SPD zum Sana-Neubau: Viele offene Fragen zu Kosten und Planung

Lübeck - St. Jürgen: Archiv: Zur Ankündigung des Landes, den Ersatzneubau der Sana Kliniken Lübeck mit 180 Millionen Euro in das Investitionsprogramm aufzunehmen (wir berichteten) äußert sich auch die Lübecker Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Sophia Schiebe. Der Ersatzneubau sei eine wichtige Investition, heißt es in einer Mitteilung, aber es gäbe „viele offene Fragen zu Kosten und Krankenhausplanung“.

Wir veröffentlichen die Mitteilung des Wahlkreisbüros von Sophia Schiebe im Wortlaut:

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„Selbstverständlich ist es richtig und notwendig, in eine moderne und leistungsfähige Krankenhausversorgung in Lübeck zu investieren. Der bauliche Zustand der Sana Kliniken und die beschriebenen Flächendefizite machen einen Neubau unumgänglich. Insofern ist die grundsätzliche Entscheidung für dieses Projekt sehr zu begrüßen.

Gleichzeitig bleiben nach der heutigen Pressemitteilung des Ministeriums Fragen offen. Angesichts der stark gestiegenen Baukosten und der bekannten Kostenentwicklungen bei vergleichbaren Großprojekten ist sehr fraglich, ob die angesetzten 180 Millionen Euro am Ende tatsächlich ausreichen werden. Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen: Kostensteigerungen sind eher die Regel als die Ausnahme.

Zudem ist der Bezug zur anstehenden Krankenhausreform auf Bundesebene zu bedenken. Das Ministerium betont, die Reform „mitzudenken“ und ihr weder vorzugreifen noch zu widersprechen. Doch genau hier fehlt bisher jede inhaltliche Konkretisierung. Wie soll der Neubau künftig in die neue Krankenhausplanung, in Versorgungsstufen und Leistungsgruppen eingebunden werden? Welche Rolle soll der Standort Lübeck langfristig im landesweiten Versorgungsnetz spielen? Dazu enthält die heutige Ankündigung keine belastbaren Aussagen.

Gerade weil die Krankenhausreform grundlegende Veränderungen in der Versorgungsstruktur mit sich bringen wird, braucht es jetzt eine enge Verzahnung von Bauplanung und Krankenhausplanung. Ein Neubau in dieser Größenordnung darf nicht losgelöst von der zukünftigen Versorgungslandschaft gedacht werden.

Eine moderne stationäre Versorgung in Lübeck ist für die Region von zentraler Bedeutung. Umso wichtiger ist es, frühzeitig Transparenz über Kosten, Zeitpläne und die Einbindung in die künftige Krankenhausplanung herzustellen. Ankündigungen allein schaffen noch keine Planungssicherheit. Hier erwarte ich vom Gesundheitsministerium deutlich mehr Klarheit, Verlässlichkeit und strategische Perspektive.
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„Ein Neubau in dieser Größenordnung darf nicht losgelöst von der zukünftigen Versorgungslandschaft gedacht werden“, meint Sophia Schiebe (SPD). Foto: Archiv
„Ein Neubau in dieser Größenordnung darf nicht losgelöst von der zukünftigen Versorgungslandschaft gedacht werden“, meint Sophia Schiebe (SPD). Foto: Archiv

Text-Nummer: 177501    Autor: Büro S. Schiebe/red.    vom 28.1.2026 14.43 Uhr

Kommentare zu diesem Text (6):

Peter Menken

schrieb am 28.1.2026 14.52 Uhr:
Über die Nachricht, dass die Landesregierung den Neubau der Sana-Klinik finanieren wird, habe ich mich sehr gefreut.

Durch das UKSH sind wir hier in Lübeck ohnehin schon sehr gut versorgt, mit einer neuen Sana-Klinik wird es noch besser werden. Das ist eine sehr gute Nachricht für Lübeck.

Was die SPD dazu zu sagen hat, lässt mich aber verzweifeln. Dass die SPD hierzu die Beantwortung von Fragen wünscht, ist ihr gutes Recht. Aber von der Landesregierung jetzt schon Antworten zu verlangen auf eine Krankenhausreform, die weder beschlossen wurde noch endgültig klar ist, ist schon sehr bescheuert.

Ich kann da nur noch den Kopf schütteln.

Frank Walter

schrieb am 28.1.2026 15.43 Uhr:
Erinnere ich das richtig,ein komplett neuer Krankenhausbau ist billiger als die Theatersanierung?

Fiete Senfgeber

schrieb am 28.1.2026 22.00 Uhr:
Hallo Herr Walter, ich kann Sie vielleicht "beruhigen": Der Krankenhausneubau wird wohl fast doppelt so viel kosten wie die Theatersanierung. Die SanaAG gibt natürlich noch die andere Hälfte dazu...

Frank Walter

schrieb am 29.1.2026 11.02 Uhr:
Hallo HerrFiete S.,
dass Sana nochmals soviel dazu gibt ist keineswegs durch Fakten belastbar,insgesamt werden wohl zur Zeit 250-300 Mio veranschlagt,
Die ca.200 Mio für eine ,wohlgemerkt Sanierung des Theaters ,dürften sich der Erfahrung nach fast verdoppeln.
Zum Vergleich, der begonnene komplette Neubau des Volkstheaters Rostock soll laut Planung bei 208 Mio liegen,wirdbestimmt auch teurer.

Micha

schrieb am 29.1.2026 11.54 Uhr:
Moin,

(...) Da muss man natürlich ausgiebig prüfen!!

Micha

schrieb am 29.1.2026 13.51 Uhr:
Moin,

man hat hier meinen vorherigen Kommentar so zensiert, dass der Eindruck entstünde, ich würde damit einverstanden sein, man müsse seeehr genau prüfen!!!