Ausstellung im Katharineum zum Shoah-Gedenktag
Lübeck - Innenstadt: Mit einer Führung durch die Ausstellung „Werde Zweitzeug:in“ begann der schulinterne Shoah-Gedenktag im Katharineum zu Lübeck. Der bundesweite Gedenktag findet jährlich am 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, statt, und ist vor sieben Jahren von Jugendlichen auch an der Schule etabliert worden.Jedes Jahr plant und organisiert ein Team aus mehreren Schülern und Schülerinnen Veranstaltungen altersgerecht für alle Jahrgänge des Katharineums. Dazu gehören in diesem Jahr eine Führung durch die Lübecker Synagoge oder ein Stadtrundgang zu Ausgrenzung und Verfolgung. Beide Führungen entwickelten die Jugendlichen nicht nur eigenständig, sondern sie übernahmen gestern gleichzeitig die Führungen. Doch damit nicht genug: Sie haben sich zusätzlich intensiv in die Ausstellung „Werde Zweitzeug:in“ eingearbeitet und geben nun sowohl für Klassen der eigenen Schule als auch für Klassen externer Schulen Führungen.
Diese Ausstellung ist vom gleichnamigen Verein konzipiert und konnte mit finanzieller Hilfe der Michael-Haukohl-Stiftung in die Schule geholt werden. Denn sie richtet sich besonders an Jugendliche. Die Ausstellung ermöglicht niederschwellig und interaktiv einen informativen und emotionalen Einblick in die Lebensgeschichte von drei Personen, die die Shoah überlebt haben. Ziel ist es dabei, über die Beschäftigung mit den persönlichen Lebensgeschichten der Zeitzeugen selbst zu einem „Zweitzeugen“ zu werden, um Hetze und Antisemitismus gestärkt entgegentreten zu können.
Dass in etwa Gleichaltrige die Geschichten mit ihren Worten wiedergeben, Fragen an die Klasse stellen und erzählen, was sie persönlich berührt hat, schafft eine tiefergehende Verbindung und erleichtert den Zugang zur Ausstellung und zum Thema. Davon konnten sich bei der Eröffnung und ersten Führung Michael Haukohl und seine Frau, der Schulleiter Stefan Philippi und Gäste überzeugen.
Die Führungen für Klassen ab Jahrgang 9 durch die Ausstellung „Werde Zweitzeug:in“ finden während der Schultage im Katharineum zu feststehenden Zeiten statt. Sie sind kostenlos und können unter der E-Mail-Adresse info@jugend-ins-museum.de angefragt werden.

Judith Manusch („Werde Zweitzeug:in“ e.V.), Mads Jantschek, Jon Karpa, Jonte Steffen (Mitglieder der Shoah-Gedenktag-AG) und Antje Müschen (Lehrerin für Geschichte, Deutsch und Religion am Katharineum). Foto: Michael-Haukohl-Stiftung
Text-Nummer: 177512 Autor: Michael-Haukohl-Stiftung vom 28.01.2026 um 14.54 Uhr
