacht hätten. Die ehemaligen Anwärterinnen und Anwärter würden ihren Dienst in anspruchsvollen Zeiten antreten. Die Polizei stehe vor vielfältigen Herausforderungen. Dazu gehörte nach Angaben von Finke auch eine steigende Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten, die nicht hinzunehmen sei, denn sie sei ein Angriff auf die Grundfesten der freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. „Und dennoch ist der Polizeiberuf gerade in diesen Zeiten ein zutiefst sinnstiftender, wichtiger, und auch attraktiver Beruf. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Freiheit und Sicherheit unserer Gesellschaft und genießen ein hohes Ansehen in der Bevölkerung“, unterstrich die Innenministerin. Polizei sei mehr als Recht durchzusetzen. „Es bedeutet Maß und Mitte, Augenmaß und Menschlichkeit, Entschlossenheit und Empathie“, legte Magdalena Finke den neuen Polizeiobermeisterinnen und -obermeistern ans Herz. „Wir brauchen engagierte, faire und verantwortungsbewusste Polizistinnen und Polizisten. Wir brauchen Sie, Schleswig-Holstein braucht Sie. Menschen, die nicht nur den Staat vertreten, sondern die Werte unserer Gesellschaft hochhalten“, so die Ministerin.
„Sie haben es geschafft und sind jetzt in der Landespolizei angekommen“, wandte sich Maren Freyher als ranghöchste schleswig-holsteinische Polizistin an den Nachwuchs. Die Landespolizeidirektorin wünschte den frisch gebackenen Polizeiobermeisterinnen und -obermeistern einen guten Start auf ihren künftigen Dienststellen. „Wir haben unser Vertrauen in Sie gesetzt. Genießen Sie das Vertrauen. Wirken Sie positiv für die Bürgerinnen und Bürger“, empfahl Maren Freyher den ernannten Beamtinnen und Beamten.
Als stellvertretender Leiter der Fachinspektion für Aus- und Fortbildung der PD AFB würdigte Jürgen Oelbeck die Leistungen des Jahrgangs. So sei das Berufspraktikum mit einem Durchschnittspunktwert von 11,48 Punkten, entsprechend der Schulnote „gut“, und die Ausbildung insgesamt mit einem Durchschnittswert von 9,65 Punkten („befriedigend“) abgeschlossen worden. Die Ergebnisse lägen im Vergleich im oberen Drittel der letzten Jahrgänge, so der Polizeidirektor. Insgesamt zwölf Auszubildende hätten die Ausbildung sogar mit der Gesamtnote „gut“ abgeschlossen. „Mit Ihren Ergebnissen haben Sie sich eine gute Basis für einen weiteren erfolgreichen Weg in unserer Landespolizei Schleswig-Holstein geschaffen“, befand Oelbeck.
Mit 13,24 Punkten lag Laura Müller deutlich über dem Durchschnittswert und freute sich, die Ausbildung als Nummer eins des gesamten Jahrgangs abgeschlossen zu haben und ab dem 1. Februar zum 3. Polizeirevier in Lübeck zu wechseln. „Ich bin unglaublich stolz auf mich, dass ich das geschafft habe. Es war immer mein Ziel, die Ausbildung gut abzuschließen. Dass sich meine Mühe am Ende noch mit einer Ehrung ausgezahlt hat, das ist wirklich toll“, so die 30-Jährige. Die gebürtige Oldenburgerin war vor ihrem Wechsel zur Polizei sieben Jahre als Erzieherin in Lübeck tätig.
Nur knapp hinter Laura Müller lag mit 13,15 Punkten Sadok Amara. Er wird zum 1. Polizeirevier der Hansestadt versetzt. Ebenso wie Tolga Özkan, der mit 12,2 Punkten als Drittbester abschloss. Alle drei erhielten für ihre herausragenden Leistungen Auszeichnungen durch Innenministerin Magdalena Finke und Landespolizeidirektorin Maren Freyher.
Die Jahrgangsbeste Laura Müller war es dann auch, die gemeinsam mit Kinem Ay (22) kurzweilig und pointenreich auf die Ausbildungszeit zurückblickte und dabei ihrem anwesenden Lehr- und Ausbildungspersonal auch humorvoll deren kleine Macken zu Gehör brachte. Und das zum Amüsement ihrer Jahrgangskolleginnen und -kollegen, die Müller und Ay mit stehendem Applaus feierten.

Der große Saal des Maritim-Strandhotel bot eine beachtliche Kulisse für den Festakt zur Ernennung der 84 neuen Polizeiobermeisterinnen und -obermeister, bei dem auch unzählige Angehörige dabei sein konnten. Fotos: Thomas Gründemann
Text-Nummer: 177470 Autor: Thomas Gründemann vom 26.01.2026 um 16.09 Uhr
